Wochenend-Spaß
 
Schnitzeljagd, Wissensrallye und Geocaching

Ob Sie nach einem Phantom suchen oder den Geheimnissen der Physik auf die Spur kommen wollen - Rallyes und Schnitzeljagden sind ein Spaß für die ganze Familie. Und für die Älteren ist "Geocaching" genau das Richtige.

Organisation: Tipps von einer Rallye-Expertin

Wochenend-Spaß: Schnitzeljagd, Wissensrallye und Geocaching

Sylvia Ebert organisiert in Frankfurt am Main Rallyes für Erwachsene und Kinder

Rennen verboten
Da es bei Rallyes darum geht, Erster zu sein, vergessen Kinder oft sämtliche Sicherheitsregeln und düsen einfach los. Deshalb empfehle ich, zu Fuß zu gehen, und zwar mit der Vorgabe "Rennen verboten!".

Gut vorbereiten
Weil Rallyes unter Umständen zwei, drei Tage Vorbereitung brauchen, sollte man rechtzeitig ein Thema suchen. Mache ich eine Wissens- oder Rätselrallye? Soll ein Schatz oder ein Räuber gefunden werden? Etwas aufwendig, aber dafür besonders spannend ist es, wenn man eine Geschichte nachspielt, bei der eine Person oder ein Gegenstand gefunden werden muss. Ich habe für Kinder und Eltern eine Verfolgungsjagd konzipiert, in der es darum geht, Bankräuber zu fassen. Die Ganoven hinterlassen Spuren quer durch die Stadt, nehmen per Handy Kontakt mit den "Ermittlern", d.h. den Spielern, auf und spielen mit ihnen Katz und Maus, nach dem Motto: "Die kriegen uns eh nicht, weil wir schlauer sind."

Immer in Gruppen unterwegs
Grundsätzlich sollte man bei Themenwahl und Aufgabenstellung die Fähigkeiten der Spieler vor Augen haben. Niemand sollte nur mittrotten. Opa darf mit seinem Stadtwissen glänzen, der Enkel kann vielleicht gut zeichnen oder klettern. Jedes Team besteht aus drei bis maximal fünf Spielern. Kinder nie allein oder zu zweit losschicken! Denn wenn einem etwas passiert, muss es einen geben, der bei dem Verletzten bleibt und einen, der Hilfe holt.

Helfen ist erlaubt
Jede Rallye braucht einen Spielleiter. Der muss per Handy erreichbar sein, falls ein Team einen Hinweis nicht findet oder versteht. Der Spielleiter darf auch mal ein Auge zudrücken und ein bisschen helfen.

Gut ausstatten
Am Start bekommt jedes Team einen Aufgabenzettel, Block und Stift sowie Handy, Pflaster, Taschentücher und was sonst noch gebraucht wird. Dann ziehen die Kinder los. Am besten mit einem Erwachsenen, der den Weg zur nächsten Station anhand des Plans erklärt: "Ihr geht bis zu dem Haus mit den rote Markisen. Dort findet ihr die nächste Aufgabe und einen Hinweis, wie es weitergeht."

Hinweise sicher anbringen
Zeichen an Bäumen oder Häusern möglichst so anbringen, dass sie niemand entfernen kann. Falls man für die Lösung von Rätseln Nachbarn oder Ladenbesitzer braucht, diese rechtzeitig informieren.

Nicht zu lang
Bevor die Teams losziehen, vereinbart man, wann das Spiel zu Ende ist und wo man sich wieder trifft. Rallyes mit Kindern sollten maximal 90 Minuten dauern. Zum Schluss bekommen alle Spieler eine Urkunde, und das schnellste Team wird mit einem Preis ausgezeichnet.

Rätselrallye für Kinder ab sieben

Zwei oder mehr Teams mit je einer erwachsenen Begleitperson treten gegeneinander an. Jede Gruppe bekommt Stift und Papier sowie den Aufgabenzettel, der an acht bis zehn Stationen abgearbeitet wird.

Das könnten die Aufgaben sein:

  • Was kostet beim Bäcker eine Brezel?

  • Auf dem Spielplatz steht eine Kastanie. Bringt ein Blatt mit.

  • Zu welcher Rasse gehört der Hund vom Nachbarn?

  • Auf dem Briefkasten liegt ein Papier, auf dem „laneimod“ steht. Bringt die Buchstaben in die richtige Reihenfolge.

  • Faltet aus dem Papier ein Schiff oder einen Flieger.

  • Pflückt einen kleinen Blumenstrauß aus Gänseblümchen.

  • Wie viele Gartenzwerge stehen beim Nachbarn?

  • Was liegt bei einem Würfel gegenüber der 6?

  • Wer meldet sich, wenn man die Telefon- Nr. ... anruft?

  • Unter dem Holunderbusch liegt ein Spruch. Lernt ihn auswendig.

  • Blast in fünf Minuten die 25 Ballons auf, die auf der Bank liegen.

  • Im Bad findet ihr Farben. Schminkt euch damit als Clowns.

  • Holt von Familie Meier eine Tomate, Socken, einen Kamm.

  • In welcher Straße ist der Supermarkt?

  • Lasst euch im Schreibwarenladen das heutige Datum auf die Hand stempeln und geht zum Start zurück.

Wissensrallye

Mit dieser Wissensrallye können Kinder erste Einblicke in naturwissenschaftliche Phänomene bekommen. Zwei Teams treten gegeneinander an, um an zehn Stationen Naturphänomene zu enträtseln. An jeder Station finden sie einen Experimentenaufbau und eine kurze Anweisung, was zu tun ist. Hat das Experiment geklappt, trägt das Team seine Beobachtungen in ein Heft ein und geht zur nächsten Station. Die Teams werden entgegengesetzt geführt: Team A beginnt bei Station 1, Team B bei Station 10. So ist Zeit, um den Experimentenaufbau wiederherzustellen.

Hier sind Experimente, die sich für Kinder ab sieben Jahren eignen:

  1. Steigendes Wasser: Stelle einen dicken und einen dünnen durchsichtigen Strohhalm in eine flache, mit Wasser gefüllte Glasschale. Was passiert? (In der engen Röhre steigt das Wasser höher, weil das Gewicht der Wassersäule geringer ist.)


  2. Faule Münze: Lege eine Spielkarte auf die Öffnung eines Glases und platziere darauf in der Mitte eine Münze. Jetzt stupse die Karte an der Kante an, sodass sie sich bewegt, ohne angehoben zu werden. Was passiert? (Die Karte landet auf dem Tisch, die Münze fällt ins Glas, weil sie schwerer und träger ist als die Karte und von dem Stups nicht in Bewegung versetzt wurde.)


  3. Löffelbild: Halte einen blank polierten Suppenlöffel mit der Innenwölbung vors Gesicht, sodass du dein Spiegelbild darin erkennen kannst. Was passiert? (Das Spiegelbild ist verkleinert und steht auf dem Kopf, weil der Löffel ein Konkavspiegel ist und deshalb das Licht nach innen reflektiert.)


  4. Trockenes Wasser: Streue in ein Glas mit Wasser Pfeffer auf die ruhige Wasseroberfläche, bis diese vollständig bedeckt ist. Dann tauche vorsichtig einen Finger ins Wasser und ziehe ihn sofort wieder raus. Was passiert? (Der Finger bleibt trocken, weil Pfeffer die Oberflächenspannung verstärkt, die Wassermoleküle halten fest zusammen.)


  5. Blumenwunder: Zerlege eine BlumeLuftwiderstand bietet. Wie schnell ein Gegenstand fällt, hängt in erster Linie nicht vom Gewicht, sondern von der Form ab.)

Am Ende besprechen die Teams ihre Beobachtungen bei einem Picknick oder einer Grillparty. Dann bekommen beide eine Urkunde und Preise, zum Beispiel eine Lupe oder Blumenpresse. Abhängig vom Wetter und von der Art der Experimente kann man eine Wissensrallye drinnen und/oder draußen durchführen. Bei einer Indoor-Rallye sollte ausreichend Platz sein, damit sich die Teams nicht in die Quere kommen.

Schnitzeljagd und Geocaching

Anders als bei einer Rallye geht es bei einer Schnitzeljagd darum, einen Schatz zu finden. Man kann den Weg in eine Karte zeichnen oder - etwas schwieriger – eine Wegbeschreibung in Textform geben ("Zehn Schritte nach Norden, dann 90 nach links bis zur Kastanie an der Wegkreuzung"). Alternativ können auch ein Räuber oder ein Phantom gejagt werden. Der Räuber bekommt 15 Minuten Vorsprung und legt eine Spur (auf den Boden gemalte Pfeile; Bänder, die in Bäumen hängen). Diese führen, richtig gedeutet, zu seiner Erfassung.

Geocaching ist eine Art moderner Schnitzeljagd und wurde vor einigen Jahren von dem Amerikaner Dave Ulmer erfunden. Mittlerweile streifen die Schatzsucher durch 220 Länder auf der Suche nach einem der insgesamt 350 000 Schätze. So funktioniert es: Man versteckt irgendwo eine Dose mit Kleinigkeiten (Kartenspiel, Stifte) und ein Logbuch und stellt diesen "Cache" (sprich "Käsch", englisch für Versteck) in Form von Koordinaten ins Internet. Mit einem GPS-Gerät oder Kompass und Karte machen sich andere dann auf die Schatzsuche. Wer erfolgreich ist, trägt sich in das Buch ein, nimmt etwas von dem Schatz und legt etwas etwas Nettes dazu.

Fairness wird großgeschrieben
Abschließend versteckt er die Dose wieder an derselben Stelle für den nächsten Schatzsucher. Fairness wird bei Caching-Fans großgeschrieben! Es gibt übrigens nicht nur materielle Schätze zu entdecken. Manche Caches machen auf eine besonders schöne Aussicht aufmerksam oder erzählen eine Geschichte. Bei einigen muss man rechnen, recherchieren, rätseln, während man bei anderen über Gräben springen, klettern oder tauchen muss - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Mehr Infos

www.opencaching.de
oder über Deutsche Wanderjugend www.wanderjugend.de