Sparsam waschen
 
Sauber: So können Sie beim Waschen Geld sparen

Ich geh mal in die Berge, sagt Mama auf dem Weg zur Waschküche. Fühlen Sie sich auch manchmal wie der Reinhold Messner des Klamottenmassivs? Kein Wunder, in Haushalten mit Kindern läuft die Waschmaschine quasi nonstop. Und das zerrt nicht nur an den Nerven, sondern verbraucht auch ganz schön viel Energie. Wie Sie Ihren Geldbeutel und die Umwelt schonen können, erklären wir hier.

Sauber - aber die Umwelt leidet

Sparsam waschen: Sauber: So können Sie beim Waschen Geld sparen

Unglaubliche vier Kilo Wäsche werden in Deutschland pro Person und Woche gewaschen, getrocknet - und manchmal auch gebügelt. Dadurch werden allein beim Waschen jährlich insgesamt

  • über 600.000 Tonnen Waschmittel,
  • circa 6 Milliarden Kilowattstunden Strom und
  • etwa 330 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht


Unvorstellbare Zahlen. Und eine extreme Belastung für die Umwelt. Die einfachste Lösung des Problems wäre: einfach weniger waschen! Das kommt aber für die meisten Familien nur bedingt in Frage. Schließlich will man weder selbst mit fleckiger Bluse im Büro sitzen noch den Sohn mit Tomatensoßen-Flecken von gestern in der Krippe abgeben. Gesucht werden sinnvolle Tipps zum Sparen. Wie haben einige für Sie rausgesucht:

Energie sparen

A+++ steht für besonders sparsame Waschmaschinen

Schalten Sie einfach mal runter
Grundsätzlich gilt: je höher die Waschtemperatur, desto höher der Stromverbrauch. Daher ist einer der einfachsten Wege Energie zu sparen, eine niedrigere Waschtemperatur zu wählen. Eine Studie des Öko-Instituts hat gezeigt, dass das Herunterschalten um jeweils eine Temperaturstufe im Durchschnitt 37 Prozent an Energie einspart. Waschen Sie nur mit 40 statt 60 Grad, sparen Sie sogar bis zu 50 Prozent an Energie.

Früher ging man davon aus, dass Wäsche nur sauber wird, wäscht man sie bei 60 oder sogar 90 Grad. Das stimmt so aber nicht mehr. Selbst bei hartnäckigem Dreck sind 60 Grad ausreichend. Lediglich bei Wäsche von Menschen mit Infektionskrankheiten ist Kochwäsche zu empfehlen.
Würden sich alle in Deutschland künftig konsequent an die Empfehlung halten, eine Temperaturstufe runter zu schalten, dann ließe sich dadurch so viel Energie einsparen, wie eine Stadt mit ca. 570.000 Einwohnern, z.B. Düsseldorf, jährlich verbraucht.

Ein A ist nicht gleich ein A
Hängen Sie an Ihrer alten Waschmaschine? Und finden Sie es unlogisch fürs Geldsparen erst einmal Geld auszugeben? Es kann sich aber wirklich lohnen, darauf weist auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. So kann selbst eine geschenkte, aber ältere Waschmaschine im Endeffekt teurer sein als eine gekaufte neue Maschine. Die neue Generation der Maschinen haben meist längere Waschgänge bei niedrigeren Temperaturen, was letztlich zur gleichen Waschleistung führt wie das kurze Waschen bei hohen Temperaturen. Dabei sparen Sie aber Strom, Wasser und auch Waschmittel.

Seit 1998 werden Waschmaschinen nach umweltrelevanten Kriterien beurteilt und kategorisiert. Sie werden in Energieeffizienzklasse, Schleuderwirkungsklasse und Waschwirkungsklasse eingeteilt. Die Klassen gehen dabei von A bis G. A steht dabei für die beste und G für die schlechteste Effizienzstufe. Diese Werte werden auf dem standardisierten EU-Energielabel (Energieverbrauchsetikett) sichtbar angegeben. Wer sich heute im Elektromarkt umschaut, der wird keine Maschine mit B-Wert oder schlechterer Kategorie mehr finden. Die sparsamsten Maschinen haben mittlerweile die Klasse A+++.

Optimale Beladung der Waschmaschine

Wichtig beim umweltschonenden Waschen ist auch die optimale Beladung der Waschmaschine, da die Wäsche in voll beladenen Maschinen am besten und effizientesten gewaschen wird. Früher ging man davon aus, dass noch eine Handbreit frei sein müsste, wohingegen heute empfohlen wird, die Trommel sogar mit leichtem Druck zu beladen.
Modernen Waschmaschinen verfügen zwar über eine automatische Beladungserkennung, so dass bei halber Menge automatisch auch weniger Strom und Wasser verbraucht wird. Trotzdem ist es günstiger, zu warten bis die Maschine auch wirklich voll ist.

Waschmittel sparen und die Umwelt schonen

Wer die Umwelt schonen will, sollte auf Weichspüler verzichten

Täglich werden Unmengen von Wasch- und Reinigungsmitteln in allen Haushalten sowie in Gewerbe und Industrie verwendet. Jedes Jahr werden allein mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel an Privathaushalte verkauft. Damit gefährden wir nicht nur unsere Umwelt, sondern auch unsere Gesundheit.

Sie können schon eine Menge für die Umwelt tun, wenn Sie Produkte auswählen, die nachweislich die geringeren Umweltbelastungen verursachen: Achten Sie auf Waschmitteln mit den Umweltzeichen Blauer Engel sowie Euroblume.

  • Der Blaue Engel
    Der Blaue Engel wurde als das deutsche Umweltzeichen 1977 von den für Umweltschutz zuständigen Ministern des Bundes und der Länder geschaffen. Hiermit können besonders umweltfreundliche Produkte gekennzeichnet werden. Seit 1991 gibt es das Umweltzeichen auch für Waschmittel.
  • Das europäische Umweltzeichen
    Die EU hat ihr eigenes Umweltzeichen, unter anderem auch für Waschmittel: die Euroblume. Produkte, die mit der Euroblume gekennzeichnet sind, müssen strenge Kriterien hinsichtlich der Verträglichkeit für Umwelt und Gesundheit erfüllen. Gleichzeitig erhalten aber nur solche Produkte das Siegel, die auch tatsächlich eine reinigende Wirkung haben.

Auf die richtige Dosierung kommt es an
Um umweltfreundlich zu waschen, kommt es zudem auf die richtige Dosierung sowie die Art des Waschmittels an. Hierbei ist jeweils die niedrigste Waschmittelmenge zu empfehlen, denn "viel hilft viel" gilt in diesem Fall nicht. Zudem sind die Zusätze von Waschmitteln, zum Beispiel Tenside, Pestizide, Farbstoffe, Duftstoffe, Dünge- und Spritzmittel sind besonders umweltschädlich.
Um das Waschmittel richtig dosieren zu können, sollten Sie den Härtegrad des Wassers kennen. Außerdem spart es Energie, wenn Sie leicht verschmutzte und stark verschmutze Kleidung getrennt waschen und so das Waschmittel optimal dosieren können. Wichtig für die optimale Dosierung des Waschmittels ist der Härtegrad des Wassers und der Grad der Verschmutzung der Kleider. Moderne Waschmittel in Kombination mit niedrigen Waschgängen führen im Normalfall zu optimalen Waschergebnissen und reichen auch hygienisch vollkommen aus.

Der Duft nach Weichspüler gehört für Viele zum Waschen einfach dazu. Wer aber die Umwelt schonen will, der sollte darauf lieber verzichten. Und wer sich davon nicht trennen kann, sollte wenigsten die niedrigste Dosierung wählen. Generell wird empfohlen Voll- oder Universalwaschmittel vor allem für Weißwäsche und stark verschmutzte Buntwäsche zu verwenden. Für bunte Baumwollwäsche mit wenigen Flecken, etwa Bettwäsche und Handtücher, wird angeraten ein Color-Waschmittel ohne Bleichmittel und optische Aufheller zu verwenden. Feinwaschmittel sollte vor allem bei empfindlichen Textilien verwendet werden.

Alternative Waschmittel

Aber es gibt ja auch noch Alternativen zu den herkömmlichen Waschmitteln - Naturprodukte wie Waschnüsse oder Bio-Waschmittel. Auch diese Waschmittel gelten grundsätzlich als Chemie, jedoch sind Bio-Waschmittel sehr viel sanfter zur Umwelt und können meist zu 100 Prozent biologisch abgebaut werden. Es sind reizarme Waschmittel ohne Duftstoffe, petrochemische Inhaltstoffe sowie optische Aufheller zu empfehlen. Trotzdem sollten Sie auch bei diesen Mitteln auf eine relativ geringe Dosierung achten. Gerne werden diese Waschmittel auch von Allergikern verwendet.

Waschkraft aus der Natur: Waschnüsse
Sie sind etwas so groß wie eine Walnuss, schrumpelig und dunkelbraun. Und Waschnüsse sind eine clevere Erfindung der Natur: Kommen die Nüsse mit Wasser in Berührung, so lösen sich aus ihrer Schale Saponine. Diese haben eine reinigende Wirkung, da sie einen seifenähnlichen Schaum bilden. Waschnüsse sind besonders sanft zur Wäsche, da sie das Gewebe und die Fasern schonen. Nur bei richtig hartnäckigen Flecken können sie nichts ausrichten. Empfohlen wird 10 bis 15 halbe Nussschalen in ein Leinensäckchen zu füllen und dieses zur Kleidung in die Trommel zu geben. Der Beutel ist wichtig, weil man dann nach dem Waschen die Schalen nicht einzeln aus den Kleidern sammeln muss. Auch sollten Sie ein Vollwaschprogramm verwenden, da Kurz- oder Pflegeprogramme nicht genügend Saponine aus der Schale lösen können.