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Väter 2011 Willkommen in der Wirklichkeit!


Immer mehr Väter sind bereit, auch in der Familie Verantwortung zu übernehmen. Und finden Gefallen am Kinderalltag, wie die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen. Die Grenzen des neuen Vatergefühls markiert allerdings oft noch der Job. Mehr dazu lesen Sie in unserer großen Väter-Studie - und Sie können Sie gleich in unserem Väter-Forum diskutieren!

Wie ticken Väter im Jahre 2011?

Väter 2011: Willkommen in der Wirklichkeit!

Bunter Alltag, großes Glück und Mega-Stress: Männer, die was erleben wollen, nehmen am besten Elternzeit. Das legt die repräsentative Väterbefragung nahe, die ELTERN jetzt bei Forsa in Auftrag gegeben hat. Sie werden mehr - die Väter, denen es nicht reicht, nur Ernährer zu sein, sondern die alle Facetten des Alltags mit ihrer Familie teilen wollen: ihrem Kind Zucchini-Kartoffel-Brei kochen, ihm ein Liedchen zum Mittagssschlaf singen, Pickel am Po mit Zinkcreme einreiben, mit ihm zur U5 gehen, einen Sandkasten bauen.

Wie es ihnen dabei geht und warum doch immer noch eine große Zahl die traditionelle Vaterrolle nicht abstreift, darüber verraten unsere Zahlen einiges, vor allem auch der Vergleich mit den Ergebnissen von 2005, als wir unsere letzte Väterumfrage gemacht haben. Klicken Sie einfach auf den jeweiligen Link des Themas, das Sie besonders interessiert:

Die Daten zur Studie "Väter 2011":

Hier können Sie sich übrigens auch die zur Studie gehörigen Tabellen herunterladen

Zum Vergleich: Die Daten zur Studie "Väter 2005":

Für alle, die sich gerne noch ausführlicher mit den Vätern und deren veränderten Einstellungen zu Themen wie Familie, Kinder und Karriere beschäftigen möchten:

Hier können Sie sich die zur Studie aus dem Jahre 2005 gehörige Tabellen herunterladen

Wie denken Sie über die Ergebnisse der Studie?

Und, sagen Sie zu den Vätern im Jahre 2011? Finden Sie sich als Mann vielleicht in der Studie sogar wieder? Oder ist Ihre Lebenswirklichkeit im Gegenteil eine ganz andere? Diskutieren Sie über die Forsa-Umfrage und ihre Ergebnisse in unserem Väter-Forum!

Wie glücklich sind Väter im Jahre 2011?

Kein Zweifel: Den meisten geht es gut mit der neuen Herausforderung. Zwei Drittel finden, durch die Geburt ihres Kindes sei ihr Leben "glücklicher und erfüllter" geworden. Von den jungen Vätern zwischen 20 und 35 Jahren sagen das sogar 70 Prozent - obwohl die heiße Phase mit Babytrubel und Schlafmangel bei ihnen noch aktuell oder frisch in Erinnerung ist. Noch größer ist das Hochgefühl nur bei Vätern, die Elternzeit nehmen oder genommen haben (75 Prozent).

Möchten Sie über dieses Ergebnis diskutieren? Dann nichts wie hin zu unserem Väter-Forum!

Wie gestresst sind Väter im Jahre 2011?

Gerade die jungen, frischgebackenen Väter nehmen allerdings auch die stressigen Seiten des Kinderhabens stärker wahr. Über ein Viertel von ihnen sagt, ihre Partnerschaft werde "durch das Kind oder die Kinder belastet". 44 Prozent beklagen, "kaum noch Zeit" für sich zu haben. Von den Vätern über 45 Jahre - mit entsprechend älteren Kindern - leiden nur noch 20 Prozent unter Zeitmangel. Das wundert einen nicht wirklich, dürfte die Jüngeren aber trösten.

Etwas entspannter läuft es offenbar im Osten von Deutschland: Dort sagen fünf Prozent der Väter, sie fühlten sich nach der Geburt ihres Kindes "zeitweise völlig verunsichert". Im Westen sind es dreimal so viele!

Was halten Sie von den Angaben der befragten Väter? Diskutieren Sie mit in unserem Väter-Forum!

Wie wichtig ist Vätern im Jahre 2011 íhre Karriere?

Aber langfristig im Beruf zurückstecken? So neu ist der neue Vater dann doch nicht: 90 Prozent der befragten Männer sind - seit Jahren unverändert - vollzeitbeschäftigt. Und 58 Prozent der abhängig beschäftigten Väter geben dies auch als ihre Wunschlösung an. 40 Prozent sagen, sie würden lieber Teilzeit arbeiten, davon allerdings nur ein Drittel weniger als 30 Wochenstunden. Lediglich ein Prozent hätte gern eine Stelle mit weniger als 20 Wochenstunden.

Warum wählen dann trotz allem gerade mal fünf Prozent aller Väter die Teilzeit? An unflexiblen Arbeitgebern allein kann es nicht liegen: Immerhin gibt knapp die Hälfte der abhängig Beschäftigten zu, in ihrem Betrieb sei Teilzeit möglich.

Was Hoffnung macht, ist die wachsende Zahl der Männer, die Vätermonate nehmen. Laut offiziellen Statistiken hat sie sich seit 2005 vervierfacht. Von den 20- bis 35-Jährigen geben in unserer aktuellen Umfrage 19 Prozent an, Elternzeit genommen zu haben - die meisten von ihnen zwei Vätermonate.

Immer noch schrecken also vier von fünf Männern davor zurück, bei ihrem Chef Elternzeit einzureichen. Die Angst, das könne ihnen beruflich schaden, ist groß, aber sie wird nicht von allen geteilt. 45 Prozent aller Väter schätzen die Konsequenzen für die Karriere "sehr oder eher negativ" ein, 35 Prozent sagen, die Elternzeit habe darauf keinen Einfluss. Neun Prozent meinen, die Wirkung sei "sehr oder eher positiv". Väter, die Elternzeit genommen haben, sind nocht etwas optimistischer. Hier glaubt knapp die Hälfte, dass die Elternzeit für die Karriere keine Rolle spielt.

Über dieses sowie alle weiteren Ergebnisse der Umfrage können Sie in unserem Väter-Forum mit anderen Männern diskutieren.

Wie viel Zeit verbringen Väter im Jahre 2011 mit ihren Kindern?

Allerdings: Wenn sich Väter aufs Familienleben einlassen, dann fast immer mit Freude. Mit Füttern, Vorlesen oder Kaufladen-Shopping verbringen junge Väter jetzt einen großen Teil ihrer Freizeit. Drei Viertel von ihnen geben immerhin an, an normalen Wochentagen eine Stunde oder länger mit ihrem Kind zu verbringen, von den Elternzeit-Vätern sind es sogar 88 Prozent. Irgendwie scheint es den meisten von ihnen Spaß zu machen - sonst würden nicht sechs von zehn Vätern sagen, dass sie die Zeit mit Kind für "eher oder überhaupt nicht ausreichend" halten.

Lust, sich mit anderen Vätern über die Studie und die Erfahrungen mit der Vatershaft auszutauschen? UnserVäter-Forum macht's möglich!

Wie viel übernehmen Väter im Jahre 2011 im Haushalt?

Denn da ist ja auch noch Hausarbeit zu tun, und davon fällt mit Kind eher mehr an als früher. Nur 13 Prozent der Männer halten sich aus Haushaltsdingen praktisch ganz raus. Fast jeder zweite (49 Prozent) sagt, er erledige wenigstens "einen kleinen Teil" der Hausarbeit. Immerhin: Über ein Viertel gibt an, sich Putzen, Waschen und Kochen fifty-fifty mit der Partnerin zu teilen. Und wieder sind die Elternzeit-Väter - mit 43 Prozent - besonders engagiert.

Dass alte Rollenmodelle ganz langsam aufweichen und dies nicht immer ganz stressfrei abläuft, beweisen folgende Zahlen: Jüngere Väter (zwischen 20 und 35 Jahren) beteiligen sich zwar überdurchschnittlich häufig an der Hausarbeit, glauben allerdings auch viel häufiger als ältere Väter, dass ihre Partnerin sich mehr Beteiligung von ihnen wünschen würde (51 gegenüber 35 Prozent). Je mehr in der Partnerschaft alles verhandelt werden muss, desto größer die Anspannung. In der traditionellen Familie waren die Rollen klarer verteilt.

Interessantes Detail am Rande: Ostdeutsche Väter sind beim Waschen und Wischen aktiver als West-Väter. 35 Prozent von ihnen sagen, dass sie die Hälfte der Hausarbeit erledigen, im Westen sind es nur 24 Prozent.

Wer macht viel wiel im Haushalt - ein heikles Thema! Auch bei Ihnen? Diskutieren Sie darüber in unserem Väter-Forum!

Was zeichnet für die Väter im Jahre 2011 einen guten Vater aus?

Fragt man die Männer nach ihrem Bild vom guten Vater, also dem, was sie eigentlich sein möchten, ergeben sich verblüffende Unterschiede zur Befragung von 2005. 83 Prozent sagen, es zeichne einen guten Vater aus, "so viel Zeit wie möglich mit seinem Kind/seinen Kindern zu verbringen" - so weit noch kein großer Unterschied zu früher (81 Prozent).

Interessant ist dagegen, dass die schnöden Alltagspflichten von Eltern kleinerer Kinder im Ansehen gestiegen sind. Deutlich mehr Väter finden es heute wichtig, dass ein Vater sein Kind regelmäßig wickelt und füttert (57 Prozent gegenüber 43 Prozent im Jahr 2005), sich die Kinderarzttermine mit seiner Partnerin aufteilt oder gelegentlich Kinderklamotten einkauft (48 gegenüber 33 Prozent). Und wenn sie das machen, sind sie auch stolz darauf: 71 Prozent der 20- bis 45-Jährigen finden an sich als Vater besonders gut, dass sie ihr Kind auch wickeln und füttern. 62 Prozent finden es gut und richtig, dass sie nachts aufstehen, wenn ihr Kind schreit.

Welche Eigenschaften sollte ein guter Vater Ihrer Meinung nach mitbringen? Diskutieren Sie darüber in unserem Väter-Forum!

Können Väter im Jahre 2011 Familie und Beruf unter einen Hut bringen?

Aber das zunehmende Interesse der Väter an der Familie hat seinen Preis. Immer mehr, nämlich 16 Prozent, haben das Gefühl, "weder im Beruf noch in der Familie allen gerecht" zu werden. 2005 waren es lediglich zehn Prozent. Damals gaben 35 Prozent der Befragten an, "beides in einer guten Balance" zu halten. Dem stimmen heute nur noch 29 Prozent zu.

Ob es an wachsenden Anforderungen im Job liegt oder daran, dass mehr Väter Elternzeit nehmen und dadurch erst merken, was ihnen im Büro alles entgeht - die Männer empfinden den doppelten Druck als unbefriedigend und anstrengend. Ein Gefühl, das die meisten Frauen schon lange kennen.

Fast zwei Drittel der jüngeren Väter (zwischen 20 und 35) sagen: "Ich hätte gern mehr Zeit für die Familie." Vollzeitberufstätige stimmen der Aussage verständlicherweise viel häufiger zu als Teilzeitbeschäftigte, aber auch Väter, die Elternzeit genommen haben, kreuzten hier etwas häufiger an. Mehr Zeit für den Beruf wünscht sich übrigens nur ein Prozent aller Väter.

Wie schafft man es als Vater, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen? In unserem Väter-Forum können Sie sich gegenseitig Tipps geben - oder einfach das Herz ausschütten.

Wie optimistisch sind Väter im Jahre 2011?

Trotz des gestiegenen Drucks: Die Zuversicht, dass am Ende alles gut wird, ist in den vergangenen Jahren gewachsen. 44 Prozent blicken "überwiegend optimistisch in die Zukunft", (2005: 35 Prozent). "Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen und politischen Lage mache ich mir Sorgen um die Zukunft meines Kindes/meiner Kinder", sagten damals 71 Prozent der Väter, heute nur noch 43 Prozent. Hier hat der aktuelle wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland offenkundig einiges an Sicherheit geschaffen. Vielleicht ermutigt das ja künftig noch mehr Männer, sich auf das große Abenteuer Familie einzulassen.

Diskutieren Sie über diese und alle weiteren Themen, die Ihnen unter den Nägeln brennen, in unserem Väter-Forum!


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