Weihnachten
 
Haben Sie ein besonderes Ritual?

Räuchermännchen aufstellen, nachmittags in den Kindergottestdienst, gemeinsam Weihnachtslieder singen und, und, und ... Jede Familie hat ein kleines oder großes Weihnachtsritual. Wir haben hier unsere liebsten Traditionen niedergeschrieben.

Christine Fuchs: FBFFZW (Fondue bei Familie Fuchs zur Weihnachtszeit)

Weihnachten: Haben Sie ein besonderes Ritual?

Für mich gehört zur Weihnachtszeit, dass es anfängt, nach zerdrücktem Knoblauch zu riechen, Äpfel und Meerrettich, Quark und Schnittlauch zu leckeren Dips und Saucen gerührt werden. Dann ist es wieder so weit, es weihnachtet sehr für mich.
Damals, als meine Geschwister und ich noch klein waren, war Fondue unser Lieblings-Lieblingsessen, das es streng limitiert nur sieben Mal im Jahr gab: zu Weihnachten, zu Silvester und zu den Geburtstagen. Schütze und Steinböcke in meiner Familie sorgten allerdings für reichlich Fondue in der Weihnachtszeit (4 x) und so stimmt mich das leise Bruzzeln von Fett (und nur Fett, bitte keine Brühe) immer sehr weihnachtlich ein.

Obwohl, ich gestehe, auch andere Fondueerfahrungen zu haben. Denn mit den Zeiten der ersten Wohnung fand ich es dann auch ganz lustig, mal schnell ein kleines Fondüchen zu machen. Sagen wir Mittwochabends im Mai und am besten gleich am Donnerstag noch mal (bei so vielen Resten…genannt der Reburner). Einmal hätte ich fast eine Skihütte mit einem Spirituskocher in Brand gesetzt, ein andermal habe ich mit einem Freund zusammen Fondue für 40 Leute gemacht. Mit meinem Bruder, auch ein Fondue-Maniac, gab es mal Fondue an der Isar, statt Lagerfeuer. Inzwischen bin ich aber wieder zur unserem Familienritual zurückgekehrt, Fondue nur zur Weihnachtszeit. Da gehört es aber auch unbedingt dazu.

Jennifer Litters: Christbaum-Schmücken mit Campino

Ich liebe Weihnachten, ehrlich! Die festliche Stimmung, die Plätzchen, seine Liebsten zu beschenken ... Aber am meisten freue ich mich darauf, den Christbaum zu schmücken. Wichtig ist dabei jedoch der passende Soundtrack: Auch wenn ich an Weihnachten gerade den Kitsch-Faktor schätze - musikalisch darf es eher unkonventionell sein. Vor einigen Jahren hat die Düsseldorfer Punk-Band "Die toten Hosen" unter dem Pseudonym "Die roten Rosen" eine Weihnachts-CD aufgenommen. Seitdem schmettern - oder sollte ich sagen: gröhlen - Campino und Co. alljährlich an Heilig Abend ihre Versionen von Weihnachtsklassikern wie "Jingle Bells" oder "O du Fröhliche", während ich den Baum dekoriere. Mein persönlicher Favorit ist übrigens "Hawk the herald angels sing": Beschwingt um den Baum hüpfend, gleitet die Lichterkette dabei wie von selbst über die Zweige.

Rosa Wetscher: Warten auf den Abendstern

Das Christkind lege ich erst zu später Stunde in die Krippe

Baum geschmückt, Geschenke eingepackt, Abendessen gekocht. Die Spannung steigt. Nein, jetzt nicht schnell Bescherung. Mein Mann, Jula, Philo und ich packen uns in Mäntel und Stiefel und machen einen Spaziergang durch die Dämmerung. Wir warten auf den leuchtenden Abendstern - hat in all den Jahren immer geklappt, war nie ganz hinter Wolken versteckt. Zum Stern schicken wir Grüße und Küsse zu Oma und Opa, die von oben zu uns herunterschauen. Tut von Jahr zu Jahr ein bisschen weniger weh, sie nicht mehr bei uns zu haben. Und tut von Jahr zu Jahr gleich gut, unsere Lieben in Gedanken herzuholen.

Jetzt aber heim zu den Geschenken. Die Kinder und ich warten auf der Treppe, mein Mann entzündet die Kerzen am Tannenbaum und schaut, ob wie jedes Jahr die Katzen unterm Baum Wald spielen. Und dann: Geschenke! Wir besingen den Baum, wenn ausgepackt ist. Hat sich als friedlicher und lustiger erwiesen.

Wie es meine Mutter immer gemacht hat, lege ich das Christkind erst zu später Stunde in die Krippe. Als Kind habe ich bei diesem Ritual immer gefragt, wie es denn war, als ich geboren wurde. Es stiegen natürlich keine Kometen am Himmel auf und Engel haben bestimmt auch nicht gesungen. Aber meine Mutter nahm mich auf den Schoß und sagte mir, wie sehr sich alle über das neue Kind gefreut haben. So stolz und warm ums Herz - ach, Weihnachten. Und heute fragen mich meine Töchter nach ihren Geburts-Geschichten. Wir holen die Alben mit den ersten Bildern hervor und schwelgen alle vier im Zauber, den Neugeborene ausstrahlen. Unsere Große nahm im letzten Jahr den neuen I-Pod vom Ohr, als es um sie ging.

Benita Wintermantel: Ein feucht-fröhliches Wiedersehen

"Fröhliche Weihnachten!" - das wird in meiner Heimatstadt Esslingen, wo's mich an Weihnachten immer wieder hinzieht, schon am Heiligen Morgen wörtlich genommen: Fast alle Kneipen haben offen, und in den engen mittelalterlichen Gässchen reiht sich ein Glühwein- und Kinderpunschstand an den anderen. Da Weihnachten viele der alten Freunde, Bekannten und Schulkameraden in der Heimat weilen, findet am Morgen des 24. ein feucht- und teilweise auch feucht-fröhliches Get-Together statt. Waren es vor einigen Jahren nur Erwachsene, toben inzwischen scharenweise Kinder durchs weihnachtliche Esslingen. Dieses Weihnachten wird für meinen knapp dreijährigen Sohn auch eine kleine Premiere mit sich bringen, denn auch er darf dieses Jahr den Heiligen Morgen in Esslingen verbringen - bevor dann eher traditionell zu Hause weiter gefeiert wird: Mit Weihnachtsbaum (an dem übrigens noch immer jedes Jahr die Kinderbasteleien von mir und meiner Schwester hängen), mit vielstimmig, krächzend, aber fröhlich vorgetragenen Weihnachtsliedern, mit Fondue und möglichst vielen klitzekleinen Päckchen für jedes Familienmitglied.

Eva Becker: "Ming' Kapp Es Fott"

Wie meinen? "Ming' Kapp Es Fott"! Ertönt an Heiligabend dieser Satz im elterlichen Wohnzimmer, dann ist endlich richtig Weihnachten. Aber zunächst eine Übersetzung für alle Nicht-Rheinländer: Auf Hochdeutsch bedeutet der Satz "Meine Kappe ist weg." Und was hat das mit Weihnachten zu tun? Viel! Es ist der Titel einer Geschichte, die von einem kleinen Jungen erzählt wird, der das erste Mal einen katholischen Gottesdienst erlebt und dabei seine eigene, sehr witzige Interpretation für die seltsame Liturgie entwickelt. Die Geschichte - übrigens in kölscher Mundart von Sprecher Josef Meinertzhagen wundervoll vorgetragen - ist eines der Highlights auf der legendären "Kölsche Weihnacht"-CD meiner Eltern. Jedes Jahr am 24. Dezember legen wir beim Weihnachtsbaumschmücken oder Festmahl-Zubereitungsmarathon die CD ein und hören und summen uns durch die Weihnachtsleedcher und Verzällcher. Und sind am Ende "janz" beseelt.

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