Zahl der Woche
 
3 - Jedes dritte Kind wird unehelich geboren

Einige Meilensteine auf dem Weg zur Gleichstellung von unehelichen Kindern

Das gemeinsame Sorgerecht ist mittlerweilse problemlos möglich

In der Tat hatte das vor mittlerweile zehn Jahren eingeführte neue Kindschaftsrecht weitreichende Konsequenzen für ledige Eltern - ebenso wie das Anfang des Jahres eingeführte neue Unterhaltsrecht. Einige Beispiele:

Gemeinsames Sorgerecht: Bei unverheirateten Paaren hat automatisch die Mutter das alleinige Sorgerecht. Wollen beide gemeinsam diese Verantwortung übernehmen, ist dies seit In Kraft treten der Reform jedoch problemlos möglich: Sie müssen dazu nur beim Standesamt, dem Jugendamt oder dem Notar erklären, dass sie sich das Sorgerecht teilen wollen. Das ist schon vor der Geburt des Kindes möglich, die Eltern müssen dazu auch nicht zusammen wohnen. Aber: Weigert sich die Mutter, eine solche Erklärung abzugeben, kann der Vater sie nicht alleine durchsetzen (welche Rechte und Pflichten er auch beim alleinigen Sorgerecht der Mutter hat, erfahren Sie hier). Und ohne eine solche Erklärung muss die Mutter im Falle einer Trennung dem gemeinsamen Sorgerecht zustimmen, sonst hat der Vater keine Chance. Übrigens: Heiraten die Eltern später, bekommen sie nachträglich das gemeinsame Sorgerecht für ihre gemeinsamen Kinder - auch für die, die vor der Hochzeit geboren wurden.

Umgangsrecht: Auch beim alleinigen Sorgerecht der Mutter sieht das Kindschaftsrecht ein Umgangsrecht für den Vater vor - im Prinzip sogar eine Umgangspflicht. Selbst wenn das Kind sich weigert, so hat der Kindsvater doch ein Recht, über wichtige Ereignisse im Leben des Kindes informiert zu werden.

Adoptionsrecht: Eine Horrorvorstellung: Die Mutter heiratet ihren neuen Lebensgefährten, der das Kind adoptiert - und weil der Vater nicht das Sorgerecht hat, kann er nichts dagegen tun! Seit 1998 ist das so nicht mehr möglich.

Im Todesfall: Waren die Eltern nicht miteinander verheiratet und hatten auch kein gemeinsames Sorgerecht, bekommt nach dem Tod der Mutter seit 1998 der Vater das Sorgerecht - solange es dem Kindswohl dient.

Unterhalt: Noch jünger ist die Beseitigung der Unterschiede zwischen ledigen und ehelichen Kindern in Sachen Betreuungsunterhalt der Eltern. Seit dem 01.01. 2008 haben beide in der Regel bis zum dritten Geburtstag des Kindes einen Anspruch - zuvor galt der nach einer Scheidung deutlich länger. Außerdem haben nun grundsätzlich die Kinder als erste einen Unterhaltsanspruch - und danach alle Elternteile, die minderjährige Kinder betreuen. Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob sie verheiratet sind oder nicht. Für die Höhe des Unterhalts war es schon vorher nicht relevant, ob die Kinder ehelich geboren wurden oder nicht.

Übrigens: Jüngere familienpolitische Maßnahmen, wie etwa das Elterngeld, haben von Anfang an keinen Unterschied zwischen ledigen und verheirateten Eltern gemacht.