Zeitumstellung
 
Mini-Jetlag durch die Sommerzeit?

In der Nacht zu Sonntag werden wieder die Uhren umgestellt. Viele Menschen klagen im Anschluss daran über Schlafstörungen - entweder sie geraten selber aus dem Rhythmus, oder ihre Kinder. Ist daran wirklich die Sommerzeit schuld?

Warum werden überhaupt die Uhren umgestellt?

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Die Idee hinter der Sommerzeit lautet: Energie sparen. Da es im Sommer früher hell wird, so die ursprüngliche Annahme, stehen die Menschen früher auf und haben so mehr vom Tag. Auf diese Weise ließe sich dann Beleuchtungsenergie einsparen. Ob das funktioniert, wird heute jedoch vielfach bezweifelt - schließlich brauchen wir ja eigentlich mehr Energie, wenn wir die längeren Abende ausnutzen.
In Deutschland wurden erstmals während des Ersten Weltkrieges die Uhren umgestellt. Auch zwischen 1945 und 1949 gab es hierzulande eine Sommerzeit. Seit 1980 gilt nun in ganz Europa während des Sommerhalbjahres die Mitteleuropäische Sommerzeit (MEZ): Am letzten Märzwochenende werden die Uhren um Punkt zwei Uhr auf drei Uhr vorgestellt. Damit ist die Nacht eine Stunde kürzer. Ende Oktober werden sie dann wieder um eine Stunde zurückgestellt.

Spüren wir die Zeitumstellung tatsächlich?

Uns Menschen tut die Sommerzeit nicht wirklich gut: Die künstlich verlängerten Tage bringen unsere innere Uhr aus dem Takt. "Der Organismus erfährt eine Art Mini-Jetlag unter erschwerten Bedingungen", erklärt Professor Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Universität Regensburg. "Es geht zwar nur eine Stunde verloren, doch anders als beim Reise-Jetlag verändert sich unsere Umwelt nicht mit. Dadurch fehlen der inneren Uhr wichtige Signale für die Umstellung."
Allerdings: Beim Gesundheitsbarometer der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) gaben nur 22 Prozent der Befragten an, dass ihnen die Zeitumstellung tatsächlich Probleme bereiten würde. Wenn, dann leiden offenbar vor allem Frauen darunter - 26 Prozent von ihnen gaben an, durch den Wechsel zur Sommerzeit aus dem Rhythmus zu geraten.

Stört die Sommerzeit den Schlafrhythmus meines Kindes?

Nein. Ab dem sechsten Monat haben Kinder einen stabilen Schlaf-Wach-Rhythmus. Sie brauchen aber etwa drei bis vier Wochen, um ihre innere Uhr der neuen Zeit anzupassen. Diese Zeit sollte man ihnen auch zugestehen.
Geht das nicht, weil Sie beispielsweise ins Büro müssen und Ihr Kind zwangsläufig eine Stunde früher wecken, können Sie bei einem etwas älteren Kind versuchen, an seine Einsicht zu appellieren: "Ich weiß, dass es schwer ist, früher aufzustehen, aber dafür darfst du im Sommer auch länger draußen spielen."
Abends sollten Sie Ihr Kind nicht einfach eine Stunde früher hinlegen. "Lieber wie gewohnt beziehungsweise um Viertel vor acht, vor der Tagesschau", rät Schlafexperte Dr. Ulrich Rabenschlag. "Sie ersparen sich viele Kämpfe, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt - ein so genanntes Schlaffenster - erwischen." Diesen "toten Punkt" haben Kinder alle 40 bis 60 Minuten.
Dr. Cordula Sohst-Brennenstuhl, Expertin der DAK, rät zudem, mit den Kindern möglichst viel Zeit im Freien zu verbringen: "Bewegung und Sauerstoff machen müde." Außerdem sollte auf schwere Mahlzeiten am Abend möglichst verzichtet werden. Auch ein warmes Kräuterbad oder ein Glas mit warmer Milch und Honig mache Kinder schön müde.

Wie finde ich meinen Rhythmus wieder?

Diese Tipps helfen, damit Sie auch nach der Zeitumstellung schnell wieder gut schlafen können:

  • Versuchen Sie, zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett zu gehen, denn der Schlaf vor Mitternacht bleibt auch während der Sommerzeit der beste.
  • Essen Sie abends bewusst nichts Fettes oder Scharfes.
  • Machen Sie vor dem Schlafengehen eine To do-Liste für den nächsten Tag, damit Sie nicht wach bleiben, weil Sie grübeln.
  • Ganz wichtig: Dunkeln Sie Ihr Schlafzimmer ab. Je heller der Raum, desto leichter der Schlaf!