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Änderungen 2014 Für Familien bleiben viele Fragen offen

Mit dem neuen Jahr kommen auf Familien einige Änderungen zu. Die große Unbekannte dabei: Welche Pläne wird die erst Ende 2013 gebildete große Koalition tatsächlich umsetzen? Die Neuerungen, auf die sich Familien schon jetzt einstellen können, haben wir hier zusammengestellt.
Änderungen 2014: Für Familien bleiben viele Fragen offen
© brozova

Bekommen Kinder 2014 wieder mehr Unterhalt?

Maßgeblich für den Unterhalt von Kindern ist die so genannte Düsseldorfer Tabelle. Die in ihr festgeschriebenen Unterhaltssätze wurden allerdings 2010 zuletzt angehoben. Im letzten Jahr stieg dagegen der Selbstbehalt der Unterhaltspflichten (also meist der Väter) mit Kindern unter 21 Jahren auf 1.000 Euro (bei Nicht-Erwerbstätigen auf 800 Euro, Erwerbstätige mit volljährigen Kindern, die bereits in einer eigenen Wohnung leben, auf mindestens 1.200 Euro).

Ob die Unterhaltssätze oder der Selbstbehalt im Laufe des Jahres 2014 noch aktualisiert werden, steht bislang nicht fest. Denn etwaige Änderungen hängen eng mit der Politik der Bundesregierung in zusammen - und da es bis Ende 2013 faktisch noch keine neue Regierung gab, die sich mit dieser Thematik beschäftigt hat, geht der zuständige Senat am Oberlandesgericht Düsseldorf davon aus, dass die Düsseldorfer Tabelle frühestens zum 1. Juli 2014 aktualisiert wird.

Das ändert sich 2014 bei den Steuern

Der steuerliche Grundfreibetrag für Ledige steigt 2014 leicht von bislang 8.130 Euro auf 8.354 Euro, bei Zusammenveranlagung von Ehepartnern liegt er künftig bei 16.708 Euro. Der Eingangssteuersatz bleibt jedoch unverändert bei 14 Prozent.

Eigentlich müsste zugleich auch der Kinderfreibetrag erhöht werden - von derzeit jährlich 4.368 Euro auf 4.400 Euro. Das sah schon der vor über einem Jahr verabschiedete Existenzminimumbericht vor - trotzdem hat der Gesetzgeber die Änderung bislang noch nicht vorgenommen. Nimmt er das 2014 endlich in Angriff, dürfte auch das Kindergeld steigen - was die CDU übrigens in ihrem Wahlprogramm versprochen hatte.

Doppelte Haushaltsführung: Ab 2014 nicht mehr so leicht absetzbar

Paare und Familien, die beispielsweise aus beruflichen Gründen eine Fernbeziehung führen, müssen aufpassen: Ab 2014 sind Kosten für die Zweitwohnung im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung innerhalb Deutschlands nur noch bis höchstens 1.000 Euro monatlich absetzbar. Künftig spielt es dabei keine Rolle mehr, wie hoch die ortsübliche Durchschnittsmiete ist.

Und: Damit die doppelte Haushaltsführung steuerlich anerkannt wird, muss künftig neben dem Besitz oder der Miete der Wohnung auch eine "angemessene finanzielle Beteiligung an den Kosten der Lebensführung" nachgewiesen werden. Sprich: Ein Zimmer oder eine Wohnung im Haus der Großeltern, das man unentgeltlich bewohnt, genügt dann nicht mehr.

Was passiert 2014 bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung?

Die Beitragsbemessungsgrenze für Renten- und Arbeitslosenversicherung steigt für Arbeitnehmer in den westlichen Bundesländern 2014 von 5.800 auf 5.959 Euro im Monat, in den östlichen auf 5.000 Euro. Bei der knappschaftlichen Rentenversicherung liegt die Bemessungsgrenze in den alten Bundesländern künftig bei 7.300 Euro im Monat, in den neuen steigt sie auf monatlich 6.150 Euro.

Krankenkasse: 2014 kommt die elektronische Gesundheitskarte

Auch wenn die meisten Eltern wahrscheinlich schon die neue Karte haben, hier noch einmal der Hinweis: Mit dem Jahreswechsel wird die bisherige Krankenversicherungskarte ungültig. Sie macht Platz für die elektronische Gesundheitskarte mit einheitlichem Logo, Chip und Foto, auf der Name, Geburtsdatum, Adresse und Krankenversicherungsnummer gespeichert sind. Langfristig sollen auch die Krankendaten der Patienten auf ihr gespeichert werden.

Der Beitragssatz für die gesetzlichen Krankenkassen bleibt übrigens auch in 2014 bei 15,5 Prozent. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung wird jedoch von bislang 3.937,50 auf 4.050 Euro im Monat angehoben, die Versicherungspflichtgrenze von 52.200 auf 53.550 Euro im Jahr.

Strom wird 2014 noch teurer!

Die Stromkosten bleiben leider auch in 2014 ein Ärgernis - vor allem, weil es wieder die doch eigentlich begrüßenswerte Förderung erneuerbarer Energien ist, die aufgrund der gegebenen Konstellation die Preise in die Höhe treibt. So steigt die Umlage für die Kilowattstunde Strom in 2014 um 0,963 Cent auf 6,240 Cent. Für einen Haushalt mit einem Durchschnittsverbrach von 3.500 Kilowattstunden im Jahr ergibt sich daraus nach Berechnungen des "Handelsblatts" eine Mehrbelastung von monatlich 2,73 Euro.

Angesichts dieser Perspektive kann man sich über folgende Meldung freuen, die auch ängstliche Haustiere, lärmempfindliche Nachbarn und vielleicht so manchen Ehegatten erleichtern dürfte: Die Zeit von Staubsaugern, die zwar mit voller Power arbeiten, aber dabei einen Höllenlärm machen, ist vorbei! Denn vom 1. September 2014 an verbietet die EU stromfressende Staubsauger. Zu kaufen gibt wird es dann nur noch Geräte geben, die weniger als 1.600 Watt Leistung erbringen. Die Geräte müssen dann zudem mit einem Label versehen werden, das den Verbrauch anzeigt - ein grünes A wird für einen geringen Stromverbrauch stehen, ein rotes G für einen hohen.

Warmwasser- und Heizwärmezähler müssen ab 2014 geeicht sein

Gut für Mieter: Vom 1. Januar 2014 an sind Vermieter verpflichtet, geeichte Warmwasserzähler und Heizwärmemessgeräte verwenden. Alte Wasserzähler, die seit dem 1. Januar 1987 in Betrieb sind, und Heizkörper, die seit dem 1. Juli 1981 verwendet werden, müssen deshalb von ihm spätestens zum Jahreswechsel durch neue ersetzt werden. Versäumt der Vermieter dies, kann der Mieter die auf ihn anfallenden Kosten für Warmwasser und Heizung pauschal um 15 Prozent kürzen.

Gute und schlechte Nachrichten für Häuslebauer

Gute Nachrichten für Familien, die sich mithilfe des so genannten Wohn-Riesters den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen wollen: Bislang konnten sie ihr Guthaben nur zu Beginn der Auszahlungsphase ihres Riester-Vertrags dazu nutzen, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen. Vom 1. Januar 2014 an können sie dieses Guthaben zu jedem Zeitpunkt für das eigene Heim verwenden. Dabei können sie selbst entscheiden, ob sie das Kapital aus dem Riester-Vertrag vollständig entnehmen oder nur einen Teil aufbrauchen wollen. Der entnommene Betrag muss jedoch mindestens 3.000 Euro betragen. Im Gegenzug müssen auch mindestens 3.000 Euro im Sparvertrag verbleiben, damit der Vertrag weiterhin gilt und die staatliche Förderung eingestrichen werden kann.

Weniger schön für Häuslebauer: In einigen Bundesländern steigt ab 2014 die Grunderwerbssteuer. In Bremen und Niedersachsen erhöht sie sich von 4,5 auf fünf Prozent, in Berlin von fünf auf sechs Prozent und in Schleswig-Holstein sogar von fünf auf 6,5 Prozent.

2014 gibt's mehr Geld für Hartz IV-Empfänger

Für die meisten armen Familien dürfte es nicht mehr sein als ein Tropfen auf den heißen Stein: 2014 steigen die Hartz IV-Regelsätze. Ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger erhält vom 1. Januar an dann 391 Euro Grundsicherung im Monat - bislang waren es 382 Euro. Die Regelsätze für die im Haushalt lebenden Partner und Kinder steigen anteilig. Konkret bedeutet das: Für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren gibt es gerade mal sechs Euro mehr im Monat.

Die Post verlangt 2014 mehr Porto für Briefe und Pakete

Vom 1. Januar 2014 an verlangt die Deutsche Post für einen Standardbrief bis 20 Gramm 60 Cent als Porto - bisher waren es 58 Cent. Einschreiben kosten dann 2,15 Euro, Pakete mit einem Gewicht von mehr als zwei Kilo verteuern sich um neun Cent.

Sepa: 2014 bekommen wir neue eine Kontonummer

Viele Familien erhalten seit Wochen Post von Versicherungen oder ihrer Bank. Der Grund: Vom 1. Februar 2014 an werden die verschiedenen nationalen Zahlungssysteme im Euro-Raum durch das einheitliche Sepa-System ("Single Euro Payments Area") ersetzt. Das bedeutet, dass wir alle uns an neue Kontonummern gewöhnen müssen - und zwar solche, die mit ihren 22 Nummern nur für ausgewiesene Zahlenfüchse gut zu merken sein dürften.

Zunächst ist das allerdings vor allem für die Unternehmen ein Problem, die Lastschriften einziehen. Denn für die neuen Kontodaten IBAN gilt in Deutschland für Verbraucher eine Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016. In dieser Zeit nehmen Kreditinstitute inländische Überweisungen auch dann noch an, wenn der Kunde nicht die IBAN, sondern die Kontonummer und die Bankleitzahl angegeben hat.

Autofahrern drohen 2014 höhere Bußgelder

Zum 1. Mai 2014 wird das noch von der alten Bundesregierung beschlossene höhere Punktesystem eingeführt. Damit erhöht sich auch so manches Bußgeld: Das Benutzen des Handys während der Fahrt kostet dann 60 statt bisher 40 Euro, genau wie das rechtswidrige Überholen eines haltenden Schulbusses oder die Fahrt mit Sommerreifen bei Eis und Schnee.

Ab dem 1. Juli 2014 ist darüber hinaus jeder Autofahrer verpflichtet, in seinem Fahrzeug eine Warnweste aufzubewahren. Noch steht allerdings weder fest, wie hoch das Bußgeld bei einem Verstoß gegen die Warnwestenpflicht ausfallen soll - noch, ob für jeden Insassen eine eigene Warnweste vorhanden sein muss.

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