Familienpolitik
 
"Kinder sind keine preiswerten Erwachsenen"

Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen

Auch wenn viele Mütter heute berufstätig sind - von einer wirklichen Gleichberechtigung kann noch immer nicht die Rede sein. Denn: Fast immer verdienen die Männer mehr als die Frauen. Dafür bleibt an ihnen der Großteil der Mehrfachbelastung durch Job, Haushalt und Erziehung hängen. Zementiert wird diese Rollenverteilung innerhalb einer Partnerschaft dann oft durch das Ehegattensplitting. Deshalb fordert die Linke, das Ehegattensplitting schnellstmöglich abzuschaffen. Stattdessen plädiert sie für ein individualisiertes Steuerrecht. Also: Jeder zahlt für sich selbst Steuern. Damit soll das starre System - Männer arbeiten Vollzeit und Frauen Teilzeit oder in Jobs im Niedriglohnsektor - aufgebrochen werden. Doch Diana Golze, selbst verheiratet, stellt klar: "Allein durch die Besteuerung kann man keine Gleichberechtigung schaffen. Dazu braucht es eine gesellschaftliche Debatte."

Ein Bestandteil dieser Debatte sind bereits jetzt die mit dem Elterngeld eingeführten Vätermonate. Die Linke geht hier noch weiter und fordert ein Elterngeldkonto: Bei diesem Modell hätten Vater und Mutter jeweils einen eigenen, nicht übertragbaren Anspruch auf zwölf Monate Elterngeld. Also: 24 Monate Elterngeld (die Linke will die 67 Prozent des letzten Gehaltes als Höchstsatz festhalten, den Mindestsatz aber auf 450 Euro anheben) gäbe es nur, wenn beide Elternteile das Elterngeld beantragen. Dafür könnte das Elterngeld jedoch ab der Geburt des Kindes bis zum siebten Lebensjahr auch in Teilabschnitten in Anspruch genommen werden. So könnte die Mutter zum Beispiel nach der Geburt zu Hause bleiben und der Vater später bei der Eingewöhnung in den Kindergarten oder zum Schulbeginn. Auf diese Weise könnte das Elterngeldkonto auch für einen Wandel in den Köpfen der Arbeitgeber sorgen. Denn für sie würde es dann keine Rolle mehr spielen, ob sie einen Mann oder eine Frau einstellen - das Risiko, dass der oder die Angestellte wegen Erziehungszeiten eine Zeitlang pausiert, wäre bei beiden gleich hoch.