Famiilienpolitik
 
"Das Familiensplitting wäre eine Verschlimmbesserung"

Ehegattensplitting beibehalten?

Die generelle Reform des Steuerrechts ist eines der erklärten Ziele der FDP. Auch Lenke, selbst gelernte Steuerfachangestellte, ist überzeugt: "Steuerklassen passen überhaupt nicht mehr in diese Gesellschaft!" Die Liberalen plädieren stattdessen für ein dreistufiges System: Bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis zu 20.000 Euro würde dabei ein Steuersatz von 10 Prozent, gelten, bei einem Einkommen bis zu 50.000 Euro wären es 25 und ab 50.000 Euro dann 35 Prozent. Jeder Bürger - auch die Kinder - würde zudem einen Grundfreibetrag von 8.000 Euro erhalten. Eine vierköpfige Familie etwa bliebe bei diesem Modell bis zu einem Einkommen von 40.700 Euro steuerfrei.

Ganz so radikal wird aber auch die FDP selbst im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Wahl 2009 das deutsche Steuersystem nicht umkrempeln. Schließlich sei beispielsweise das Ehegattensplitting verfassungsrechtlich geschützt. "Ich persönlich plädiere jedoch für eine Individualbesteuerung - auch wenn ich damit nicht auf der Linie meiner Partei bin", sagt Ina Lenke. Denn das Ehegattensplitting wirke sich nicht nur negativ für Familien mit Kindern aus, sondern auch auf die Erwerbstätigkeit von Frauen. Auch beim Elterngeld bringe die berüchtigte Steuerklasse V Nachteile für die Frauen mit sich: "Bei einer Verkäuferin mit einem Bruttogehalt von 2.000 Euro bringt Steuerklasse V beim Elterngeld ein Minus von 350 Euro mit sich", rechnet die Expertin vor. "Das ist ganz schön viel Geld." Dabei könnte hier schnell Abhilfe geschaffen werden: So gibt es in der FDP Überlegungen, zur Berechnung des Elterngeldes nicht mehr das Netto-, sondern das Bruttogehalt heranzuziehen.

Doch auch das immer wieder ins Spiel gebrachte Familiensplitting kommt bei der FDP-Politikerin nicht gut weg: "Das ist höchstens eine Verschlimmbesserung des bisherigen Splittings."