Famiilienpolitik
 
"Das Familiensplitting wäre eine Verschlimmbesserung"

Wahlfreiheit der Lebensmodelle

Man mag von den familienpolitischen Zielen der FDP bislang wenig gelesen haben - im Redaktionsgespräch skizziert Ina Lenke eine Vision: "Frauen wollen heute eine echte Wahlfreiheit haben, wie ihr Lebensmodell aussehen soll." Dazu müssten jedoch die entsprechenden Strukturen geschaffen werden. Es könne nicht sein, dass ein noch dem traditionellen Familienbild verhaftetes Steuersystem oder ein Mangel an Betreuungsplätzen Müttern die Berufstätigkeit erschwerten. Andererseits müsste eine Frau sich auch frei entscheiden können, zu Hause bei ihren Kindern zu bleiben - allerdings in dem Bewusstsein, dass die Familie dann einen Verdienstausfall hinnehme, den der Staat nicht kompensieren könne. So viel also von der FDP zum Thema "Betreuungsgeld".

Bislang könnten die meisten Eltern von einer solchen Wahlfreiheit nur träumen - auch, weil die Politik nicht ganzheitlich agiere. So werde zwar mit dem Ehegattensplitting weiterhin die Hausfrauen-Ehe unterstützt, das neue Unterhaltsrecht jedoch bringe für nicht berufstätige Frauen gravierende Nachteile mit sich.

Hart ins Gericht geht die Liberale auch mit der Neigung vieler Familienpolitiker, voller Bewunderung in europäische Nachbarländer wie Frankreich oder Skandinavien zu gucken. "Die sollten mal hinfahren", findet Ina Lenke, deren Sohn in Schweden arbeitet. "Dort verlässt tatsächlich schon mal ein Manager eine wichtige Sitzung, weil er seinem Sohn versprochen hat, ihn von der Schule abzuholen. Aber eine wirkliche Wahlfreiheit haben Familien dort auch nicht. Die Frauen müssen vielmehr Vollzeit arbeiten, weil das Leben dort so teuer ist."