Kristina Schröder
 
"Ich möchte keiner Familie vorschreiben, wie sie leben soll!"

Viele Diskussionen führen wir seit Jahren, die Geburtenzahlen gehen dennoch nach unten. Haben Sie eine Erklärung, warum in Frankreich deutlich mehr Kinder geboren werden als bei uns?
Vielleicht haben wir in Deutschland zu sehr die Probleme betont. Eine Freundin, die jetzt Mutter ist, sagte zu mir: "Ich hatte richtig Angst davor, wie ich in einem Leben mit Kind alles unter einen Hut bringen sollte. Aber es findet sich immer eine Lösung, selbst wenn man sie am Tag vorher noch nicht kennt." Und Renate Schmidt meinte einmal sinngemäß: "Wenn ich vor meinem ersten Kind alles hätte haben wollen, was junge Eltern sich heute wünschen - Kinderbetreuung geregelt, Arbeitsplatz sicher, Wohnung gekauft - wäre es nie geboren worden". Und dennoch sage ich: Es ist höchste Zeit, dass wir über die Schwierigkeiten von Familien im Jahr 2010 reden.

Eltern machen sich ja auch nicht zu Unrecht Gedanken. Die Anforderungen an sie sind gestiegen, die Auswirkungen zeigt eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung mit dem treffenden Titel 'Eltern unter Druck'. Darin wird deutlich, dass besonders Mütter aus der Mittelschicht oft nah am Burnout sind.
Weil sie an allen Fronten kämpfen müssen! Sie kümmern sich um den Haushalt, gehen einkaufen, arbeiten Teilzeit, weil ein Gehalt heute oft nicht mehr für eine größere Familie reicht. Und ganz nebenbei unterstützen sie die Kinder auch noch in der Schule. Das ist ein Mammutprogramm, das sehr viel Kraft erfordert.