Familienpolitik
 
"Vätermonate sind besser als ein Managerlehrgang"

Für Familienministerin Manuela Schwesig ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders wichtig. Sie hat einen schulpflichtigen Sohn und teilt sich die Aufgaben mit ihrem Mann. Eltern sprach mit ihr über ihre privaten Erfahrungen und ihre familienpolitischen Ziele.

Foto:Oliver Wolff
Foto:Oliver Wolff

Nehmen wir an, Ihr Sohn würde Sie fragen, was eine Familie ist. Was antworten Sie?
Dass Familie die Menschen sind, die man liebt und denen man vertraut - und dass Familien heute bunt sind. Es können Paare wie mein Mann und ich mit einem Kind sein, Alleinerziehende, Patchwork- und Regenbogenfamilien oder auch Paare ohne Kinder. Mein Sohn erlebt bei seinen Freunden, dass es ganz unterschiedliche Familienformen gibt. Er spürt, dass es in der Familie darauf ankommt, füreinander da zu sein und gemeinsame Werte zu leben. Dazu gehören in erster Linie Liebe, Vertrauen, Respekt und Zeit füreinander. Wir machen uns oft Sorgen, ob die Kita gut genug ist oder ob man die richtige Schule ausgesucht hat, aber am Ende ist doch das Wichtigste, dass Kinder jederzeit ihren Eltern vertrauen können.

Ich schwöre, ich würde diese Frage auch einem männlichen Familienminister stellen: Wie viel Zeit verbringen Sie tatsächlich mit Ihrer Familie?
Es ist sympathisch, dass Sie das sagen. Denn ich habe beobachtet, dass Männern diese Frage eben oft nicht gestellt wird! Mein Mann und ich leben in dem gleichen Spagat wie viele andere Familien auch. Man möchte seinen Job gut machen und Zeit für seine Familie haben. Die Balance zu halten ist nicht immer leicht. Aber es gelingt uns ganz gut, weil wir uns die Erziehungs- und die Hausarbeit partnerschaftlich teilen.

Ihr Mann hilft mit?
Mein Mann arbeitet sogar verkürzt und einen Tag von zu Hause. Soweit das möglich ist, versuche ich auch, einen Tag in der Woche Homeoffice zu machen. Es gibt außerdem feste Freiräume. Meist hole ich mittwochs meinen Sohn von der Schule ab, und der Nachmittag und der Abend gehören uns. Die Sonntage versuche ich frei von Politik zu halten, ebenso die Urlaube.

Ihr Sohn besucht eine Ganztagsschule?
Erst war er in einer Ganztagskita, jetzt geht er in eine Grundschule mit angeschlossenem Hort. Sonst würden mein Mann und ich das nicht hinkriegen. Außerdem weiß ich, wie wichtig es unserem Sohn ist, unter seinen Freunden zu sein. Er macht Sport, geht zum Schach, kocht. Das könnten wir schon auch, aber das macht nicht halb so viel Spaß wie mit Kindern.

Welche Familienrituale sind Ihnen wichtig?
Das gemeinsame Frühstück. Umso mehr freuen wir uns auf den Sonntag, wo man ausschlafen und im Bett noch kuscheln darf und gemütlich frühstückt.

Das sagt die Familienministerin:

zum veränderten Familienbild
zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf
zu den Plänen für ElterngeldPlus
zu familienfreundlichen Arbeitszeitmodellen
zu Altersarmut und Lohnunterschieden
zur veränderten Arbeitswelt



Was halten Sie von den Plänen der Familienministerin? Kommentieren Sie den Artikel und teilen Sie uns Ihre Meinung mit.

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