Familienpolitik
 
Parteien streiten über Hilfen für Kinder

Während das SPD-Präsidium am Montag einen "Aktionsplan für gleiche Lebenschancen" beschloss, konterte die Union mit einer möglichen Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibeträgen. Hier erfahren Sie mehr zu den Plänen der Parteien.

SPD: Zehn "Handlungsansätze" gegen Kinderarmut

Familienpolitik: Parteien streiten über Hilfen für Kinder

Mit einem zehn Punkte umfassenden Maßnahmenpaket will die SPD die Kinderarmut in Deutschland bekämpfen. Kern der Forderungen ist der von der SPD im Gegensatz zur CDU als ungerecht empfundene Familienleistungsausgleich. Dieser entspreche nicht dem Anspruch "Jedes Kind muss dem Staat gleich viel wert sein." Vielmehr bevorteile der derzeitige Ausgleich reichere Familien. Denn der Kinderfreibetrag von derzeit 5.808 Euro pro Kind wird wirksam, wenn sich dies bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens als günstiger für den Steuerpflichtigen erweist als das Kindergeld. Das in der Regel bereits bezogene Kindergeld wird dann vom Finanzamt verrechnet. Dies gilt größtenteils für Ehepaare mit einem Kind und einem Einkommen von mehr als 62.800 Euro.

Insgesamt hat die SPD zehn "Handlungsansätze" erarbeitet, mit denen sie die Lebenssituation von Kindern verbessern will. In unserer Bilderstrecke haben wir diese für Sie zusammgengestellt und mit weiteren Informationen versehen:

Der "Aktionsplan gegen Kinderarmut" der SPD

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Union: Familien stärker entlasten

Parallel zu dem Beschluss der SPD verkündete die Union auf ihrem Strategietreffen im bayerischen Erding am Montag das gemeinsame Ziel von CDU und CSU, Familien künftig stärker zu entlasten. Dazu sollen Kindergeld und Kinderfreibetrag ab dem 01.01. 2009 erhöht werden. Wie stark die Erhöhung ausfällt, hänge jedoch vom im Herbst dieses Jahres erwarteten neuen Existenzminimum ab. Allerdings betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass dieser Posten im Haushalt noch für Probleme sorgen werde. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil lehnte die Pläne der Unionsparteien prompt als "nicht weitgehend genug" ab.