Meer, See & Freibad
 
Tipps fürs sichere Planschen

Stundenlang im Nass planschen - das lieben auch schon die Kleinsten. Sicherheit und Gesundheit sollten beim Wasserspaß aber nicht fehlen. Tipps für einen gelungenen Badetag.

Wie lange darf mein Kind planschen?

Meer, See & Freibad: Tipps fürs sichere Planschen

Selbst wenn sie am ganzen Körper vor Kälte zittern - freiwillig kommen kleine Wasserratten nicht aus Plansch- oder Schwimmbecken, See oder Meer. Folgende Faustregel hat sich dabei bewährt: Spätestens alle halbe Stunde ist Aufwärmen angesagt. Raus aus der nassen Badehose, den trockenen Bademantel anziehen, die Haare frottieren und eventuell eine Kleinigkeit essen. Hat das Zähneklappern aufgehört und fühlt sich die Kinderhaut wieder warm an, steht neuen Badefreuden nichts im Weg.

Nach dem Essen sollte man nicht Schwimmen gehen - warum eigentlich?

Der Apfel zwischendurch ist nicht das Problem. Aber nach einem üppigen Essen braucht der Körper ziemlich viel Energie für die Verdauung. Die Körpertemperatur steigt etwas, der Blutdruck sinkt, man fühlt sich müde und schlapp. Dann ins kalte Wasser zu springen, kann den Kreislauf ganz schön belasten. Durch den plötzlichen Kältereiz schüttet der Körper Adrenalin aus, der Blutdruck steigt plötzlich und das Herz schlägt heftig an. Im schlimmsten Fall kann ein Schwimmer durch diesen Kreislaufschock ohnmächtig werden. Deshalb lieber erst eineinhalb bis zwei Stunden nach einer Mahlzeit wieder ins Wasser gehen.

Urlaub an der Atlantikküste. Ist das Wasser zu kalt für die fünf Monate alte Tochter?

Babys sollen nur bei Körpertemperatur, also in circa 35 Grad warmen Wasser baden, damit sie nicht zu viel Körperwärme verlieren. Ein bisschen planschen im Meer ist aber trotzdem erlaubt: Die Wellen spülen ja oft viel Wasser auf den Strand und lassen knöcheltiefe Pfützen im Sand zurück. Durch die Sonne heizt sich das Wasser darin schnell auf und ist warm genug fürs Planschvergnügen. Wenn die Luft zudem warm ist und kein Wind geht, kann Ihr Baby ruhig eine Viertelstunde im Wasser bleiben.

Kann Wasserspielzeug beim Schwimmen gefährlich werden?

Ja, denn ob aufblasbares Wassertier, Gummireifen oder Matratze - die so genannten Auftriebskörper bergen Gefahren. Kinder können beim Spiel damit leicht wegtreiben oder ins tiefe Wasser gelangen. Besonders Luftmatratzen verleiten dazu, sich treiben zu lassen. Bei ablandigem Wind ist es dann sehr schwer, wieder zurück zu paddeln. Deswegen sollten Eltern unbedingt in der Nähe ihrer Kinder bleiben - und das gilt auch für das Baden ohne Wasserspielzeug!

Eine Schwimmweste oder Schwimmflügel schaden aber nicht, oder?

Auch hier gilt: Kinder dürfen damit nur unter Aufsicht ihrer Eltern ins Wasser, denn Schwimmhilfen bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken. Grundsätzlich empfehlen Experten, dass Kinder möglichst früh den natürlichen Auftrieb ihres Körpers im Wasser spüren sollen - ohne jedes künstliche Luftpolster. Deshalb wird in Schwimmkursen oft ohne Hilfsmittel gearbeitet; wenn überhaupt, werden Nudeln oder Bretter verwendet. Wenn Eltern ihren Kindern ein paar Grundzüge beibringen wollen, greifen sie am besten zu Schwimmkissen, -flügeln, -scheiben oder gepolsterten Badeanzügen. Denn die behindern weniger als Hüftgürtel oder Schwimmreifen.

Wie häufig muss man das Wasser im Planschbecken austauschen?

Bauchkrämpfe und Erbrechen nach dem Spaß im Planschbecken? Leider können diese Beschwerden ebenso wie Pilzinfektionen oder Warzen auftreten. Schuld daran sind Keime im Wasser, die sich auch bei sehr guter Körperhygiene nicht ganz vermeiden lassen. Besonders schnell können sich die Bakterien aber vermehren, wenn das Wasser tagelang bei Temperaturen über 25 Grad steht. Spätenstens nach drei Tagen, empfehlen Experten, sollten Eltern das Wasser deswegen wechseln. Besser ist aber natürlich der tägliche Austausch.

Sollten Kinder lieber mit oder ohne Höschen baden?

Mini-Bikinis und winzige Badhöschen sind zwar niedlich, aber überflüssig und sogar ungesund. Denn die nasse Badekleidung entzieht dem Körper Wärme, lässt vor allem den Unterleib auskühlen und fördert auf diese Weise Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen. Denn in einem unterkühlten Körper können sich Bakterien leichter ausbreiten. Anfällig dafür sind vor allem Mädchen, durch deren relativ kurze Harnröhre Krankheitserreger besonders leicht zu Blase und Nieren aufsteigen. Klammert sich Ihre kleine Badenixe hartnäckig an den Bade-Zweitteiler oder wollen Sie Ihr Kind lieber nicht nackt herumlaufen lassen? Dann packen Sie am besten mehrere Bikinihöschen in die Badetasche und ziehen Sie Ihr Kind konsequent nach dem Planschen um.

Auch ohne Chlorzusatz bekommen Kinder im Planschbecken manchmal kleine rote Flecken auf der Haut. Was hilft dagegen?

Wasser greift die Haut an: Es löst Fette, die zwischen den einzelnen Zellen kleben und gemeinsam mit ihnen einen Schutzmantel bilden. Rote, schuppige Stellen können entstehen, wenn die Haut vom Wasser ausgelaugt und trocken ist. Zwei Dinge helfen: Cremen Sie Ihr Kind sorgfältig vor und nach dem Planschen ein. (Bitte keine Öl verwenden, sonst wird die Haut glitschig und die Gefahr, dass Ihr Kind ausrutscht, steigt.) Zusätzlich hilft Kleie: Einfach ein fertiges Kleiebad aus der Apotheke ins Planschbecken geben. Oder Sie kaufen Kleie, nähen sie in ein Leinensäckchen ein, das ins Becken legen. Kleie ist ein hervorragender Hautschutz. Und: Mit dem Kleiewasser können Sie unbesorgt den Garten gießen.

DLRG-Baderegeln für Kinder

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) hat für Kinder 14 Regeln für das sichere Baden aufgestellt und betont: "Vor allem jüngere Kinder müssen häufiger an die wichtigsten Verhaltensregeln erinnert werden."

  • "Kühle dich ab, bevor du ins Wasser gehst."
  • "Verlasse das Wasser sofort, wenn du frierst."
  • "Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohlfühlst."
  • "Gehe nur bis zum Bauch ins Wasser, wenn du nicht schwimmen kannst."
  • "Springe nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist."
  • "Überschätze deine Kraft und dein Können nicht."
  • "Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich ins Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen."
  • "Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere bieten dir keine Sicherheit."
  • "Bade nicht, wo Schiffe und Boote fahren."
  • "Tauche andere nicht unter."
  • "Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort."
  • "Gefährde niemanden durch deinen Sprung ins Wasser."
  • "Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, Abfälle wirf in den Mülleimer."
  • "Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen baden."
Hier können Sie sich die Regeln der DLRG mit lustigen Bildern als PDF herunterladen.

Worauf sollte man beim Baden in natürlichen Gewässern achten?

Generell gilt: Nur an bewachten Badestellen schwimmen gehen und die Warnhinweise beachten. Selbst geübte Schwimmer sollten sich nicht überschätzen und auf ihre jeweilige Tagesform achten. Gehen Sie am besten nie allein schwimmen.

Meer: Schwimmen Sie nicht zu weit vom Ufer weg. Sie müssen die Strecke schließlich auch wieder zurücklegen, dann eventuell mit ablandigen Wind. Achten Sie auf Gezeiten und nicht erkennbare Strömungen.

Badeseen: Achtung vor Unterkühlung und Krämpfen: Auch nach mehreren warmen Tagen ist meistens nur die Wasseroberfläche der Seen angenehm warm. Tiefe Gewässer wie Baggerseen sind zurzeit immer noch zu kalt.
Vor dem Sprung ins Wasser sollten sie sich unbedingt vergewissern, dass das Wasser an dieser Stelle tief genug ist. Am besten nach ausgewiesenen Sprungbereichen Ausschau halten.
Über Sicherheit und Wasserqualität der Gewässer gibt es Informationen bei den zuständigen Stellen der Bundesländer. Mit unserer interaktiven Badesee-Karte können Sie sich hier schnell informieren.

Flüsse: Beim Baden in Flüssen ist besondere Vorsicht geboten. Denn Strömungen und Sogwirkungen sind schlecht einzuschätzen und sehr gefährlich; Brückenpfeiler und Fahrrinnen bergen zusätzliche Risiken.