Unfallgefahr
 
Welche Spielplätze sind wirklich sicher?

Damit das fröhliche Toben auf dem Spielplatz kein böses Ende nimmt, sollten Eltern Anlage und Geräte zunächst unter die Lupe nehmen. Worauf Sie achten müssen, erfahren Sie hier. Und wenn Sie einen schönen Platz wissen, können Sie ihn hier empfehlen.

Welche Gefahren lauern auf dem Spielplatz?

Unfallgefahr: Welche Spielplätze sind wirklich sicher?

Im Frühling und Smmer stehen sie bei den Kleinen wieder hoch im Kurs: Kinderspielplätze. Auch für die Eltern ist der Besuch einer solchen Spielstätte immer wieder ein schönes Erlebnis: Während ihre Lieblinge sich austoben und mit anderen Kindern spielen, haben sie Gelegenheit zu einem kleinen Schwätzchen mit anderen Müttern und Vätern.

Doch leider ist längst nicht jeder Spielplatz ein Ort, an dem man sich gerne mit seinen Kindern aufhält. Marode Geräte, Hinterlassenschaften von Haustieren im Sandkasten, Überbleibsel von jugendlichen Partys oder gar giftige Zierpflanzen - viele Eltern können ein Lied davon singen.

Damit solche unschönen Erlebnisse Ihrer Familie den Spielplatzbesuch nicht verleiden, hat ELTERN zusammen mit dem Produktservice des TÜV-Süd eine Checkliste zusammengestellt, worauf man achten sollten:

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Checkliste: Machen Sie den Spielplatz-Test!

  • Gesamteindruck: Ist die Einzäunung intakt? Schließen alle Türen - möglichst selbsttätig? Ist der Platz gereinigt, sind alle Abfallkörbe entleert? Liegen Flaschen, Scherben, Dosen oder andere Abfälle herum? Ist der Sand mit Hundekot verschmutzt?
  • Wege: Sind die Wege in ordentlichem Zustand? Stehen Gehwegplatten als Stolperfallen hoch? Gibt es Schlaglöcher?
  • Schaukeln, Wippen: Offene Haken als Schaukelaufhängung sind verboten. Kann das Seil durchscheuern? Ist die Aufhängung sicher? Gut sind stahlverstärkte Seile oder Ketten (Glieder kleiner als 8,6 Millimeter). Ist vor und hinter der Schaukel genügend Platz (Kettenlänge plus zwei Meter)? Bei Wippen: Können sich die Kinder ihre Finger einquetschen oder herunterfallen?
  • Sandkasten: Ist der Sand verdreckt, zum Beispiel mit Hundekot, Zigarettenkippen oder Glasscherben? (Heute wird der Sand nicht mehr so oft ausgewechselt, weil dadurch die Keimbelastung nicht abnimmt. Regelmäßiges Sieben reicht.)
  • Metallgeräte: Gibt es scharfe Kanten, absplitternde Farbe, Rost oder Bruchstellen? Kann das Kind mit der Kleidung hängen bleiben? Sind vor der Rutsche mindestens zwei Meter Platz?
  • Fallschutz: Der Untergrund unter Spielgeräten muss weich sein (zum Beispiel dicke Gummiplatten, 30 bis 40 Zentimeter Rindenmulch, 20 bis 40 Zentimeter Sand). Beton- und Steinplatten sind verboten. Auch die Betonsockel der Pfosten dürfen nicht aus dem Boden ragen.
  • Zweckentfremdung: Gibt es Vandalismusschäden? Ist der Platz tagsüber oder abends Treff von Jugendlichen oder Junkies? Liegen vielleicht sogar Spritzen herum?
  • Holzgeräte: Sind Balken morsch (auch Oberseiten und Pfostenenden prüfen)? Sind die Verbindungen alle fest, stehen Nägel und Schrauben vor? Gibt es splitternde Oberflächen?

Spielplatz mit Trampolin: Experten warnen vor Unfallgefahren

Das Trampolin erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit bei Eltern und Kindern. Seit es die Spiel- bzw. Fitnessgeräte auch beim Discounter in XXL-Größe zu kaufen gibt, sind sie aus den Vorstadtgärten der Reihenhaussiedlungen nicht mehr wegzudenken. Für Kinder unter fünf oder sechs Jahren ist diese Aktivität allerdings noch nicht geeignet.

Wenn Sie ein Trampolin in ihrem Garten oder im Haus aufstellen, sollten Sie auch darauf achten, dass sich im Umfeld des Trampolins nichts Scharfkantiges oder Hartes befindet – auch keine Bäume und Zäune. Mehrere Kinder gleichzeitig dürfen das Trampolin auf keinen Fall benutzen, da sonst die Gefahr besteht, dass eines der Kinder hinausgeschleudert wird.

Laut einer norwegischen Studie (Quelle: kinderaerzte-im-netz.de) ereignen sich etwa 77 Prozent der Verletzungen durch Sturz auf das Tuch oder die Begrenzungsstangen. 72 Prozent der Verletzungen passieren, wenn sich mehr als zwei Springer auf dem Trampolin befinden. 79 Prozent der Kinder erleiden Blessuren an den Armen und Beinen - von Dehnungs- und Bänderverletzungen bis hin zu Knochenbrüchen. Aber auch Verletzungen im Halsbereich (8 Prozent) und Kopf sowie in seltenen Fällen an der Wirbelsäule treten auf. 13 Prozent der auf dem Trampolin verunglückten Kinder müssen im Krankenhaus behandelt werden.

Wenn Sie sehen, dass ihr Kind beim Springen mit den Armen zu rudern beginnt, ist dies ein Zeichen dafür, dass es die Bewegungen nicht mehr kontrollieren kann. Dann sollten Sie es sofort auffordern, etwas behutsamer zu sein.

Die Experten des Deutschen Grünen Kreuzes (DGK) weisen zudem auf erhöhte Unfallrisiken durch das Tragen von Fahrradhelmen auf Spielplätzen hin. Wenn Kinder an den Spielgeräten toben oder klettern bestehe die Gefahr, dass die Haltegurte der Helme an engen Fangstellen oder Seilknoten hängen bleiben. An engen Einstiegsstellen, etwa an Kletter- oder Rutschgeräten könnten die Kinder mit dem Helm so heftig anstoßen, dass schwere Genickverletzungen die Folge wären. Deshalb fordert das Forum Unfallprävention im DGK die Spielplatzbetreiber auf, auf ihren Anlagen kindgerechte Warnhinweise anzubringen. Diese Piktogramme sollten Eltern und Kinder auffordern, den Fahrradhelm abzunehmen, bevor sie die Geräte benutzen.

Empfehlen Sie Ihren Lieblings-Spielplatz weiter!

Sicher gibt es bei Ihnen in der Nähe auch den einen oder anderen Spielplatz, den Sie und Ihr Kind gerne besuchen - mit aufregenden Geräten, auf denen Ihr Schatz die tollsten Abenteuer erlebt, und einem Ambiente, das einfach zum Verweilen einlädt? Warum empfehlen Sie ihn dann nicht einfach anderen Eltern? Posten Sie Ihren Favoriten einfach als Kommentar unter diesen Artikel!