Wandern
 
Ab in die Berge!

Wandern = Langeweile? Nein, Kindern kann man Wanderungen und Bergtouren schmackhaft machen. Indem man den Ausflug "Expedition" nennt - und indem man Routen aussucht, die besonders familienfreundlich sind.

Touren auswählen und planen

Wandern : Ab in die Berge!
Philippe Devanne - Fotolia.com

Wählen Sie sich ein Motto für Ihre Tour
Mit einem Motto machen Sie aus einem "langweiligen" Wanderurlaub eine spannende Expedition. Wandern Sie zum Beispiel "Auf den Spuren der Jagdvögel" oder nennen Sie Ihre Tour "Gletscher im Visier". Kleinere Kinder lockt auch immer noch die Suche nach "Heidi" in die Berge!

Informieren Sie sich über Ihre geplante Strecke und teilen Sie sich die Strecken gut ein:
Bewaffnet mit Karten und Kompass sind Sie dann vor Überraschungen gefeit. Suchen Sie sich am besten schon vorher die Plätze aus, an denen Sie Rast machen wollen. Dabei darauf achten, dass Ihre Kinder dort sicher spielen können. Und: Wählen Sie keine zu großen Etappen, Kinder wollen vor allem schauen und spielen (Staudamm bauen, Steine sammeln usw.). Kleine Wege und Steige sind deutlich spannender als breite Forstwege. Wenn möglich planen Sie eine Rundtour.

Halten Sie ein paar Spielideen bereit:
Einige Ideen für Spiele an der frischen Luft finden Sie hier. Zum Thema Wandern mit Kindern bietet der Deutsche Alpenverein (DAV) kostenlos eine ausführliche Broschüre mit ganz vielen Ideen an. Hier können Sie sich die Broschüre runterladen.

Passen Sie die Länge der Tour dem Alter Ihrer Kindern an:
Je nach Trainingszustand schaffen Kinder folgende Strecken:

  • ab einem Jahr: Wenn Ihr Kind stabil sitzen kann, also etwa mit einem Jahr, können Sie es in Tragetüchern und der Kraxe mit auf die Wanderung nehmen. Diese Touren sollten aber nicht länger als zwei bis drei Stunden dauern und immer wieder durch Pausen unterbrochen werden. Kinder, die getragen werden, sind besonders vor Überhitzung und Auskühlung gefährdet. Ausreichend warme Kleidung bzw. Schutz vor Sonneneinstrahlung einpacken!


  • Vier- bis Sechsjährige: eine Stunde pro Tag und zwei bis drei Kilometer. Rucksäcke für Vorschüler sollten nicht schwerer als ein Kilo sein. Übermäßige Animation ist in diesem Alter noch nicht erforderlich, Vier- bis Sechsjährige wollen sich ihre Umgebung selbst erobern, stellen pausenlos Fragen und sind fasziniert, wenn Mama auf Grashalmen bläst und sie das mit dicken Backen anschließend auch schaffen. Immer eine Attraktion: Lupengläser mitnehmen, darin Käfer fangen und per Lupe ganz genau zu betrachten. Hinterher natürlich wieder freilassen.


  • zwischen sieben und elf Jahren: zwei bis drei Stunden/fünf bis zehn Kilometer. Dennoch: gerade in diesem Alter sollten Sie daran denken, dass Kinder ein Vielfaches der Strecke laufen: Sie rennen vor und zu den Eltern wieder zurück, seitwärts in den Wald und wieder zurück. Und treten deshalb meist gegen Ende der Tour erschöpft in den "Bummelstreik". Oft hilft es schon, befreundete Kinder mitzunehmen, dann halten sie und die eigenen sich gegenseitig bei Laune. Der Rucksack darf drei bis fünf Kilo wiegen.


  • ab elf Jahren: bis zu fünf Stunden/rund 20 Kilometer. Das schwierigste Wanderalter. Problemlos schaffen Teenager zwar 20 Kilometer, halten locker fünf Stunden durch und schleppen dabei fünf bis sieben Kilo. Aber nur, wenn sie einfach gerne wandern, oder - bei weniger Begeisterung - wenn Wandertouren eingebettet sind in Abenteuer- Urlaub oder Abenteuer-Wochenenden mit Rafting oder Mountainbiking. Wer seine Kinder in diesem Alter dabeihaben möchte, sollte nach solchen Urlaubs- und Freizeitangeboten suchen, denn Mamas Überredungskünste oder Papas Animationsversuche sind für Teenies mega-uncool.


  • Die angegebenen Werte sind nur ungefähre Richtwerte. Wie lange ein Kind letztlich wandern mag und kann, hängt sehr von der jeweiligen Konstitution des Kindes ab.

    Gehzeiten bei kleinen Kindern
    Wenn in Tourenbüchern Gehzeiten angegeben sind, sind das meist die Gehzeiten für Erwachsene. Sind Sie mit Kleinkindern unterwegs, müssen Sie mindestens nochmals die Hälfte der angegebenen Zeit dazurechnen.

    Philippe Devanne - Fotolia.com

    Ausrüstung

  • Rucksack: Kinder, die selbst gehen, sollten durch das Tragen eines schweren Rucksacks nicht überlastet werden. Mehr als zehn Prozent des Körpergewichts sollte der Rucksack nicht wiegen - was nicht mehr hineinpasst, müssen Mama und Papa übernehmen.
    Bei älteren Kindern: Bestehen Sie beim Kauf darauf, dass Ihre Kinder den Rucksack mit Gewicht gefüllt zehn Minuten durch den Laden tragen, um zu sehen, ob er gut sitzt. Verzichten Sie auf allzu viele Riemen und Außentaschen, damit verheddern Kinder sich nur.
  • Kleidung: Auf keinen Fall sparsam packen. Mit müssen auch für Kinder unbedingt Regen-, Sonnen- und Kälteschutz. Auch an Ersatzwäsche und Reservesocken denken. Durchnässung führt leicht zur Unterkühlung. Wählen Sie am besten den Zwiebellook, also T-Shirt, Hemd und leichte Pullis plus regenfeste Jacke übereinander anziehen. Auf leicht trocknene Materialien achten und auf Socken ohne Nähte, damit sie nicht scheuern.
  • Schuhe Am besten wasserdichte Stiefel die dem Knöchel umschließen und eine harte und griffige Profilsohle haben. Im Bergsportgeschäft auf schiefer Rampe mindestens zehn Minuten ausprobieren.
  • Zubehör: Sonnenbrillen, Sonnencreme (Lichtschutzfaktor 10 oder höher), Desinfektionsspray für Wunden, Pflaster, WC-Papier, Taschenlampe, Fernglas, Trillerpfeife für Notfälle (alpines Notsignal: sechsmal pro Minute pfeifen, dann eine Minute Pause und erneut sechs Pfiffe). Ein etwa 20 Meter langes, etwa sechs bis acht Millimeter dünnes Bergseil sollte im Gepäck sein, sei es, um die Kinder an gefährlichen Stellen anzuseilen oder ein Kind zu retten.
  • Verpflegung: Zwei Liter stilles Wasser oder gesüßter Tee pro Person. Kinder haben bei körperlicher Belastung einen hohen Flüssigkeitsbedarf. Dazu: vor allem salzhaltige Lebensmittel wie Käse, Wurst, Cracker, Getreideriegel, Eier, aber auch Äpfel oder ein Stück Schokolade. Alles am besten in verschließbarer Plastikbox mitnehmen.
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    Wie wandert man mit Kindern richtig?

  • Bergauf geben die Kinder das Tempo an (Erwachsene gehen hinten).

  • Bergab sollte man sie bremsen (Erwachsene gehen vorn).

  • Kinder nur dann voraus laufen lassen, wenn man weiß, dass das Gelände sicher ist.

  • Bei Nebel müssen alle beieinander bleiben.

  • Teleskopstöcke brauchen gesunde Kinder nicht.

  • Kinderängste ernst nehmen! Vor allem Kleinkinder haben eine reiche Fantasie - und bei aufregenden Erfahrungen in der Natur, neuen und ungewohnten Herausforderungen und vielleicht auch Überanstrengung reagieren manche Kinder mit Ängsten. Das Kind dann an die Hand nehmen und ablenken.

  • Ab 2.500 Meter Übelkeit, Kopfschmerzen oder Unlust ernst nehmen. Es könnte sich um erste Anzeichen von Höhenkrankheit handeln.

  • Absturzgefährliches Gelände ebenso meiden wie steinschlaggefährdetes.

  • Rutschgefahr besteht nicht nur auf Eis und Schnee, sondern auch bei Nässe.

  • Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, sollten Sie nur bei gutem Wetter starten. Hier erhalten Sie eine Wetterprognose für den Alpenraum.
  • Nützliche Links

    www.alpenverein.de
    Homepage des Deutschen Alpenverein - nützliche Informationen auch für Nicht-Mitglieder. Hier können Sie sich Broschüren zum Thema Bergsteigen mit Kindern herunterladen.

    www.wanderbares-deutschland.de
    Seite des Verbands Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e.V. mit einer Vielzahl von aktuellen Tourentipps und allen Informationen zu Wanderwegen in Deutschland und den Europäischen Fernwanderwegen.

    www.dvv-wandern.de
    Homepage des DVV - Deutscher Volkssportverband e. V. mit einer Übersicht über aktuelle Wanderungen. Gut für Familien: Routen, die sich auch für Kinder anbieten oder mit Kinderwagen zu bewältigen sind, werden gekennzeichnet.

    www.wanderverband.de
    Seite des Deutschen Wandervereins - hier finden Sie auch Informationen zu Unterkünften.

    www.deutschland-tourismus.de
    Informationen zu Wanderwegen in ganz Deutschland.

    www.myswitzerland.com/wandern
    Offizielle Seite des Schweizer Tourismusverbandes - besonderer Service: Hier finden Sie eine Eingabemaske, mit der sie speziell nach Familienwanderrouten suchen können.

    www.austria.info/familienwandern
    Offizielle Seite des Nationalen Tourismusverbandes Österreich - auch hier finden Sie viele unterschiedliche Wanderziele für Familien.