Filmtipp
 
Der Sohn von Rambow

Zwei Jungen, die gegensätzlicher nicht sein können, entwickeln eine ganz eigene Freundschaft mit allen Höhen und Tiefen, die dann in einem gewaltigen, kitschigen Happy-End kulminiert. Ein Film, der zwar von Kindern handelt, aber nicht unbedingt kindgerecht ist, weil er streckenweise über das Maß hinausgeht, dass man Kindern im Kino zumuten sollte.

Starttermin: 21. August 2008
Darsteller: Bill Milner, Will Poulter, Jules Sitruk, Jessica Stevenson, Neil Dudgeon u. a. Buch und Regie: Garth Jennings
Genre: Abenteuerfilm, modernes Märchen
Filmlänge 95 Minuten
FSK: voraussichtlich ab 6 Jahre
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Darum geht's:

Der elfjährige Will wird von seiner Mutter in einem amerikanischen Provinzkaff strengen religiös erzogen - sogar Musik hören und fernsehen sind verboten. Wenn im Unterricht ein Film gezeigt wird, muss er solange vor der Tür sitzen. Dabei bemalt er jeden Quadratzentimeter seiner dicken Schulbibel mit Comicgeschichten und Daumenkinos. Als er mal wieder auf dem Gang sitzt, fliegt aus dem Klassenzimmer nebenan der größte Rabauke der Schule, Lee Carter, raus.

Lee beginnt sich für Wills Kritzeleien zu interessieren. Er sieht in den Skizzen eine Drehbuchvorlag für sein Vorhaben, bei einem nationalen Filmwettbewerb mit einem eigenen Video zu gewinnen; Will dagegen entdeckt die Macht der bewegten Bilder und der phantastischen Actiongeschichten. So verschieden die beiden Jungen sind, so haben sie doch eine große Gemeinsamkeit: Ihre Phantasie.

Auf diesem Boden wächst die Freundschaft der beiden heran. Anfänglich benutzt Lee Will nur für halsbrecherische Stunts, aber bald kehrt sich die Geschichte um, und mit Hilfe des gelangweilten französischen Austauschschülers Didier bekommt Will die Oberhand in dem Filmprojekt. Immer gewagtere Szenen führen schließlich fast zu einem GAU. Leider ist der Film etwas zu schwarz-weißmalerisch geraten und so kommt auch das Ende ausgesprochen kitschig daher.

Wer wird den Film lieben?

So ziemlich alle Kinder im Alter der Hauptfiguren - und besonders diejenigen, die sich auch so eine "Durch-dick-und-dünn-Freundschaft" wünschen. Ebenfalls auf ihre Kosten kommen alle, die Streiche la Huckleberry Finn mögen - nur moderner - und alle, die Phantasie haben und sie ausleben wollen. Aber auch Erwachsene, die Kinder mögen, werden den Film schätzen ...

Für wen ist er nicht geeignet?

Paradoxer Weise gerade für die Altersgruppe, für die er gedreht scheint: die Zehn- bis Zwölfjährigen. Denn harte Schnitte mit Rambo-Szenen erschrecken selbst Erwachsene und das Wechselbad der Gefühle, in das die Hauptfiguren ständig tauchen, wühlt kindliche Emotionen heftig auf. Dazu kommt, dass die beiden eine Menge Unfug anstellen, der höchst gefährlich ist, aber immer sehr lustig dargestellt wird.

Für welches Alter empfehlenswert?

Frühestens ab zwölf Jahren und auch dann nur mit Begleitung. Angesichts der emotionalen Achterbahnfahrt sollten die jungen Zuschauer nicht zu zart besaitet sein. Außerdem sollten die Kids rational und charakterlich schon so reif sein, dass sie erkennen, dass man nicht jeden Heidenspaß aus einem Kinofilm nachmachen kann.

Mit oder ohne Eltern?

Auf jeden Fall mit - der Film ist zu viel erklärungsbedürftig und muss nach dem Kinobesuch im Gespräch aufbereitet werden. Und manchmal muss man vielleicht auch mitgenommene Seelchen trösten.

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Ganz okay, aber etwas belanglos.