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Kinotipp Dark Shadows

Im 18. Jahrhundert lebendig begraben, findet sich Vampir Barnabas plötzlich in den wilden 1970er Jahren wieder - das ist natürlich eine Paraderolle für Johnny Depp, der in "Dark Shadows" wieder mit seinem Lieblings-Regisseur Tim Burton zusammenarbeitet. Doch ist die schräge Horrorkomödie auch für jüngere Kinofans geeignet?

Eltern.de-Bewertung für "Dark Shadows":

Sehenswert, gute Unterhaltung.

Worum geht es in "Dark Shadows"?

Die Geschichte von "Dark Shadows" beginnt im späten 18. Jahrhundert: Weil er ihre Liebe verschmähte, verwandelt die Hexe Angelique (Eva Green) den reichen Lebemann Barnabas Collins (Johnny Depp) erst in einen Vampir und sorgt dann dafür, dass er lebendig begraben wird. Nur durch einen Zufall wird er eines Tages von einer Gruppe unglückseliger Bauarbeiter befreit - und findet sich unversehens im Jahre 1972 wieder! Nach einem ersten Kulturschock angesichts von Miniröcken, Autos und Lavalampen freundet sich der Wiederauferstandene jedoch schnell mit den Segnungen des für ihn so neuen Zeitalters an. Als Erstes quartiert er sich bei seiner Nachfahrin Elizabeth (Michelle Pfeiffer) ein. Mit seinen ebenso unkoventionellen wie altmodischen Methoden hiflt der höfliche Blutsauger ihr nicht nur, den maroden Fischereibetrieb der Sippe wieder auf Vordermann zu bringen, sondern hält auch die schräge Hausgemeinschaft aus Elizabeths bedröhnter Teenager-Tochter, ihrem verstörten Neffen und dessen verlottertem Vater sowie der trinkfreudigen Psychiaterin (Helena Bonham Carter) auf Trab. Trotz seiner Empfindlichkeit gegenüber dem Sonnenlicht und seinen nicht ganz einfach zu befriedigenden Ess-Gelüsten scheint Barnabas sogar das Herz der süßen neuen Nanny zu erobern - wäre da nur nicht die böse Angelique, die dank schwarzer Magie noch immer am Leben ist und deren Rachedurst noch lange nicht gestillt ist ...

Wer wird "Dark Shadows" lieben?

Nach "Edward mit den Scherenhänden", "Sleepy Hollow" oder "Alice im Wunderland" (um nur einige ihrer gemeinsamen Arbeiten zu nennen) hat sich für "Dark Shadows" wieder das Dream-Team für alle Liebhaber leicht morbider, aber extrem witziger Kinokunst zusammengefunden: Hollywood-Star Johnny Depp und Kult-Regisseur Tim Burton. Dieses Mal haben sich die beiden die gleichmamige TV-Serie vorgenommen, die von den 1967 bis 1971 in den USA ausgestrahlt wurde. Auch sie verband klassische Gothic Novel-Motive mit denen einer modernen Seifenoper. Für die Neuverfilmung übernahm Burton die wichtigsten Figuren, wie etwa das Kindermädchen Victoria Winters, die Collins-Familie und natürlich den Vampir Barnabas, verpasste dem Ganzen jedoch seinen typischen, schön schrägen Humor. Herausgekommen ist dabei eine äußerst unterhaltsame Komödie, deren Gags vor allem aus dem Zusammenprall des altmodischen Vampirs mit den wilden 1970ern resultieren - und natürlich aus Johny Depps grandiosem Spiel. Damit wird "Dark Shadows" zu einem Fest für alle Depp- und Burton-Fans - aber eben nicht nur für die: Selbst wer die US-Serie nicht kennt und auch kein besonderes Faible für Mystery-Reihen hat, dürfte im Kino seinen Spaß haben.

Für wen ist "Dark Shadows" nicht geeignet?

Wer mit Gruselgeschichten überhaupt nichts anfangen kann und Tim Burton-Filme immer schon lächerlich fand, wird seine Meinung auch angesichts von "Dark Shadows" nicht ändern. Für ihn wird der Film sicher zu überdreht, das gruftige Ambiente zu albern und die Story arg simpel sein. Einen kleinen Wermutstropfen gibt's jedoch auch für Fans des Regisseurs: Zwar fühlt man sich in einer Vorstellung von "Dark Shadows" sofort wie auf einem Klassentreffen mit alten Freunden - doch genau wie die, so vermögen auch Burton und seinen Star Johnny Depp einen nicht mehr so richtig zu überraschen: Johnnys Make-up, sein Spiel, die Kulissen, die böse Hexe: Das ist alles toll, das ist witzig - aber irgendwie auch schon mal gesehen.

Ab welchem Alter ist "Dark Shadows" geeignet?

Vorsicht! "Dark Shadows" ist zwar ab zwölf Jahren freigegeben, aber selbst Erwachsene sollten nicht allzu zart beseitet sein, wenn sie sich den Film anschauen wollen. Ähnlich wie in Burtons älterem Erfolgsfilm "Sleepy Hollow" gibt es einige ziemlich drastische und blutige Sequenzen. Die gehören zwar zur Handlung und sind auch meist ironisch gebrochen - trotzdem kann man "Dark Shadows" guten Gewissens eigentlich erst für Zuschauer ab 16 Jahre empfehlen.

Mit oder ohne Eltern in "Dark Shadows"?

Jüngere Kinder, die den Film unbedingt sehen wollen, sollten angesichts der doch recht gruseligen Szenen auf jeden Fall von ihren Eltern in eine "Dark Shadows"-Vorstellung begleitet werden. Ältere Jugendliche können den Film aber gut mit ihren Freunden sehen - was nicht bedeutet, dass ihre Eltern, so sie denn selbst Tim Burton-Fans sind, sich nicht auch Kinokarten für "Dark Shadows" kaufen sollten.

Weitere Facts zu "Dark Shadows":

Starttermin: 10. Mai 2012
Regie: Tim Burton
Darsteller: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Michelle Pfeiffer, Eva Green, Johnny Lee Miller u. a.
Länge: circa 112 Minuten
Genre: Horrorkomödie
FSK: ab zwölf Jahren freigegeben

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Was läuft außer "Dark Shadows" noch im Kino?

Und noch einmal Johnny Depp: Außer "Dark Shadows" startet heute mit 21 Jump Street auch das Kino-Remake der TV-Serie, die den Ruhm des Stars begründete.

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