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Kinotipp Das Bildnis des Dorian Gray

Moral und Ästhetik der viktorianischen Oberschicht - davon handelt Oscar Wildes "Das Bildnis des Dorian Gray". Oliver Parker bringt nun eine Modernisierung des schaurigen Klassikers auf die Leinwand.

Eltern.de-Bewertung für "Das Bildnis des Dorian Gray"

Worum geht es in "Das Bildnis des Dorian Gray"?

Dorian Gray (Ben Barnes) ist in jeder Hinsicht perfekt. Er ist reich, gebildet und vor allem eines: wunderschön. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kommt er nach London, um dort ein neues Leben zu beginnen. Unter den Fittichen des charismatischen Lord Henry Wotton (Colin Firth) findet Dorian schnell Gefallen an den hedonistischen Freuden der gehobenen Großstadt-Gesellschaft. Er lernt, dass ihm sein Aussehen alle Türen öffnet und beginnt ein wildes und hemmungsloses Leben ohne moralische Grenzen zu führen. Dann fertigt der begnadete Maler Basil Hallward (Ben Chaplin) ein geradezu perfektes Portrait von Dorian an. Dorian ist begeistert; seine Seele, so sagt er, würde er dafür opfern, wenn an seiner Stelle das Bild altern würde. Der Wunsch wird Wirklichkeit: Während Dorian kein bisschen älter wird, wird sein gemaltes Abbild mit jeder begangenen Sünde hässlicher und grauenerregender. Doch was für ihn zuerst ein Segen ist, wird schon bald zu einem Fluch, den er nicht mehr los wird.

Wer wird "Das Bildnis des Dorian Gray" lieben?

Wer Lust hat auf eine Prise Horror und ein bisschen von dem geistreichen Witz eines Oscar Wilde, der sollte sich den Film nicht entgehen lassen. Was man aber wissen sollte: Regisseur Oliver Parker setzt in "Das Bildnis des Dorian Gray" mehr auf wilden Gothic-Horror als auf die düstere Tiefgründigkeit der literarischen Vorlage - und spricht damit vor allem Jugendliche an. Der Film brilliert vor allem wegen seiner fantastischen Ausstattung und den wunderbaren Schauspielern; allen voran Colin Firth in seiner Rolle als teuflischen Aristokraten Lord Wotton.

Für wen ist "Das Bildnis des Dorian Gray" nicht geeignet?

Oscar Wildes 1891 veröffentlichte Geschichte von einem Menschen, dem das Menschliche abhanden gekommen ist, wurde bereits 1910 zum ersten Mal verfilmt. Seitdem folgten mehr als 18 weitere Versionen. Zum dritten Mal (nach "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann") adaptiert Regisseur Oliver Parker nun einen Oscar-Wilde-Stoff für die Leinwand - Dorian Gray ist leider die schwächste der drei Adaptionen. Für Kinobesucher, die sich auf Oscar Wildes kritische Betrachtungen vom Hedonismus der herrschenden Gesellschaftsschicht sowie seine geistreichen Bemerkungen gefreut haben, wird die jüngste Adaption etwas zu platt und banal sein.

Ab welchem Alter ist "Das Bildnis des Dorian Gray" empfehlenswert?

"Das Bildnis des Dorian Gray" ist erst ab 16 Jahren freigegeben - Eltern, die ihren Sprößlingen gerne mithilfe dieses Films ein wenig Hochkultur vermittelt haben, sollten sich daran auch unbedingt achten: Denn: Die Neuverfilmung ist teilweise sehr blutig. An einer Stelle etwa tötet Dorian Gray seinen einstigen Freund, den Maler Basil Hallward (Ben Chaplin), auf grausame Weise. Und am Ende wird aus Dorians Porträt ein von Maden und Ungeziefer zerfressenes, ekeliges, brüllendes und mordlustiges Monster.

Mit oder ohne Eltern in "Das Bildnis des Dorian Gray"?

Jugendliche sollten ruhig ohne die Eltern in eine Vorstellung von "Das Bildnis des Dorian Gray" gehen. Es ist schließlich nicht besonders cool, mit den Eltern in einen Gruselfilm zu gehen. Und die Eltern können in dieser Zeit einfach das Buch von Oscar Wilde lesen - sofern sie es noch nicht kennen.

Weitere Facts zu "Das Bildnis des Dorian Gray"

Starttermin: 15.04.2010
Darsteller: Ben Barnes, Colin Firth, Ben Chaplin, Rebecca Hall, Fiona Shaw, Emilia Fox
Regie: Oliver Parker
Genre: Fantasydrama
Filmlänge: 112 Minuten
FSK: freigegeben ab 16 Jahren
Website: www.doriangray-derfilm.de

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