Kinotipp
 
Der Brief für den König

Eine klassische Abenteuergeschichte erzählt "Der Brief für den König" - mit tapferen Jünglingen, edlen Rittern und holden Burgfräulein. Wir sagen, ob sich die Kinokarte lohnt.

Kinostart: 13. November 2008
Darsteller: Yannick van de Velde, Quinten Schram, Hanna Schwamborn, Uwe Ochsenknecht
Regie: Pieter Verhoeff
FSK: 6 Jahre

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Darum geht's

Jüngling Tiuri steht kurz vor dem Ritterschlag, da bringt ihn ein Hilferuf dazu, seine letzte Prüfung abzubrechen: Im Auftrag eines tödlich verwundeten Ritters soll er dem König des Nachbarlandes Unauwen einen geheimen Brief überbringen. Dessen Königreich wird von seinem machtgierigen Sohn Eviellen bedroht. Verfolgt von Eviellens Häschern macht sich Tiuri auf die gefahrvolle Reise zu König Unauwen. Dabei hat er nicht nur eine Menge Abenteuer zu bestehen, sondern muss sich auch stets fragen, wem er trauen kann. Immerhin: In dem jungen Piak findet er einen treuen Freund, und am Ende des Films wird er auch das Herz einer holden Jungfrau erobert haben ...

Wer wird den Film lieben?

Kinder, die in ihrer Phantasie gerne als edle Ritter oder Burgfräulein die tollsten Abenteuer erleben, werden sich sicher mit Tiuri identifizieren und vielleicht demnächst mit ihren Freunden den Film sogar nachspielen.

Für wen ist er nicht geeignet?

Etwas ältere Kinder, die sich bereits zur großen "Harry Potter"- oder "Herr der Ringe"-Fangemeinde zählen, werden sich angesichts der etwas behäbigen Erzählweise eher langweilen. Außerdem wird ihnen nicht entgehen, dass die deutsch-holländische Koproduktion (ausgezeichnet unter anderem beim 13. internationalen Filmfestival für Kinder und junges Publikum "Schlingel" 2008 in Chemnitz sowie beim beim Dritten Marburger Kinder- und Jugendfilmfestival "Final Cut") in Sachen Ausstattung und Special Effects nicht mit den Hollywood-Blockbustern mithalten kann - im Gegenteil: So manche Straße sieht doch verdächtig asphaltiert aus und ob in einem mittelalterlichen Reich an den Burgtreppen Sicherheitsgeländer angebracht wären, darf ebenfalls bezweifelt werden.

Und noch etwas wird nicht nur erwachsenen Zuschauern im direkten Vergleich mit anderen jugendlichen Fantasy-Helden auffallen: Die Charaktere sind wesentlich einfacher gezeichnet als in den oben genannten Filmreihen, die "Der Brief für den König durchaus" zitiert. Das gilt sowohl für die Guten als auch für die Schurken. Auch diese mangelnde Entwicklung des Helden trägt dazu bei, dass die Geschichte den Zuschauer nicht wirklich berührt.

Für welches Alter empfehlenswert?

Da "Der Brief für den König" weitgehend auf die Darstellung von Gewalt und den übertriebenen Einsatz spannung erzeugender Elemente wie bedrohlicher Musik oder hektischer Kamerafahrten verzichtet, können Kinder ab acht Jahren durchaus mit Tiuri auf die Reise gehen.

Mit oder ohne Eltern?

Sie haben in Ihrer Jugend selber gerne Abenteuerromane verschlungen? Sie kennen vielleicht sogar den gleichnamigen Jugendroman von Tonke Dragt, der bereits 1962 erschien? Dann macht es Ihnen bestimmt Spaß, gemeinsam mit ihrem Kind gemeinsam in die phantastische Welt von "Ein Brief für den König" einzutauchen - allerdings nur, wenn Sie keinen Wert auf die Erzeugung einer perfekten Illusion und aufwändiger Special Effects legen. Sollte dies der Fall sein, könnte sie der Gedanke beschleichen, dass der Film als Serie im vorweihnachtlichen TV-Programm vielleicht besser aufgehoben gewesen wäre als auf der großen Leinwand.

Eltern.de Bewertung:

Ganz okay, aber etwas belanglos.