Kinotipp
 
Pauls Schulweg

"Pauls Schulweg" begleitet seinen kleinen Protagonisten durch das prägende erste Halbjahr an der Grundschule. Wir sagen Ihnen, für wen der Dokumentarfilm sehenswert ist.

Worum geht es in "Pauls Schulweg"?

Kinotipp: Pauls Schulweg

In "Pauls Schulweg" begleitet Dokumentarfilmer Wolfgang Andrä seinen Sohn durch das erste halbe Jahr nach der Einschulung. Ob beim ersten Schultag, dem Unterricht, den Pausen auf dem Schulhof oder der Klassenfahrt - stets ist die Kamera dabei ganz nah dran an dem kleinen Hauptdarsteller. So sieht der Zuschauer den Schulalltag quasi durch die Augen des Jungen. Ergänzt wird diese Perspektive durch einige Interviews mit Paul, Szenen von Elternabenden und einem selten eingesetzen Kommentar, der vor allem die einzelnen Themenblöcke des Films einleitet.

Damit ist "Pauls Schulweg" über weite Strecken ein klassischer Dokumentarfilm, der stets auf Augenhöhe ist mit den Kinobesuchern. So wird etwa ein Moment, in dem das Filmteam in eine Rangelei zwischen Paul und einem Mitschüler eingreift, auch offen im Kommentar thematisiert.

Eltern.de-Bewertung für "Pauls Schulweg":

Wie bei dem thematisch ähnlich gelagerten Dokumentarfilm Berg Fidel - Eine Schule für alle verzichten wir ausnahmsweise auf unser übliches Bewertungssystem. Denn unserer Meinung nach kann das auf Kinder- und Familienfilme ausgerichtetes Kategoriensystem eine solche Dokumentation nicht adäquat einordnen.

Wer wird "Pauls Schulweg" lieben?

"Pauls Schulweg", der übrigens in den einzelnen Bundesländern jeweils zum Schulanfang startet, ist sicher ein guter Tipp für Eltern, deren Kinder jetzt bald in die Schule kommen. Die werden sich sicher noch besser in ihr kleines i-Dötzchen hineinversetzen können, nachdem sie den Film gesehen haben. Auch für pädagogisch Interessierte beziehungsweise Grundschullehrer ist "Pauls Schulweg" sehenswert: Da Paul in einer Jenaplan-Schule eingeschult wird, thematisiert die Dokumentation auch Konzepte wie altersgemischte Gruppen oder das mittlerweile umstrittene "Lernen durch Schreiben".

Für wen ist "Pauls Schulweg" weniger geeignet?

Wer sich im Kino lieber unterhalten lässt als eine anspruchsvolle Dokumentation zu verfolgen, für den ist "Pauls Schulweg" natürlich nicht empfehlenswert - erst recht, weil der Film insgesamt doch ein wenig langatmig und alles andere als kinotauglich wirkt. Dokumentar-Puristen könnten sich allerdings an der Konstellation stören. So ist Pauls Mutter, die im Film ausschließlich in ihrer Rolle als Mutter dargestellt wird, zugleich Dramaturgin des Filmes. Doch verdeutlicht "Pauls Schulweg" diese Vermengung von Filmschaffenden und Protagonisten so gut wie gar nicht - genauso wenig wie die Rollenkonflikte, die sich daraus ergeben. Dass der Film bei Pauls Schwierigkeiten, neue Freunde zu finden, konsequent seine Position einimmt, mag sich noch aus dem gewählten Ansatz des Films ergeben. Aber wenn etwa die Lehrerin die schulischen Konzepte vorstellt, ist das eben nicht neutral dokumentiert, wenn man sich vor Augen führt, dass die Filmemacher diese Schulform bewusst für ihren Sohn ausgewählt haben.

Ab welchem Alter ist "Pauls Schulweg" empfehlenswert?

"Paul Schulweg" ist keine kindgerechte Dokumentation, sondern richtet sich eindeutig an Erwachsene.

Mit oder ohne Eltern in "Pauls Schulweg"?

Die Frage stellt sich kaum: Kleinere Kinder sollten sowieso von ihren Eltern begleitet werden. Und das wäre hier auch notwendig, da die Eltern dem Kind sicher einiges erklären müssten - alleine schon, warum jemand einen Film über etwas macht, was Grundschüler selbst jeden Tag erleben. Und Teenager werden sich an der Kinokasse wahrscheinlich nicht für "Pauls Schulweg" entscheiden.

Weitere Facts zu "Pauls Schulweg":

Kinostart: in jedem Bundesland zum jeweiligen Schulanfang
Regie: Wolfgang Andrä
Länge: circa 87 Minuten
Genre: Animationsfilm
FSK: Dokumentarfilm

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Was läuft außer "Pauls Schulweg" noch im Kino?

Außer "Pauls Schulweg" startet heute auch Wolverine: Weg des Kriegers, die Forsetzung des "X-Men"-Ablegers.

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