Kinderbuch-Klassiker
 
Klassiker für jedes Alter

Prof. Dr. Anita Schilcher, Expertin für Kinder- und Jugendliteratur und selbst Mutter, hat uns Tipps zu Kinderbuch-Klassikern für Kinder vom Bilderbuch-Alter bis zum Ende der Grundschule gegeben. Plus: die schönsten Klassiker zum Durchklicken!

Kinderbuch-Klassiker: Klassiker für jedes Alter

Welche Kinderbuch-Klassiker kann ich meinen Kleinen wann vorlesen? Diese Frage haben wir Prof. Dr. Anita Schilcher gestellt. Bei ihren Antworten hat die Expertin nicht nur aus beruflicher Erfahrung geschöpft: Anita Schilcher ist selbst Mutter einer 13-jährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes. Tipps zum gemeinsamen Lesen mit Kindern haben wir von ihr auch bekommen. Einige der empfohlenen Bücher können Sie sich in unseren Bilderstrecken mit Kinderbuch-Klassikern genauer angucken.Und jetzt: Viel Spaß mit den Buchtipps der Expertin!

ELTERN.DE: Welche Kinderbuch-Klassiker würden Sie für den Anfang empfehlen?

Prof. Dr. Anita Schilcher: Ein Buch, das man ganz früh schon anschauen kann und das großen Spaß macht, ist "Papepipopu". Auch Bücher wie "Die kleine Raupe Nimmersatt" oder die Bücher von Leo Lionni gehören zu den Kinderbuch-Klassikern. Ebenso ein klasse Anfängerbuch: "Klopf an!".

Und welche Klassiker könnte man den Kleinen im Kindergarten-Alter vorlesen?

Einige Bücher von Janosch eignen sich toll zum Vorlesen. Dann würde ich "Wo die wilden Kerle wohnen" lesen, das ich ganz wunderbar finde. Weitere schöne Kinderbuch-Klassiker sind "Max und Moritz", der "Struwwelpeter" und der "Grüffelo". Mit dreieinhalb bis vier Jahren ist der "Räuber Hotzenplotz" gut geeignet für Kinder.

Ist das nicht noch sehr früh für den Räuber Hotzenplotz?

Das Buch ist sehr szenisch, aber trotzdem bereits ein Roman. Große Teile des Textes bestehen aus Gesprächen, deshalb verstehen ihn kleinere Kinder schon gut. Mit dem Kasperl und dem Seppel hat das Buch etwas von einem Puppenspiel, es enthält Sprachspiele und einen etwas derben Witz - das spricht Kinder an. Auch die Figuren (Kasperl, Seppel, die Großmutter, den Räuber und den Polizisten) kennen die Kinder oft schon vom Kasperltheater.

Mit welchen Kinderbüchern kann es danach, also in der Vorschulzeit, weitergehen?

"Jim Knopf" ist mit ein bisschen Vorerfahrung auch für Vier- bis Fünfjährige geeignet. Noch vor der Einschulung sind auch Astrid Lindgrens Bücher gut zum Vorlesen geeignet, z.B. "Karlsson auf dem Dach". Oder aktuellere Bücher, die ganz sicher das Zeug zum Klassiker haben: "Der kleine Ritter Trenk" und "Seeräuber-Moses" von Kirsten Boie. Die haben zwar eine zum Teil sehr dicht verwobene Handlung mit mehreren Erzählsträngen. Sie sind aber zu verstehen, wenn man die Basis dafür bereits durch andere Romane geschaffen hat. Und sie sind eine wunderbare Vorbereitung aufs Lesen in der Schule.

Welche Kinderbuch-Klassiker würden Sie zum Lesen mit Schulanfängern empfehlen?

In der Anfangszeit der Grundschule kann man z.B. "Nils Holgersson", "Alice im Wunderland", "Pinocchio" oder "Immer dieser Michel" und "Pippi" vorlesen. Mein Sohn mit seinen sechs Jahren liebt "Alice", was mich immer wieder verwundert, da das wirklich kein leichter Text ist. Vermutlich, weil er so schön skurril ist. Und wohl auch, weil die einzelnen Kapitel mehr oder weniger unabhängig voneinander gelesen werden können, ohne dass man immer den kompletten Zusammenhang wissen muss. Zum Teil sind diese Werke für Kinder in einer gekürzten Fassung erhältlich, etwa "Nils Holgersson", der im Original mehrere hundert Seiten umfasst.

Und wenn das Kind dann schon ein größeres Schulkind ist?

"Mio, mein Mio" von Astrid Lindgren oder "Peter Pan" eignen sich für die zweite Klasse, "Die unendliche Geschichte" oder "Momo" von Michael Ende für das Ende der Grundschulzeit.Herzlichen Dank für das Interview, Frau Schilcher!