Medienkonsum
 
Computer, TV und Co.: Wieviel ist okay?

Ob Fernseher, Computer oder Internet: Medien gehören in unserer Kommunikationsgesellschaft zum Leben von Kindern dazu. Doch welche Medien nutzen die Kleinen am Meisten und wieviel Konsum ist unbedenklich?

1. Platz: Fernsehen

Medienkonsum: Computer, TV und Co.: Wieviel ist okay?

Einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest zufolge ist der Fernseher bei Kindern immer noch das meistgenutzte Medium: Durchschnittlich 90 Minuten täglich schauen Deutschlands Kinder zwischen drei und 13 Jahren fern. So eine Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung. Kleine Kinder sehen im Schnitt weniger fern, als ältere Kinder: Kindergartenkinder zwischen drei und fünf Jahren sitzen demanch 73 Minuten täglich vor dem Schirm. Schulkinder zwischen sechs und neuen Jahren schon 85 Minuten und Kinder zwischen zehn und 13 Jahren 106 Minuten. 70 Prozent der befragtem Kinder können sich nicht mehr vorstellen, auf das TV-Gerät zu verzichten.

2. Platz: Computer

Der Computer steht bei Kindern auf der Beliebtheitsskala an zweiter Stelle. Besonders Computerspiele sind bei den Kindern beliebt. Zwei Drittel der Sechs- bis 13-Jährigen sitzen mindestens einmal pro Woche vor derm Computer um zu spielen - und das meistens alleine. Lediglich jedes zehnte Kind spielt ein Spiel auch mit anderen zusammen. Rund die Hälfte der Kinder nutzen den Computer bis zu einer Stunde, während nur ein Drittel weniger als 30 Minuten und sogar nur 16 Prozent den PC länger als 6o Minuten nutzen.

3. Platz: Internet

An dritter Stelle der Mediennutzung steht bei Kindern das Internet - Tendenz steigend. Nutzte 2002 etwa jedes zweite Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren das World Wide Web, sind es 2006 schon fast dreiviertel aller Kinder. Laut dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) ist die durchschnittliche Nutzungsdauer derzeit noch im pädagogisch unproblematischen Bereich: Fast zwei Drittel der Kinder beenden ihren Internetaufenthalt nach einer halben und rund 30 Prozent nach einer Stunde. Als Intensivnutzer können die Kinder gelten, die pro Internetbesuch täglich länger als eine Stunde online sind.

Andere Medien

Natürlich gibt es nicht nur Fernseher, Computer und Internet - Kinder mögen nach wie vor auch Bücher, Zeitschriften und auch das Radio. Das Buch kommt direkt an 4. Stelle - Fünf Prozent der Kleinen können nicht auf Bücher verzichten. Mit jeweils zwei Prozent folgen Zeitschriften und das Radio.

Wie viel Medienkonsum ist okay?


Es gibt keine verbindliche Regel wieviel Medienkonsum in welchem Alter in Ordnung ist. Wieviel TV, Computer und Co. gut ist, hängt individuell vom Kind ab. Am besten hören Eltern in dieser Beziehung auf ihr Gefühl und beobachten ihr Kind, wie es auf TV-Sendungen und Computerspiele reagiert. Um ein Gefühl für altersgerechte Nutzungszeiten zu bekommen, können diese Empfehlungen dienen:

  • Fernsehen: Vorschulkinder sollten nicht länger als 15-30 Minuten pro Tag fernsehen. Je älter die Kinder werden, desto länger kann man sie schauen lassen, doch auch 13lährige sollten nicht länger als 90 Minuten pro Tag vor der Flimmerkiste sitzen.
  • Computer: Wichtiger als eine zeitliche Begrenzung ist die Begleitung. Sprechen Sie vorher eine Richtzeit ab, die eingehalten werden sollte. Ist eine Spieleinheit dann noch nicht beendet, kann diese Zeit auch ruhig etwas verlängert werden.
  • Internet:Vereinbaren Sie auch hier Richtzeiten, an die sich das Kind halten soll. Jüngere Kinder sollten - wie beim Fernseher auch - noch nicht stundenlang surfen. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl! Die Zeiten können mit zunehmendem Alter gesteigert werden.

  • Mehr noch als auf die Dauer, kommt es auf den Inhalt an. Es ist weniger bedenklich sein Kind auch mal länger als empfohlen fernsehen zu lassen, wenn das Programm stimmt, als wenn die Kleinen Sendungen mit ungeeigneten Inhalten kurze Zeit sehen. Es ist vor allem wichtig, dass kleine Kinder im Umgang mit diesen Medien nicht allein gelassen, sondern dabei von ihren Eltern begleitet werden. So können Sie gleich eingreifen und erklären, wenn Inhalte nicht kindgerecht sind. Und Eltern verlieren so nicht den Überblick über die Zeit, die das Kind schaut, spielt oder surft.

    Welche Alternativen gibt es?

    Wenn Kinder zuviel Zeit vor dem Schirm verbringen, liegt es meist daran, dass es ihnen an attraktiven Alternativen mangelt. Langeweile ist die Folge. Doch dem können Eltern entgegenwirken. Für was interessiert sich das Kind? Wofür kann es sich begeistern? Um attraktive Alternativen zu Computer und Co. zu schaffen, sollte man möglichst früh ansetzten. Einen 16-jährigen für ein neues Hobby zu begeistern ist schwieriger, als einen sechsjährigen für Sport oder ein Musikinstrument zu gewinnen. Hobbys haben aber noch andere Vorteile: Sie machen Kinder nicht nur aktiver, sie stärken auch das Selbstwertgefühl und erweitern den Freundeskreis.