Filmtipp
 
Mein Freund aus Faro

Wer sich verliebt, will sich von seiner besten Seite zeigen. In diesem Fall gibt sich die burschikose Mel als Miguel aus, um Jenny zu gefallen. Ein untypischer und mitunter auch schwieriger Film,nicht nur für Jugendliche, der Identitätsfindung und Erwachsenwerden zum Inhalt hat.

Filmstart: 30. Oktober 2008
Darsteller: Anjorka Strechel, Lucie Hollmann, Manuel Cortez
Buch und Regie: Nana Neul
FSK: 12 Jahre


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Darum geht's:

Mel (Anjorka Strechel) sieht aus wie ein Junge und gibt sich wie ein Junge. Eines Nachts läuft ihr Jenny (Lucie Hollmann) vors Auto. Mel verliebt sich Hals über Kopf in die junge Anhalterin und gibt sich von da an als jungen Portugiesen namens Miguel aus. Zum ersten Mal trifft die Liebe Mel wie ein Blitz, doch sie hat auch Angst, ihr wahres Ich dem Mädchen zu offenbaren. Da Jenny einen Freund hat, gestaltet sich das Zusammensein schwierig. Jenny ahnt nicht, dass sie sich in ein Mädchen verliebt hat. Als Mel sich ihr offenbart, ist sie schockiert und reagiert ablehnend. Für Mel ein schwerer, wenn auch nicht unerwarteter Schlag.

Wer wird den Film lieben?

Tja, wahrscheinlich Mädchen, deren Thema gerade selbst Identitätssuche und -findung ist. Ansonsten ist es ein anspruchsvoller und schwieriger Film, den man weniger lieben kann sondern sich eher durch den Kopf gehen lassen muss.

Für wen nicht geeignet?

Jungs können mit dem Thema sicherlich nur sehr wenig anfangen. Eine junge Frau, die ihr Lesbischsein zum ersten Mal auslebt, das ist schon für Mädchen in jungem Alter etwas schwer zu verdauen. Ansonsten ist der Film sicherlich kein Streifen, bei dem man beschwingt aus dem Kino kommt. Überhaupt ist es kein klassischer Kinofilm - eher ein anspruchsvoller Fernsehfilm, mit ernster sexueller Identitätsproblematik.

Ab welchem Alter?

Frühestens ab zwölf, besser noch ab 14 oder 16 Jahren. Das Thema ist zu ernst und auch zu kompliziert, als das man kindisch kichernd im Kinosessel sitzen sollte. Manchmal bleibt einem einfach auch das Lachen im Halse stecken.

Mit oder ohne Eltern?

Am besten mit. Denn auch Eltern können einiges über die Nöte ihrer pubertierenden Kinder erfahren. Besonders nahe geht sicherlich der Film allen Eltern, die selbst annehmen, dass ihre Tochter noch nach der eigenen sexuellen Identität sucht.

Ganz okay, aber etwas belanglos.