Urlaub nur mit Papa
 
Mit drei Vätern in die Berge

Zum Glück haben die Mamas Regenzeug eingepackt

"Die Hütte, die Hütte", schreit Baptiste von oben. Er hat den weiten Talkessel auf 1977 Meter Höhe als Erster erreicht.Wie schön das Haus ist mit seinen braunen Schindeln und dem Silberdistel- Banner des Alpenvereins! Drinnen erwarten uns zwei gemütliche Aufenthaltsräume mit Eckbänken für Raucher und Nichtraucher, quietschende Dielen, alte Bilder, Schlafzimmer mit Doppelstockbetten und sechs Matratzenlager. "Prost!", sagen die Väter zwei Stunden später in der Gaststube, nachdem sie die Kinder ins Bett gebracht haben, und stoßen mit ihren Biergläsern an. "Ist ja gut gelaufen bis jetzt." Der Regen hat pünktlich am Parkplatz aufgehört, die Kinder sind anständig marschiert, und jede Familie hat ihr eigenes Zimmer. Auch an der Landschaft gibt es nichts auszusetzen. Schroffe Felswände, kleine, gurgelnde Bäche, grüne Matten, Schneefelder, Flechten und Butterblumen – alles da. Selbst das Funkloch stört uns nicht wirklich. Den ausführlichen Rechenschaftsbericht bekommen die Mütter noch früh genug. Die Handys verschwinden im Rucksack. Nicht mal als Wecker brauchen wir sie. Denn kurz vor sieben ist hier die Zeit des großen Aufbruchs. Es trippelt und trappelt, es hustet und knarzt. Der Geruch gedünsteter Zwiebeln dringt durch die Ritzen des Bodens in unser Zimmer. Schnell also aufstehen, Katzenwäsche und runter zum Frühstück. Die meisten Hüttengäste sind schon am Berg, selbst die Holländer haben ihre Stiefel bereits geschnürt, ehe unser Nachwuchs den ersten Bissen im Mund hat. Macht nichts, es nieselt ohnehin schon wieder. Das Wetter in den Bergen ist offenbar genauso launisch wie Thibault, der mit dem linken Bein aufgestanden zu sein scheint. Gut, dass die Mamas Gummistiefel, Regenjacken und Fleecepullis für die Kinder eingepackt haben. Gemeinsam begutachten wir zuerst den Spielplatz, dann das Kruzifix und schließlich die Ziegen. Alles prima – den Kindern gefällt's. Die Erwachsenen trösten sich mit einem "Großen Braunen".