Mallorca für Kinder
 
Insider-Tipps für den Familienurlaub

Wasserratten, Genießer, Aktivurlauber, Kulturliebhaber - auf Mallorca findet jeder sein Urlausparadies. Deshalb fährt ELTERN-Autorin Tanja Reuschling mit ihrer Familie auch immer wieder hin. Hier verrät sie, wo sie es auf der Baleareninsel besonders schön findet.

Geschwister am Flughafen
iStock, FamVeld

Mallorca - die perfekte Insel für Kinder

Urlaub auf Mallorca und Kinder - eigentlich eine perfekte Kombination! Denn die Baleareninsel hat weit mehr zu bieten als Ballermann, Paella und Sangria. Gerade für Familien ist sie ein ideales Reiseziel.

Hier verrät ELTERN-Autorin Tanja Rauschling, selbst überzeugter Mallorca-Fan, ihre Insider-Tipps für den Mallorca-Urlaub mit Kindern - klicken Sie einfach auf den entsprechenden Link:

Insider-Tipps für Mallorca mit Kindern Nr. 1: Shopping und Sightseeing

Klar, die Insel-Hauptstadt Palma ist immer einen Besuch Wert! Doch es gibt auf Mallorca noch mehr Orte, die die ganze Familie bezaubern werden:

Palma: Sandalen und Süßes

Wenn man mit kleinen Kindern irgendwo entspannt shoppen kann, dann in Palma. Die verwinkelte Altstadt ist zu einem guten Teil Fußgängerzone. Während ich in einem der vielen Lädchen rund um die Placa Major nach Sommerkleidchen und Sandalen stöbere, schmeißt mein Sohn mit seinem Vater Steinchen in einen Brunnen und jagt den Tauben hinterher. Droht trotzdem Quengelalarm, steuern wir die Konditorei Forn des Teatre an der Placa Weyler an und kaufen Ensaimadas. Tom liebt diese mallorquinischen Hefeteigschnecken, besonders die mit Puddingfüllung. Unser Lieblingsplatz für ein Abschlussgetränk: das stylishe Caf auf der Terrasse des Museums für Moderne Kunst Es Baluard - mit viel Platz zum Rumrennen und Premiumblick über Bucht und Hafen.

Extra Tipp: Gut für müde Füße ist eine Stadtrundfahrt mit den roten Doppeldeckern der Buslinie 50. Sie halten an 13 wichtigen Punkten Palmas und fahren im 20-Minuten-Takt. Erwachsene 15 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 7,50 Euro.

Andratx: Malerei und Motorboote

Wie oft haben wir "Bobo Siebenschläfer geht ins Museum" vorgelesen? Jetzt ist Tom dran. Das kleine, feine Centro Cultural Andratx ist genau richtig, um den Nachwuchs an zeitgenössische Kunst heranzuführen: Drinnen hängen Werke von Künstlern wie Jonathan Meese, Martin Parr, Anselm Reyle. Draußen gibt's einen großen Park mit Quellwasserpool zum Austoben. Nach dem Museumsbesuch geht es zum Schiffegucken in den Promi-Ort Port d'Andratx. Einen prima Blick auf Hafen und Sonnenuntergang hat man von der Terrasse des Restaurants Layn (C. Almirante Riera Alemany 19, Montag Ruhetag).

Museum: geöffnet Dienstag bis Freitag von 10.30 bis 19 Uhr, Samstag bis 16 Uhr; Eintritt 5 Euro; Infos: www.ccandratx.com

Sollèr: Bimmelnde Bahn

Klar, was meinem Sohn an Sollr am besten gefällt: die knallrote historische Straßenbahn, in deren offenen Waggons man mit viel Gebimmel vom Jugendstilbahnhof zum Hafen zuckeln kann. Fast genauso gut findet er das Eis aus der Fbrica de Gelats gegenüber der Markthalle, angeblich eine der besten Eis-Adressen der Insel. Mein Favorit: Orange Sollr, Eiskugeln in frischem Orangensaft. Was ich an Sollr sonst noch schätze: im Schatten der vielen Bäume auf der Placa zu sitzen und gedankenverloren auf die formvollendeten Fassaden der Kirche Sant Bartomeu und des Rathauses zu gucken. Reicht uns das noch nicht an Bilderbuchatmosphäre, machen wir einen Abstecher ins benachbarte Fornalutx. Das Bergdorf sieht aus, als hätte es sich gerade für einen Schönheitswettbewerb herausgeputzt.

Extra Tipp: Eine Fahrt mit dem "Roten Blitz". Die historische Eisenbahn ruckelt durch Orangen- und Zitronenhaine und feinste Bergkulissen von Sollr nach Palma. Hin-und-Rückfahrkarte: Erwachsene ab 14 Euro, Kinder (zwei bis sechs Jahre) 7 Euro.

Insider-Tipps für Mallorca mit Kindern Nr. 2: Faulenzen am Strand

Natur, Kultur, alles schön und gut - aber seien wir ehrlich: Wer Urlaub auf Mallorca macht, will im Prinzip ins Meer, oder? Wie gut, dass es hier auch viele Strände gibt, die ideal für kleine Kinder sind.

Platja Es Trenc: Aktive Entspannung

Hier gibt es für Tom kein Halten. Kaum ist er "Nackidei", flitzt er los: über den weißen, feinen Sand, mit den Füßen ins seichte Wasser, und dann - pitsch, patsch - nach links oder rechts den fünf Kilometer langen, dünengesäumten Strand im Inselsüden entlang. Klar, einer von uns muss hinterher - der andere aber kann endlich in einem der ziegeldicken Schmöker lesen, die zu Hause nur neben dem Bett verstauben. An Sommerwochenenden ist Es Trenc übrigens nicht zu empfehlen - da wimmelt es von Menschen. Anfahrt am besten von der Hauptstraße Campos-Colonia de Sant Jord. Etwa einen Kilometer südlich des Thermalbades Banys de Sant Joan abbiegen, durch die Salinen bis zum Parkplatz (6 Euro) fahren. Von da sind es 200 Meter bis zum Strand und dem Restaurant Playa es Trenc.

Extra Tipp: Auf dem Weg zum Strand einen kurzen Stopp in Campos einlegen. Donnerstags und samstags ist dort Markt. Unter Kennern besonders beliebt: Campos' Kapern.

Cala Sant Vicenc

"Baden bei Batman" - unter dieser Überschrift haben wir die kleine Bucht an der Nordwestküste der Insel in unserem privaten Mallorca-Archiv abgespeichert. Wie Batman, der gerade seine Flügel ausbreitet - so sieht der bizarre Felsen aus, der sie rechts begrenzt. Und baden kann man hier ganz wunderbar, bei ruhiger See schimmert das Meer in schönstem Blautürkis. Der Strand ist überschaubar, genau richtig also mit kleinen Kindern. Tom, dreieinhalb Jahre alt, lassen wir einfach weiter im Sand buddeln, während wir uns einen Caf Cortado in der Strandbar genehmigen. Tipp für den kleinen Hunger: "Pa amb oli" ordern - Weißbrot mit Oliven, Knoblauch und Tomaten, ein mallorquinischer Klassiker.

Sant Elm: Bilderbuch-Bucht

Draußen schaukeln Segelboote sanft in den Wellen, während Tom Kontakt zu den anderen Kindern aufnimmt, die an der Hand ihrer Eltern durchs seichte Wasser tollen. Der Strand in der kleinen Bucht ist so weiß wie das Dorf St. Elm direkt dahinter, in dem es eine Handvoll Cafs und Restaurants und eine Reihe von Bänken gibt, auf denen die alten Leute von hier neben Urlaubern sitzen und aufs Meer schauen.

Extra Tipp: Am Ende der Straße durch St. Elm legt bei gutem Wetter siebenmal am Tag das kleine Boot zur "Dracheninsel" Dragonera ab, einem Naturschutzgebiet.

Insider-Tipps für Mallorca mit Kindern Nr. 3: Lust auf Action

Mallorca ist ein wahres Paradies für Wanderfreunde - und zwar für Große und Kleine gleichermaßen!

Erzherzog-Ludwig-Weg: Verwunschene Wälder und Meerblick

"Hüh, Papa", kräht es aus der Kraxe. Wir lachen: Tom kann ja nicht wissen, dass Erzherzog Ludwig Salvator unseren Wanderweg einst tatsächlich zum Reiten hoch oben in den Bergen anlegen ließ. Eine amtliche, aber durchaus kinderfreundliche Tour, die etwa vier bis fünf Stunden dauert. Nach einem etwas zähen Aufstieg vom Startpunkt in Valldemossa erreichen wir ein Plateau mit Steineichen und Köhler-Meilern. Ein stiller, verwunschener Ort, perfekt für eine erste Rast. Das Beste kommt danach: Ab jetzt geht es eine Stunde lang immer auf dem Bergrücken entlang - mit fantastischem Meerblick. Wichtig: Früh aufbrechen, viel Wasser und Proviant mitnehmen, es gibt nirgendwo Einkehrmöglichkeiten.

Extra Tipp: Wer nach der Wanderung noch kann, sollte einen Rundgang durch Valldemossa machen. Besonders sehenswert: das Kartäuserkloster, in dem einst Chopin einen Winter verbrachte.

Kloster Lluc: Kamel im Steineichenwald

"Ein Mel, ein Mel", ruft Tom, der so munter vor uns herläuft, als wäre er nicht schon im imposanten Kloster Lluc herumgesaust und mit uns die Treppe zum kleinen Kalvarienberg hochgekraxelt. Jetzt sind wir im dichten Steineichenwald rund um das Kloster unterwegs, und tatsächlich sieht der Kalkstock, der da vor uns aufragt, aus wie ein Dromedar. Der Weg hierher führt über einen Sportplatz, eine kleine Holzbrücke und dann zwischen bizarr verwitterten Felsen den Hang empor. Mit einem lauffreudigen Dreijährigen gut zu machen, zur Not ein Stück auf Papas Schultern. Wer will, kann den Spaziergang auch zu einer dreieinhalbstündigen Rundtour ausweiten. Wir aber essen beim Picknickplatz gegenüber dem Kamel unsere Stullen und treten dann den Rückweg an. Kloster Lluc: geöffnet täglich 10–17.30 Uhr; Mitte September bis Mitte Juni ab 11.15 Uhr.

Rund um Alcúdia: Volle Pedalkraft voraus

Im Frühjahr und Herbst ist Mallorca großartig zum Radfahren - auch mit Kindern. Wir starten in Alcdia auf eine 45-Kilometer-Tour, strampeln zwischen Mandelbäumen und Olivenhainen auf gut geteerten, ruhigen Nebenstraßen dahin. Tom futtert im Fahrradsitz frische Feigen, die wir am Wegesrand gepflückt haben. Erste Raststation: das verschlafene Dörfchen Sa Pobla. Die Bars rund um den kleinen Marktplatz servieren leckere Tapas. Danach führt der Weg durch ein Kartoffelanbaugebiet, das wirkt, als sei die Zeit stehen geblieben: Bauern bearbeiten ihre Felder mit antik anmutenden Pflügen, Windräder drehen sich dazu. Weiter geht's über Muro und den Badeort Can Picafort (meiden, Massentourismus) zurück nach Alcdia, das letzte Stück Straße ist leider etwas viel befahren. Kinderhelme (Helmpflicht!) und -sitze gibt's in der Regel bei jedem Fahrradverleih. Nach der Tour noch Lust auf einen Bummel? In Alcudia sind vor allem die zwei Stadttore sehenswert.

Insider-Tipps für Mallorca mit Kindern Nr. 4: etwas Besonderes erleben

Hier noch ein paar Tipps, damit Sie und Ihre Kinder wirklich etwas erzählen können, wenn Sie nach dem Urlaub wieder in die Heimat zurückkehren:

Bucht von Palma: Im Rausch der Tiefe

Ein Regentag? Dann nichts wie ins Palma Aquarium. Wir haben Stunden dort verbracht, uns die Nasen an etlichen der 55 Schaubecken platt gedrückt, in denen rund 8.000 Wasserbewohner zu Hause sind. Fast etwas viel für Tom: der Glastunnel, der mitten durch "The Big Blue", Europas tiefsten Haitank, führt und in dem Stachelrochen, Sandtigerhaie und Muränen scheinbar gefährlich nah kommen. Geöffnet täglich 10 bis 18 Uhr; Eintritt: Erwachsene 18 Euro, Kinder 14 Euro (bis drei Jahre frei); Infos: www.palmaaquarium.com

Sineu: Wochenmarkt mit Huhn und Esel

Ein Händler hat Tom Salatblätter in die Hand gedrückt. Jetzt steckt er das Grünzeug eifrig durch die Maschen eines Hühnerkäfigs. Rundherum gackert und piepst es. In Sineu, im Zentrum der Insel, findet jeden Mittwoch Mallorcas größter Viehmarkt statt (oberhalb vom stillgelegten Bahnhof). Wer sehen will, wie Ziegen, Esel, Kühe den Besitzer wechseln, sollte früh da sein - gegen neun Uhr. Achtung: Die Mallorquiner gehen mit den Tieren nicht eben zimperlich um, tragen sie auch mal kopfunter zum Auto. Auch ohne Streichelzoofaktor wäre der Markt übrigens einer der Schönsten der Insel. Wir lassen uns stundenlang durch die engen Gassen treiben, wo man auch Obst, Gemüse, Keramik und Schnickschnack aller Art findet.

Capdepera: Ritterspiele mit Aussicht

Vielleicht liegt es in den Genen: Auf der Burg von Capdepera jedenfalls verwandelte sich unser Sohn sofort in einen gefährlichen Ritter. Die Anlage ist die größte und besterhaltene der Insel, die wuchtige Festungsmauer rundherum begehbar. Während Tom durch die Schießscharten nach imaginären Angreifern Ausschau hielt, ließen wir unseren Blick über die Buchten des Nordostens schweifen. Selbst die 75 Kilometer entfernte Nachbarinsel Menorca ist bei klarer Sicht von hier zu sehen. Wer noch mehr Weitblick will, steigt der Kapelle ganz oben auf dem Burghügel aufs Dach. Den Eingang der Anlage erreicht man am besten zu Fuß, von der Placa Espanya (an der Durchgangsstraße) aus geht's über 147 Stufen geradewegs nach oben. Geöffnet im Sommer täglich 9 bis 20 Uhr, im Winter bis 17 Uhr; Eintritt 2 Euro pro Person.

Mallorca mit Kindern: Bücher zum Weiterlesen

  • Wolfgang Heitzmann: Genusswandern auf Mallorca. Bruckmann, 19,95 Euro
  • Hans-R. Grundmann: Mallorca. Reise Know-How, 19,90 Euro
  • Familien-Reiseführer Mallorca. Companions, 12,80 Euro