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Experte erklärt "Vorsicht, pass auf!" 10 Sätze, die besser für unser Kind sind

Pass auf! Eltern-Warnungen und was sie bewirken
© Maria Sbytova / Shutterstock
Weil wir unsere Kinder beschützen wollen, neigen wir manchmal dazu, übervorsichtig zu sein. Doch sie vor allen Gefahren warnen zu wollen, tut ihnen nicht unbedingt gut. 

Wenn du abends deinen Tag vor dem inneren Auge vorüberziehen lässt - welche Sätze hast du heute wohl zu deinen Kindern am häufigsten gesagt? Also außer "Händewaschen nicht vergessen!" und "Iss bitte ordentlich"? Vermutlich hast du mehr als einmal auch "Vorsicht, pass auf!" gerufen. Klar, schließlich will man nicht, dass die Kinder sich wehtun oder sogar ernsthaft verletzen. Was also soll an dieser Warnung verkehrt sein?

Möglicherweise das: Wer seine Kinder immerzu ermahnt, aufzupassen, sorgt im Zweifel dafür, dass sie nicht lernen, Risiken einzugehen und Fehler zu machen. "Es ist das Zwei-Wort-Äquivalent zur Helikoptererziehung", schreibt Alexia Dellner auf Purewow.com, und zitiert mehrere Expert:innen zum Thema.

Ermutigen ist sinnvoller als Warnen

“Risiken einzugehen bedeutet auch, zu scheitern”, schreibt etwa Jamie Glowacki in seinem Buch "Oh Crap! I Have a Toddler", und erläutert: “Wenn du nie ein Risiko eingehst, wenn du immer auf Nummer sicher gehst, bekommst du Angst, Fehler zu machen. Du bekommst Angst vor dem Scheitern. Die Auswirkungen dieser Grundhaltung beeinflussen Menschen ihr Leben lang.” Dabei ist Scheitern nicht unbedingt etwas Schlechtes — seine Komfortzone zu verlassen, erweist sich sehr oft als der richtige Weg.

Hinzu kommt: Einem Kind auf dem Klettergerüst oder der Schaukel "Pass auf!" zuzurufen, gibt ihm das Gefühl, dass du wenig Vertrauen in seine Fähigkeiten hast oder dass Gefahren lauern, die nur Erwachsene erkennen können – beides kann beim Kind Selbstzweifel und Ängste auslösen. Eine Studie der australischen Macquarie University fand heraus, dass Kinder, die nie dazu ermutigt werden, Risiken einzugehen, später eher zu Angststörungen neigen als andere Kinder.

Wir unterschätzen unsere Kinder

Aber was, wenn das Kind vor den eigenen Augen fast stürzt oder sich vermeintlich gleich wehtun wird? Glowacki schreibt, dass wir überrascht sein werden, wie gut unsere Kinder mit Gefahren umgehen, wenn wir uns unsere ängstlichen Warnungen verkneifen. Und auch wenn die Kinder Fehler machen werden, werden sie immer auch tolle Erfolge erzielen, wenn wir sie nur lassen (natürlich gibt es immer Situationen, wo eine Warnung absolut notwendig ist – etwa am Wasser oder im Straßenverkehr.)

Was wir stattdessen sagen könnten

Statt "Pass auf!" zu rufen, kann man den Moment viel besser nutzen, um Gefahrenbewusstsein und Problemlösungsstrategien einzuüben. Hier sind 10 Sätze, die ihr statt "Pass auf!" sagen könntet, wenn ihr euch um euer Kind sorgt:

  • Denk dran… dass Scheren spitz sind, deine Schwester neben dir steht, Steine schwer sind.
  • Merkst du… wie rutschig der Boden ist, wie voll das Glas ist, wie zerbrechlich der Ast ist?
  • Was hast du vor … mit dem Stock, wenn du den Baum hochkletterst?
  • Fühlst du … dichsicher auf dem Fahrrad, die Hitze des Feuers?
  • Wie kommst du wieder… runter, hoch, hinüber?
  • Siehst du … das Spielzeug auf dem Boden, den Abhang, den großen Stein dort drüben?
  • Benutze auch deine … Hände, Arme, Beine.
  • Bist du … aufgeregt, müde, ängstlich?
  • Lass dir Zeit.
  • Ich bin hier, wenn du mich brauchst.
ELTERN

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