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"noch mehr benachteiligt" Elterngeld-Kürzung: So denken Paare und Familien über die Streichung

Eine Person wirft Geld in ein Sparschwein, daneben stehen Papierfiguren einer Familie
© Looker_Studio / Adobe Stock
Das Elterngeld soll ab einem bestimmten Einkommen für Gutverdienende gestrichen werden. So jedenfalls der Haushaltsentwurf 2024 der Politik. Bei manchen kommt die Idee gut an, andere kritisieren sie oder zeigen Probleme auf. Sowohl betroffene als auch nicht betroffene Eltern haben sich in unserer Community ausgetauscht.

Die Politik macht es Familien oft nicht einfach. Schon bei der Kindergrundsicherung lassen die Entscheidungen weiterhin auf sich warten. Das Betreuungsproblem in Krippen, Kitas oder bei Tagesmüttern wird auch seit Jahren nicht besser – der Fachkräftemangel ist ein Problem und gleichzeitig wird denjenigen, die bereits beispielsweise im Erzieher:innen-Job stecken, immer mehr zugemutet. Größere Gruppen in Kitas und auch immer mehr Kinder in den Schulklassen – wann kommt das Geld der Politik denn einmal dort an, wo es benötigt wird?

Das fragen sich aktuell einige Eltern. Aber was gerade zusätzlich für Diskussionen sorgt, ist das Elterngeld. Ein neuer Entwurf für den Haushalt 2024 sieht vor, dass Familien mit einem gemeinsamen Einkommen von 150.000 Euro im Jahr das Elterngeld gestrichen werden soll. Wichtig: Es geht nicht um das Bruttoeinkommen, sondern um das zu versteuernde Einkommen, also: das Bruttoeinkommen minus Freibeträge und Werbungskosten. Die Absenkung in der Bemessungsgrundlage soll 500 Millionen Euro einsparen.

Trotzdem trifft die Nachricht einige Familien, die zu Beginn des kommenden Jahres ein Baby erwarten. Denn sie könnten nach dem Prinzip bemessen werden. Laut Bundesfamilienministerin Lisa Paus könnten 60.000 Familien von der Regelung betroffen sein, bestätigt sie der Sendergruppe RTL/ntv.

Bei Eltern löst diese Ansage die unterschiedlichsten Reaktionen aus. Wir haben einige Meinungen aus unserer Community für euch gesammelt.

Mehr Probleme anstatt weniger?

In der Diskussion zeigt sich: Es gibt Stimmen für und gegen die Änderung des Elterngeldes. Viele Punkte mögen durchaus berechtigt sein. Beispielsweise, dass die Politik nicht die Engpässe in der Betreuung mitdenkt – es fehlen 2023 laut Bertelsmannstiftung beispielsweise rund 384.000 Kitaplätze – und dass in manchen Ballungsräumen die Mieten und dementsprechend die Gehälter höher sind. Andere wiederum sind der Meinung, dass man ab einem bestimmten Einkommen die Möglichkeit hätte, Geld zurückzulegen; und auch das wird von einigen Elternteilen bestätigt. Fakt ist: Frauen nutzen den Großteil der Elternzeit, oft, weil sie häufiger in schlechter bezahlten Jobs arbeiten. Und was das Elterngeld mit anstoßen sollte: Die finanzielle Unabhängigkeit der Mutter gerät in den Hintergrund.

Das Problem ist, dass wir um die strukturellen Probleme in der Kinderbetreuung seit Jahren nicht herumkommen und sich nicht wirklich etwas bessert. Die Politik müsste sich mehr darum kümmern, in eine familienfreundliche Gesellschaft zu investieren, anstatt Geld zu streichen. Stattdessen ist die für 2025 geplante Kindergrundsicherung immer noch umstritten, während zu 2024 bereits Geld entfallen soll. Kein Wunder also, dass das Thema gerade in jeglichen Medien und Foren polarisiert und bereits eine Petition gegen die Elterngeld-Streichung ins Leben gerufen wurde.

Verwendete Quellen: tagesschau.de, urbia.de/forum, rnd.de, bertelsmann-stiftung.de, deutschlandfunk.de

lkl ELTERN

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