Versicherungs-Check
 
Die besten Krankenkassen für Familien

Wo sind Paare mit Kinderwunsch, Schwangere und Eltern optimal aufgehoben? ELTERN hat den deutschen Markt gecheckt und die Top-Anbieter herausgefiltert. Hier findest Du die gesetzliche Krankenversicherung, die am besten zu Dir passt.

Versicherungs-Check: Die besten Krankenkassen für Familien
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Inhalt: 
Kinderwunsch: höhere Zuschüsse, höhere AltersgrenzenSchwangerschaft und danach: Netzwerk von SpezialistenMit größeren Kindern: Rooming-in und HaushaltshilfeKassenwechsel: So funktioniert's

Mit der Krankenkasse verhält es sich wie mit dem ersten Girokonto. Hat man sie erst mal, bleibt man meist dabei, aus reiner Gewohnheit. Dabei lohnt es sich zu prüfen, ob die Versicherung noch zur eigenen Lebenssituation passt. Das gilt gerade für Familien, denn viele gesetzliche Krankenkassen (GKV) bieten ihnen satte Extras. Sie zahlen für Osteopathie oder die Hebammenrufbereitschaft, geben zusätzliches Geld für künstliche Befruchtung oder eine Haushaltshilfe – über die gesetzlich vorgeschriebenen 95 Prozent der GKV-Leistungen hinaus. Mit diesen „freiwilligen Leistungen“ können sich die Krankenkassen profilieren und gezielt Neumitglieder werben, zum Beispiel Familien.

Die Kassen variieren allerdings auch im Preis. Der Beitragssatz sehr günstiger Versicherungen liegt bei 14,9 Prozent (vom Einkommen des Versicherten), die teuersten nehmen satte 16,4 Prozent. Hier muss jeder für sich überlegen, ob die Extras einen monatlich höheren Beitrag rechtfertigen. Weil der Vergleich wegen vieler Sonderregelungen und Bestimmungen nicht einfach ist, hat ELTERN das Vergleichsportal kassensuche.de gebeten, die besten GKV für Paare mit Kinderwunsch, Eltern rund um Schwangerschaft und Geburt sowie für Familien mit älteren Kindern zusammenzustellen.

Hier kommen die Top-5-Krankenkasse nach Lebensphasen!

In jeder dieser Lebensphasen sind bestimmte Leistungen besonders wichtig: Mit Kind im Bauch zum Beispiel ist man froh, wenn die Kasse die Kosten für die Hebammenrufbereitschaft übernimmt. Deshalb gewichten wir dieses Kriterium in der Kategorie „Schwangerschaft“ stark – wogegen Familien mit älteren Kindern auf so ein Angebot gut verzichten können.

Nicht immer ist uns die Auswahl der Kriterien und ihre Gewichtung leicht gefallen. Bei der Pränataldiagnostik zum Beispiel: Einige Krankenkassen bezahlen die Nackenfaltenmessung oder den Triple-Test. Für Paare, die diese Untersuchungen wollen, ist das ein Vorteil. Andererseits entsteht durch die Kostenübernahme schnell der Eindruck, alle Schwangeren sollten solche Tests machen. Weil dies Eltern wiederum unter Druck setzen kann, lassen wir diese Extra-Leistungen nur mit geringer Gewichtung in unsere Bewertung einfließen.
Wir haben die Top-5-Krankenkassen in diesen Kategorien zusammengestellt: für Paare mit Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und danach sowie für Familien mit Kindern ab einem Jahr. Dabei unterscheiden wir zwischen Leistungssiegern mit einem besonders umfangreichen Angebot und Preis-Leistungs-Siegern, die viel für relativ wenig Geld bieten, außerdem zwischen bundesweit tätigen Krankenkassen, die allen gesetzlich Versicherten offenstehen, und regional geöffneten Kassen (etwa in bestimmten Bundesländern). In unsere Auswertung sind viele Kriterien mit eingeflossen – der besseren Übersicht halber haben wir aber nur einige ausgewählte Leistungen in die Tabelle aufgenommen.

Alle Daten wurden von kassensuche.de erhoben, ausgewertet hat sie das Deutsche Finanz Service Institut DFSI in Zusammenarbeit mit ELTERN. Auf www.dfsi-institut.de sind Methodik und Gewichtung der Leistungen detailliert erklärt.

Kinderwunsch: höhere Zuschüsse, höhere Altersgrenzen

Wie sehr sich manche Kassen mit ihren Leistungen spezialisieren, zeigt sich am Beispiel Kinderwunschbehandlung. Einige GKV sind hier sehr großzügig und zahlen die komplette Behandlung – gesetzlich vorgeschrieben ist die Übernahme von 50 Prozent der Kosten. Andere Kassen beteiligen sich auch bei älteren Frauen und Männern an der Behandlung, normalerweise gelten strikte Altersgrenzen. Da es schnell um mehrere Tausend Euro geht, können Paare mit Kinderwunsch also viel Geld sparen, wenn sie vor der Behandlung die Krankenkasse wechseln.

Wichtig: Die Kündigungsfrist bei der bisherigen Kasse beträgt zwei Monate zum Monatsende. Wer zum Beispiel bis Ende November kündigt, ist ab Februar bei der neuen Krankenkasse versichert und kann dort Leistungen in Anspruch nehmen. Wartezeiten gibt es nicht.

Übersicht der Top 5-Krankenkassen für die Kinderwunsch-Phase als PDF.

Schwangerschaft und danach: Netzwerk von Spezialisten

Für Schwangere ist es interessant, wenn die Kasse Extra-Ultraschalls oder Hebammenrufbereitschaft bezahlt. Bei einer unauffälligen Schwangerschaft reichen die vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen zwar aus. Viele Eltern finden es aber faszinierend, ihr Kind Monat für Monat im Mutterleib wachsen zu sehen. Kosten pro Ultraschall: etwa 25 bis 40 Euro. Eine Beleghebamme nimmt für den Service, dass sie bei Weheneintritt sofort zur Stelle ist, durchschnittlich 450 Euro.
Wir werten es außerdem positiv, wenn sich die Versicherung in kritischen Situationen wie bei einer drohenden Frühgeburt um eine möglichst gute Versorgung bemüht, also besondere Konzepte entwickelt und eng mit Spezialisten zusammenarbeitet, die Diagnostik und Therapie übernehmen. Dadurch sollen Behandlungen besser aufeinander abgestimmt sein und Wartezeiten, Doppeluntersuchungen und Fehlbehandlungen vermieden werden.

Übersicht der Top 5-Krankenkassen für Schwangere als PDF.

Mit größeren Kindern: Rooming-in und Haushaltshilfe

Nach 18 Monaten Mitgliedschaft darf man die Krankenkasse erneut wechseln. In den ersten Jahren mit Baby dürften die meisten Eltern eher wenig Lust haben, sich auch noch darum zu kümmern. Sind die Kinder größer, lohnt es sich aber, noch mal einen Blick auf den Leistungsumfang zu werfen. Eine gute Krankenkasse für Familien zahlt die erweiterten Kindervorsorge- und Jugenduntersuchungen. Bei unseren Top 5 ist das keine Frage. Wir finden es außerdem wichtig, dass die Krankenkasse auch bei älteren Kindern die Kosten für Rooming-in, also die Begleitung der Eltern im Krankenhaus, übernimmt. Auch wenn ein Elternteil ausfällt, wird es schnell teuer, schließlich müssen die Kinder zu Hause versorgt werden. Die Krankenkassen sind zwar gesetzlich verpflichtet, eine Haushaltshilfe zu zahlen. Aber nur bei Kindern unter zwölf Jahren und höchstens für 26 Wochen. Einige Krankenkassen stocken den Zeitraum auf, andere zahlen auch, wenn die Kinder schon etwas älter sind. Eine echte Entlastung für Familien!

Übersicht der Top 5-Krankenkassen für Familien mit Kind über einem Jahr als PDF.

Kassenwechsel: So funktioniert's

  1. Die bisherige Krankenkasse schriftlich kündigen, am besten per Einschreiben mit Rückschein.
  2. Nachhaken, falls innerhalb von 14 Tagen keine Bestätigung der Kündigung eingeht.
  3. Antrag auf Mitgliedschaft bei der neuen Kasse stellen und die Kündigungsbestätigung beilegen.