25 Kinderdepots im Vergleich
 
Geld für große Träume

Langfristig sparen lohnt. Wir zeigen euch, welche Kinderdepots viel Auswahl bieten und gleichzeitig wenig kosten.

25 Kinderdepots im Vergleich: Geld für große Träume
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Jetzt über Geldanlage zu sprechen, wirkt irgendwie verrückt. Die Wirtschaft lahmt, viele Beschäftigte sind in Kurzarbeit, niemand weiß, wie es die nächsten Wochen und Monate weitergeht. Die Kurse an den Börsen sind eingebrochen, und all diejenigen, die schon immer gesagt haben „Das mit den Börsen geht nicht gut, wir machen lieber was Sicheres“, scheinen Recht zu haben. Aber das ist eine kurzfristige Sicht, und wir blicken lieber nach vorn.

Kinder kosten Geld – je älter sie werden, desto mehr. Eltern sind verpflichtet, bis zum Ende der ersten Berufsausbildung Unterhalt zu zahlen. Aktuell kostet sie ein durchschnittliches Studium knapp 38.000 Euro. Wer top verdient, kann das vielleicht nebenher leisten, viele andere dürften aber Probleme haben, Monat für Monat mehrere Hundert Euro abzudrücken. Sie müssen also früher anfangen zu sparen – und hier brachten Fonds in der Vergangenheit weit bessere Renditen als Festgeld oder Ausbildungsversicherungen.

Auf lange Sicht ein Erfolg

Zwar sind die Aktienkurse im Zuge von Corona weltweit eingebrochen. Doch solche Turbulenzen gab es in den vergangenen 20 Jahren immer wieder, Stichwort Finanzkrise. Trotzdem erzielten Anleger mit Fondsparplänen im Schnitt rund sieben Prozent Rendite. Legt man diesen Wert zugrunde und spart von Geburt bis zur Volljährigkeit seines Kindes Monat für Monat 50 Euro an, kommt man auf die stattliche Summe von 21.165 Euro. Damit verliert ein Studium seinen finanziellen Schrecken.

Niemand kann garantieren, dass nach Corona die Kurse wieder steigen werden. Aber die Entwicklungen in der Vergangenheit sprechen dafür, dass sich eine langfristige Anlage an den Kapitalmärkten lohnt. Für Eltern eine Chance, schließlich können sie über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren planen.

Immer noch gut?

Um in Wertpapiere anzulegen, braucht man ein Depot. Etliche Banken und Sparkassen bieten Depots speziell für Kinder an. ELTERN hat sich diese Angebote im vergangenen Jahr genauer angesehen. Jetzt wollten wir wissen: Wie hat sich der Markt seitdem entwickelt? Sind unsere Top-Anbieter von damals immer noch gut? Um das herauszufinden, haben wir das renommierte Analysehaus tetralog aus München gebeten, die Angebote von Filialbanken, Direkt-Banken, Fondsbanken und Robo-­Advisors erneut unter die Lupe zu nehmen. Wie beim Test im vergangenen Jahr interessierte uns, bei welchen wichtigen überregionalen Anbietern Eltern schon für wenig Geld aus einer großen ­Anzahl an Fonds auswählen können, wie hoch die Kosten sind und ob der Service stimmt. 

Die gute Nachricht: Das Angebot hat sich insgesamt verbessert. Im Durchschnitt erreichten die von uns getesteten Anbieter 72 von 100 möglichen Punkten, bei unserem ersten Test waren es nur knapp 68 Punkte. Fünf der sieben Top-Anbieter aus dem vergangenen Jahr sind wieder vorn mit dabei, insgesamt acht Unternehmen schafften eine Fünf-Sterne-Bewertung.

Bemerkenswert: Auf den ersten Plätzen stehen drei Robo-Advisors, das sind digitale Anlageberater, die für den Kunden entsprechend seinen Vorstellungen ein Fondspaket zusammenstellen und verwalten. Die Programme beobachten die Wertentwicklung, schichten Papiere um oder kaufen neue dazu – immer mit dem Ziel einer optimalen Rendite. Dem Corona-Crash konnten sie bisher wenig entgegensetzen, auch sie mussten herbe Verluste hinnehmen. Wie sich die Anlagesumme über einen langen Zeitraum entwickelt, wird sich erst zeigen.

Bei den Kosten sparen

Wir schauen in unserem Test nicht auf Renditen, schließlich hängen die maßgeblich von den eigenen Anlageentscheidungen ab. Uns interessieren die Voraussetzungen, und die finden wir überwiegend gut. Fast alle Unternehmen im Test bieten eine kostenlose Depotführung für Minderjährige an. Bei 40 Prozent der getesteten Anbieter können Anleger aus einer großen Zahl an Aktienfonds und börsengehandelten Indexfonds (=ETF, Exchange Traded Funds) auswählen, für die keine Ausgabeaufschläge oder Transaktionskosten anfallen. Weil es mitunter schwierig ist, sich einen Überblick über die Kosten zu verschaffen, haben wir ausgerechnet, was ein Mustersparplan über 50 Euro kostet. Die Spanne liegt zwischen null und 39 Euro pro Jahr, bei manchen Anbietern bekommen Eltern dank Sonderaktionen im ersten Jahr sogar Geld dazu.

Nicht nur für Wohlhabende

Neben den Kosten interessierte uns, ob die Banken Mindestanlagen verlangen und wie hoch die Minimum-Sparrate sein muss. Das ist wichtig zu wissen, weil nicht jede Familie Geld auf der hohen Kante hat oder monatlich größere Summen einzahlen kann. Nur drei von 25 Anbietern im Test erwarten eine Mindestanlage, um einen Sparplan zu starten. 16 von 25 bieten Sparpläne ab 25 Euro monatlich oder niedriger an. Solche Summen sind für viele Familien machbar.

Außerdem haben wir bewertet, wie groß die Auswahl an Fonds- und ETF-Sparplänen ist. Der eine möchte vielleicht nur in einen nachhaltigen Fonds anlegen, der andere einen speziellen Index nachbilden. Bei fast allen Anbietern im Test ist die Auswahl sehr groß. Nur Deka und Union Investment bieten keine ETF-Sparpläne an. Bei den Robo-Advisors mussten wir anders werten, weil sie für den Kunden Papiere auswählen, die seiner Risikoneigung entsprechen. Sie haben ein kleineres Angebot, punkten aber dadurch, dass sie das Depot aktiv managen.

Beim Service hapert’s

Geldanlage ist ein Thema, vor dem sich viele Menschen gern drücken. Depoteröffnung, Ermittlung des eigenen Risikoprofils, Auswahl der Wertpapiere – das alles macht Arbeit. Wir finden: Die Anbieter sollten ihre Kunden darin bestmöglich unterstützen. Leider gibt es beim Service deutlich Nachholbedarf. Er hat sich im Vergleich zum ersten Test sogar verschlechtert. Dabei wäre es gerade in unsicheren Zeiten wie jetzt wichtig, Anlegern zu helfen, auch online ein eigenes Risikoprofil zu ermitteln und das Portfolio entsprechend zusammenzustellen – damit auf lange Sicht die Geldanlage eine Erfolgsgeschichte wird.
 

25 Kinderdepots im Vergleich

ELTERN und das Analysehaus tetralog haben 25 Kinderdepots (PDF) getestet und zeigen, welche Angebote besonders gut eignet sind. Acht Anbieter erreichen die Bestbewertung.

Wie wurde getestet?
Für unseren Test hat das Analyseinstitut tetralog die wichtigsten überregionalen Angebote analysiert – daneben bieten auch regionale Banken und Sparkassen Kinder-Depots an. In jedem Untersuchungsbereich wurden Kriterien definiert, die mit unterschiedlicher Gewichtung ins Ergebnis einflossen. Beispiel: Bei den Kosten zählte eine kostenlose Depotführung mehr als die Höhe der Ausgabeaufschläge bei Fonds.

Ausgezeichnete Anbieter haben die Möglichkeit, für ihre Außendarstelleung ein ELTERN-Siegel zu erwerben. Weitere Infos unter eltern.de/siegel.