25 Kinderdepots im Vergleich
 
Welches Kinderdepot ist für uns das richtige?

Viele Eltern und Großeltern wollen für ihr Kind bzw. die Enkel sparen. ELTERN und das Analysehaus tetralog zeigen, welche Kinderdepots sich dafür besonders gut eignen. Von den 25 Anbietern erreichen immerhin 7 die Bestbewertung!

25 Kinderdepots im Vergleich: Welches Kinderdepot ist für uns das richtige?
iStock, svetikd
Inhalt: 
Kinderdepot vs. ErwachsenendepotDigitale Helfer für Kinderdepots sind im KommenWelche Kosten entstehen bei Kinderdepots?Welche finanziellen Voraussetzungen benötige ich für ein Kinderdepot?Das Investment-UniversumDie Serviceleistungen25 Kinderdepots im Vergleich

Kinderdepot vs. Erwachsenendepot

Früher hieß es, ein Kind koste so viel wie ein Eigenheim. Tatsächlich geben Eltern bis zur Volljährigkeit im Schnitt 141 000 Euro pro Kind aus. Ein Eigenheim bekommt man dafür heute leider kaum noch irgendwo. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Kinder – auch wenn sie uns froh und glücklich machen – jede Menge Geld kosten. Auch über den 18. Geburtstag hinaus, schließlich sind Eltern verpflichtet, während der Ausbildung Unterhalt zu zahlen. Wer seinem Kind darüber hinaus noch ein Auslandsjahr, den Führerschein oder Orientierungspraktika ermöglichen möchte, fängt am besten früh an, Geld zurückzulegen. Von Ausbildungsversicherungen raten Verbraucherschützer ab: zu teuer, zu unflexibel, wenig lukrativ. Geld auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto anzulegen ist angesichts magerer Zinsen von unter einem Prozent keine echte Option.

Festgeld über zehn Jahre wird selbst bei Topanbietern nur mit 1,6 bis 1,8 Prozent verzinst. Weit lukrativer sind Sparpläne mit aktiv gemanagten Fonds oder Indexfonds, sogenannten ETFs, die einen Aktienindex wie den MSCI World nachbilden. Weil das Geld über einen sehr langen Zeitraum angespart wird, lassen sich Höhen und Tiefen am Aktienmarkt ausgleichen. In der Vergangenheit erzielten gute Fonds Renditen von sechs Prozent und mehr.
Wir finden: Das lohnt sich. Um Fonds zu kaufen und zu verwalten, braucht man ein Bankdepot. Das können Eltern auf ihren Namen eröffnen, oder sie wählen ein Kinderdepot aus, das sie bis zur Volljährigkeit verwalten. Vorteile des Erwachsenendepots: Eltern behalten auch nach dem 18. Geburtstag die Verfügungsgewalt und können mit dem Geld zum Beispiel die Ausbildung finanzieren. Gehört das Geld zu ihrem Vermögen, wird es außerdem nicht für die Berechnung des BAföG-Anspruchs herangezogen.

Doch für ein Kinderdepot gibt es ebenso gute Gründe. Zuallererst: Das Geld gehört dem Kind. Großeltern, Tanten und Onkel können sicher sein, dass sich nicht die Eltern bedienen. Tun sie es doch, müssen sie das Geld zurückzahlen. Das Kinderdepot lohnt sich auch, wenn Eltern regelmäßig den Sparer-Pauschbetrag überschreiten. Fließt monatlich Geld auf das Konto des Kindes, profitieren sie von dessen steuerlichen Freibeträgen.

Digitale Helfer für Kinderdepots sind im Kommen

ELTERN wollte wissen, welche Banken gute Depots für Kinder anbieten, und hat das renommierte Analysehaus tetralog aus München gebeten, den Markt zu sichten. Unter den 25 ausgewählten Anbietern von Kinderdepots sind traditionelle Filialbanken, Onlinebanken und reine Fondsbanken. Außerdem bieten vier Robo-Advisors Kinderdepots an. Robo-Advisors sind digitale Anlageberater, die für den Kunden auf Basis seiner Vorstellungen ein Portfolio aus verschiedenen Fonds zusammenstellen und verwalten. Mithilfe von Algorithmen wird die Wertentwicklung kontrolliert, die Robos schichten Papiere um oder tauschen Fonds aus. Damit nehmen sie dem Kunden Arbeit ab, lassen sich diese Dienstleistung aber bezahlen, indem sie zwischen 0,6 und 1 Prozent der Anlagesumme als Vermögensverwaltungsgebühr verlangen. Wie gut sich die Portfolios langfristig entwickeln, lässt sich bisher nicht sagen, dafür gibt es die digitalen Helfer noch nicht lange genug.

Wir haben uns für alle Kinderdepots die Kosten, die Anlagevoraussetzungen, das Investmentuniversum und die Serviceleistungen angesehen und nach diesen Kriterien die Top-Angebote ermittelt:

Welche Kosten entstehen bei Kinderdepots?

Erfreulich: 93 Prozent der getesteten Kinderdepots sind kostenlos. Knapp jede dritte Bank hat ETFs im Angebot, für die keine Transaktionskosten anfallen. Bei 20 Prozent der von uns geprüften Anbieter gibt es Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Das spart Geld, das für das Kind angelegt werden kann. Eigentlich wollten wir für jeden Anbieter berechnen, was ein Fondssparplan mit 50 Euro im Monat kostet. Wegen der vielen zeitlich befristeten Angebote und Sonderaktionen war aber kein seriöser Vergleich möglich.
Was wir sagen können: Comdirect und DKB sind besonders preisgünstig.

Welche finanziellen Voraussetzungen benötige ich für ein Kinderdepot?

Auch bei den Anlage-Voraussetzungen waren wir zufrieden: Die meisten der von uns getesteten Gesellschaften bieten schon ab 50 Euro Sparpläne an, bei mehr als der Hälfte kann ab 25 Euro gespart werden. Das macht es Familien leichter, in mageren Zeiten dranzubleiben. Drei Anbieter fordern eine Mindesteinmalanlage von 1000 Euro, der Robo-Advisor Scalable sogar 10 000 Euro. Wir finden das zu hoch und geben entsprechend wenig Punkte. Aber es gibt Alternativen: Mehr als drei Viertel der Anbieter im Test sind mit einer Mindestanlage von unter 100 Euro zufrieden, wenn gleichzeitig ein Sparplan abgeschlossen wird.

Das Investment-Universum

Bei den Investment-Möglichkeiten haben wir uns angesehen, wie groß die Fonds-Auswahl ist. Alle Anbieter in unserem Test haben Fonds unterschiedlicher Gesellschaften im Programm. Das ist gut, weil man sich so nicht an eine Gesellschaft bindet. Nur zwei Banken bieten weniger als 200 Fonds für Sparpläne an. Alle anderen liegen darüber, was Eltern viel Wahlmöglichkeit lässt. Bei den ETFs sind die Banken zurückhaltender. Nur rund jede zweite bietet hier große Auswahl. Die Robo-Advisors beschränken sich grundsätzlich auf ein kleineres Universum, dafür punkten sie – wie oben beschrieben – durch das Investmentmanagement. Das wiederum ist bei den herkömmlichen Depots selten: Nur die Fondsbanken Deka und Union Investment helfen dabei, das eigene Risikoprofil – eher konservativ oder ertragsorientiert – zu ermitteln. Und nur fünf Banken machen Vorschläge für ein Portfolio aus verschiedenen Fonds. Wer mehr Unterstützung möchte, sollte sich die Robos genauer ansehen.

Die Serviceleistungen

Schließlich lohnt noch ein Blick auf den Service. 68 Prozent der getesteten Banken stellen einen Sparplan-Rechner zur Verfügung – mit Maxblue, Union Investment und HypoVereinsbank berücksichtigen allerdings nur drei Institute die Inflation. Da Eltern über einen langen Zeitraum ansparen, spielt die Kaufkraftminderung des Geldes aber durchaus eine Rolle und sollte mitberücksichtigt werden.
Was uns wundert: Nur jeder dritte Anbieter im Test erklärt detailliert, worauf es beim Sparen für Kinder ankommt. Wir hätten erwartet, dass dieses Thema mehr Gewicht bekommt.
Und bei einem Punkt sehen wir Nachholbedarf: Keine Bank und kein Robo-Advisor bereitet die Informationen über das eigene Depot so auf, dass es Kinder und Jugendliche verstehen. Dabei sind sie die Eigentümer des Geldes – und müssen lernen, spätestens mit 18 Jahren vernünftig damit umzugehen.

25 Kinderdepots im Vergleich

ELTERN und das Analysehaus tetralog haben 25 Kinderdepots (PDF) getestet und zeigen, welche Angebote besonders gut eignet sind. Sieben Anbieter erreichen die Bestbewertung.