Neue Paare
 
Kinder und Karriere - wie schaffen Sie das?

Noch sind sie eher die Ausnahme - doch es werden immer mehr: Elternpaare, die sich gleichberechtigt um die Kinder kümmern und beide im Beruf erfolgreich sind. Gehören Sie auch dazu? Dann erzählen Sie uns, wie Sie diese Herausforderung meistern.

Eltern mit Kindern am Frühstückstisch
Thinkstock, monkeybusinessimages
Die neuen Paare: Gleiche Rechte, gleiche Pflichten

Bislang sah es oft so aus: Zwei Menschen, beide erfolgreich in ihrem Job, lernen sich kennen, verlieben sich, und beschließen irgendwann, eine Familie zu gründen. Und dann schnappt sie häufig doch wieder zu: die Geschlechterfalle. Obwohl keiner von beiden es so geplant hat, rutschen sie in alte Rollenmuster: Die Frau bleibt zunächst bei dem Kind zuhause, während der Mann sich beruflich richtig reinhängt, um die Familie zu versorgen. Und selbst wenn die Mutter später wieder zumindest teilweise arbeiten geht, wird sie in den meisten Fällen weiterhin den Großteil der Kindererziehung und des Haushalts organisieren.
Mittlerweile gibt es allerdings immer mehr Paare, die Kinder und Karriere wollen - und zwar beide! Das bestätigt auch eine neue Studie der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e. V. (EAF), die über tausend solcher "neuen Paare" unter die Lupe genommen hat. Fazit: Diese Männer und Frauen sind zufrieden mit ihrer Lebensgestaltung, sind sich aber auch bewusst, dass sie für die Verwirklichung dieses Modells auf Freizeit verzichten und viel organisieren müssen. Ganz offensichtlich sind es die Frauen, die stärker auf eine solch gleichberechtigte Partnerschaft hinarbeiten, doch die Männer ziehen mit - obwohl es ihnen in der Arbeitswelt oft noch schwerer gemacht wird, zugunsten der Familie kürzer zu treten. Die Autoren der Studie fordern daher sowohl von der Politik als auch von den Unternehmen, stärker auf die Bedürfnisse von Vätern einzugehen und familienfreundliche Maßnahmen weiter voranzutreiben.

Wie managen Sie den Spagat zwischen Familie und Beruf?

Allerdings gehören die befragten Eltern fast ausschließlich zu der Riege der Fach- und Führungskräfte. Klar, dass die es nicht nur einfacher haben, ihre Wünsche innerhalb der Firma durchzusetzen - sie haben auch einfach mehr finanziellen Spielraum, um sich etwa eine gute Kinderbetreuung und eine Haushaltshilfe zu leisten.
Aber sicher gibt es auch Paare, die nicht gerade auf Rosen gebettet sind und es trotzdem schaffen, sich zu gleichen Teilen um ihre Kinder und um ihr berufliches Fortkommen zu kümmern. Gehören Sie dazu? Dann erzählen Sie uns, wie Sie das schaffen: Wie organisieren Sie Ihren Alltag? Wie handeln Sie untereinander die Aufgabenverteilung aus? Welche Widerstände mussten Sie dazu im Unternehmen, aber auch in ihrem Umfeld - dessen oftmals eher tradierte Rollenbilder die in der Studie befragten Paare als ein weiteres Problem empfanden - dazu überwinden? Wir sind gespannt! Schreiben Sie uns Ihre Geschichte an userkommentare@eltern.de.

Hier berichten User über ihre Erfahrungen:

Arbeiten mit Kind(ern) von Emilia Vinninger Vor vier Jahren, als unser erster Sohn Luca auf die Welt kam, bin ich (natürlich) zu Hause geblieben um mich um ihn zu kümmern. Mein Mann Tom ging arbeiten. Manchmal war er fast eine ganze Woche auf irgendwelchen Reisen. Am Anfang hat es mich nicht gestört, aber nach etwa einem halben Jahr wollte ich auch mal wieder zum Sport und auch einfach mal abends mit meiner Freundin essen gehen. Aber das war kaum möglich, denn mein Mann war in seinem Job sehr eingespannt und konnte nicht einfach sagen, er gehe nicht mehr zu den Reisen. Aber da mein Mann selbst auch fand, dass er zu wenig Zeit mit Luca verbrachte, beschlossen wir, einen Kompromiss zu finden. Wir einigten uns also darauf, dass mein Mann nicht mehr im Außendienst, sondern direkt in der Firma arbeiten solle. Der Chef willigte auch sofort ein, nur leider war sein Gehalt um fast 1000€ gesunken und das bedeutete, wir mussten entweder umziehen oder ich brauche auch einen Job. Doch mit Luca war das nicht so einfach, denn Oma und Opa haben ja auch nicht immer Zeit. Also beschloss ich, anstatt wie früher in einem Architekturbüro mit anderen Architekten zu arbeiten, einfach von zu Hause aus zu arbeiten. Wenn Kunden kamen, schlief Luca meist oder spielte im Nebenzimmer. Die Kunden nahmen es dankend an, wenn sie ihre eigenen Kinder einfach mitbringen konnten. Zwar ist mein Einkommen jetzt unregelmäßig, aber doch nicht niedrig. Unser Monatseinkommen hat sich seither (nach den -1000€) wieder um fast 4000€ erhöht. Mit Maja war dann alles ein kleineres Problem: Ich machte zwei Monate Pause (einen vor und einen nach der Geburt) und machte dann einfach weiter.Momentan mache ich auch eine Pause, da meine Zwillinge in 7 Wochen kommen sollen und Zwillinge ja meist früher da sind ..Ende gut alles gut von littlepoutHalloWir sind noch eine recht junge Familie. Mein Mann ist 25 , mein Sohn fast 2 und ich erst 24 Jahre alt. Mein Mann und ich studieren noch, aber ich arbeite noch neben bei in einem Ingenieurbüro um die Familie überwasser zu halten. Nach dem uns der Kindergartenplatz wieder aberkannt wurde,weil eine andere Familie ihn nötiger hatte, standen wir kurze Zeit im Regen. Jetzt ist es gott sei dank so, dass wir es irgendwie hinbekommen haben. Der Kleine geht 2 Tage die Woche zur Tagesmutter ( mehr können wir uns nicht leisten) Ich arbeite an diesen Tage von morgens bis abends und nehme mir den rest arbeit mit nach Hause. Ich hatte wirklich glück mit meiner Firma, denn ich habe flexible arbeitszeiten. Wichtig ist nur gesetzte Termine einzuhalten, wie ist egal? Ob nun mit Sonntagsarbeit oder Nachschichten. Es ist zwar hart, aber nur so klappt es mit der Familie. Wir reichen uns meistens die Klinke in die Han, mein Mann und ich. Wenn ich komme, geht er zur Uni und umgekehrt. Der Haushalt wird dann am Freitagabend zusammen gemacht, so das das Wochenende so weit nur für die Familie und Ausflüge ist. Wir hatten oft Probleme mit den verwandten, denn keiner verstand, warum wir das so kompliziert machen. Das altmodische, die Frau bleibt zu Hause ist in deren Köpfen noch stark verankert, aber ich wollte nicht! Und mein Mann steht da voll hinter mir. Fiese Bemerkungen kontern wir meistens damit, das wir noch Jung und Belastbar sind, auch wenn das nicht unbedingt stimmt, es macht uns stolz das alles so hinzubekommen. Ich hoffe das ich nun endlich auch mein Diplom bekomme und dann wird alles sowieso viel einfacher, denn die Firma hat mir schon angeboten dort einzu steigen. Also hat sich die Mühe gelohnt.Ich bin stolz auch uns! Und ich würde es wieder so machen. Jeder muß für sich das richtige finden und das haben wir.