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Familienhilfe mit Rat und Tat

Im SOS-Kinderdorf Bremen unterstützt die Frühberatungsstelle Süd Eltern von Säuglingen und Kleinkindern. Einigen Fragen begegnen die Pädagogen dabei besonders oft.

Frühberatung: Familienhilfe mit Rat und Tat
SOS Kinderdorf

Ulrike Glingener kennt sich aus mit den Sorgen und Nöten frischgebackener Eltern. Seit 2013 arbeitet die Pädagogin für SOS-Kinderdorf Bremen in der Frühberatungsstelle Süd. Für uns hat sie die Antworten auf drei häufige Fragen aus ihrer Arbeit zusammengefasst.

Mein Kind schläft nicht ohne Mama. Was kann ich tun?
Grundsätzlich gilt: Früh übt sich – wer sich wünscht, das Kind möge mal ohne die Eltern schlafen. Denn dazu muss es sich mit anderen Menschen und an anderem Ort sicher genug fühlen können. Das wird es, wenn das andere Bett, der andere Einschlafpartner, die anderen Rituale gewohnt sind. Um das Kind an einen Übernachtungsbabysitter zu gewöhnen, rate ich, dass es erst mal am Tag in vertrauter Umgebung gemeinsam mit den Eltern und bei netten Aktivitäten den Babysitter kennenlernt. Die Eltern sollten sich mehr und mehr zurückziehen und irgendwann das Ins-Bett-Bringen übergeben. Beim Alleinschlafen helfen auch Gegenstände mit vertrauten Gerüchen – zum Beispiel Mamas getragenes T-Shirt oder der eigene Schlafsack, das Schmusetuch oder ein Kuscheltier. 
 

SOS Kinderdorf
Mein Kind mag das Essen nicht. Wie mache ich es ihm schmackhaft?
Liebevoll zubereitet und trotzdem unberührt – wohl alle Eltern haben schon einmal erlebt, dass es dem Kind einfach nicht mehr schmeckt. Je nach Alter kann das verschiedene Gründe haben. Wenn ein Baby beim Essen besonders wählerisch ist, gebe ich Eltern folgende Tipps: Zunächst ist es wichtig, nicht zu schnell zu viele verschiedene Speisen anzubieten. Lassen Sie Ihrem Baby mehrere Tage Zeit, sich an einen neuen Geschmack zu gewöhnen. Generell sollte Essen auch nicht mit Druck verbunden sein. Respektieren Sie die Grenzen Ihres Babys und wie viel es essen möchte. Um das Alter von zwei Jahren herum fangen Kinder dann an, ihr Nein auszuprobieren – auch beim Essen. Da rate ich zu Geduld. Es kann helfen, das Kind beim Zubereiten der Mahlzeiten dazuzuholen. Je mehr es sich eingebunden fühlt, umso unwahrscheinlicher wird eine Verweigerungshaltung. Außerdem helfen Rituale: Ein Tischspruch oder ein schön gedeckter Tisch regen auch bei Kindern den Appetit an. 

Mein Kind akzeptiert kein Nein. Wie schaffe ich es, dass es auf mich hört?
Im Alter von etwa einem Jahr entdeckt das Kind den Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und den Reaktionen seiner Eltern. Es tut etwas Verbotenes, Sie als Eltern regen sich auf. Für das Kind ist das einfach nur faszinierend. Es sieht, was es bewirken kann. In solchen Situationen ist es wichtig zu wissen, dass Ihr Kind in diesem Alter noch nicht versteht, was ein gesprochenes Verbot bedeutet. Denn das Kind lernt das nur durch entsprechende Handlungen. Nehmen Sie dem Kind einen verbotenen Gegenstand weg oder entfernen Sie es vom Ort des Geschehens. Damit es auch für Sie leichter ist, Verbote durchzusetzen, stellen Sie nicht zu viele davon auf. Gut ist es auch, dem Kind erlaubte Alternativen anzubieten, z. B. Klettern auf alten Polstern im Kinderzimmer, eine Ausräumschublade in der Küche usw. So bleiben Sie mit Ihrem Kind im Dialog.


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