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Eltern-Siegel für Krankenkassen Unser neues Ranking

Eltern-Siegel für Krankenkassen: Paar sitzt vor einem Laptop
© bnenin / Adobe Stock
Ihr überlegt, die Krankenversicherung zu wechseln? Wir haben die besten Krankenkassen für Familien ausfindig gemacht.

Lange Wartezeiten auf einen Arzttermin, überfüllte Praxen, Fließbanduntersuchungen – längst nicht alles läuft rund in unserem Gesundheitssystem. Spätestens, wenn der Praxis-Anrufbeantworter schnarrt: "Als Privatpatient drücken Sie bitte die Eins, als gesetzlich Versicherte bitte die Zwei", fühlt man sich in einer Zweiklassenmedizin.

Ein Für und Wider

Eine Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020 zeigte, was alle ahnen: dass Privatversicherte schneller Termine beim Facharzt bekommen als gesetzlich Versicherte. Trotzdem spricht vieles für die gesetzlichen Krankenkassen – vor allem bei Familien. Denn hier sind alle Kinder kostenlos mitversichert. Verdienen Ehepartner oder -partnerin wenig Geld, profitieren auch sie von der beitragsfreien Familienversicherung. Das ist ein großes Plus gegenüber den Privaten, bei denen jedes Familienmitglied eigenständig versichert sein muss.

Für Paare mit Kinderwunsch und Familien mit Baby lohnt es sich besonders, die eigene Krankenkasse unter die Lupe zu nehmen und zur Konkurrenz zu wechseln, wenn es dort bessere Angebote gibt. Denn viele Kassen bieten wertvolle Extras an. Sie punkten beim Service, übernehmen auf freiwilliger Basis Zusatzleistungen oder zahlen einen Bonus, wenn die Familie zur Vorsorge geht oder einen Eltern-Baby-Kurs besucht. Weil es Schöneres gibt, als Beitragssätze und Leistungen zu vergleichen und sich durch zahllose Internetseiten zu klicken, hat ELTERN das Vergleichsportal kassensuche.de beauftragt, die besten Krankenkassen für Familien zusammenzustellen. Unsere Tabellen zeigen alle Versicherungen, die überdurchschnittlich abgeschnitten haben.

Gut ist nicht immer teuer

Zum einen interessierten uns die Kosten. Angesichts steigender Preise für Lebensmittel und Energie ist jeder gesparte Euro gut. Neben dem allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent können die Krankenkassen einen Zusatzbeitrag verlangen. Alle Kassen nehmen diese Möglichkeit wahr, allerdings in unterschiedlicher Höhe.

Bei der günstigsten Krankenkasse in unserer Tabelle liegt der Beitrag bei 14,95 Prozent, bei der teuersten bei 17,10 Prozent. Vor allem aber haben wir uns die Extra-Angebote angesehen. Dafür muss man wissen: Rund 95 Prozent der GKV-Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Über die restlichen fünf Prozent können sich die Krankenkassen profilieren und neue Mitglieder werben – zum Beispiel Familien. Naturgemäß sind nicht alle Extras für jeden interessant. Wer nie zum Heilpraktiker geht, muss keinen Tarif wählen, der diese Behandlungen abdeckt. Was zur eigenen Familie passt, könnt ihr nur selbst einschätzen. Unsere Vorauswahl soll euch die Suche aber erleichtern.

Vor einer Kinderwunschbehandlung lohnt der Wechsel besonders

Die erste Tabelle zeigt die Top-Krankenkassen für die Zeit der Familienplanung und mit Baby. Für Paare, die über eine Kinderwunschbehandlung nachdenken, ist der Krankenkassen-Check besonders relevant. Denn viele Krankenkassen bezuschussen die Behandlung mit mehr als dem Regelsatz von 50 Prozent, einige übernehmen sogar die vollständigen Kosten für die ersten drei Versuche einer künstlichen Befruchtung. Wer rechtzeitig die Kasse wechselt, kann hier viel Geld sparen.

Hilfe bei der Hebammenbetreuung

Wir finden: Jede Frau sollte die Möglichkeit haben, vor, während und nach der Geburt von einer Hebamme betreut zu werden. Leider sieht die Realität anders aus. In manchen Regionen kann es schwierig sein, eine Hebamme für die Vor- und Nachsorge zu finden, von der Geburtsbegleitung ganz zu schweigen. Das Problem ist schon lange bekannt, glücklicherweise versuchen einige Krankenkassen, Familien zu helfen. Sie arbeiten mit Hebammen zusammen, organisieren eine persönliche oder telefonische Beratung, oder sie helfen bei der Suche und Vermittlung.

Alle gelisteten Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für eine Beleghebamme. Manche zahlen eine Rufbereitschaftspauschale, bei anderen kann man sein Gesundheitskonto dafür nutzen. Gesundheitskonto heißt: Die Versicherte erhält ein Budget und kann selbst entscheiden, wofür sie das Extra-Geld ausgibt. Das kann die Rufbereitschaft sein, ein Toxoplasmosetest oder die kostenlose Teilnahme am Geburtsvorbereitungskurs für den Partner oder die Partnerin. Bei vielen Krankenkassen kann man nicht nur Geld sparen, sondern bekommt sogar welches zurück. Über ihre Bonusprogramme belohnen die Kassen gesundheitsbewusstes Verhalten.

Mit Baby und Kindern kommen Familien vergleichsweise einfach an diese Prämien heran, weil U-Untersuchungen oder Baby- und Kinderkurse oft mit belohnt werden – also Angebote, die viele Familien eh nutzen. Die Programme unterscheiden sich von Kasse zu Kasse, man kann sich den Bonus auszahlen lassen oder für andere Angebote verwenden. Wir haben ausgerechnet, wie hoch der Durchschnittsbonus pro Stempel ist.

Nach den Babyjahren

Mit älteren Kindern rücken andere Themen in den Vordergrund. Wir finden es zum Beispiel wichtig, dass Eltern während einer Krankenhausbehandlung bei ihrem Kind bleiben können. Mama oder Papa an der Seite zu haben, gibt Trost und Sicherheit. Wir werten es daher positiv, wenn die Krankenkasse auch bei älteren Kindern das sogenannte Rooming-in zahlt. Fallen Mutter oder Vater für längere Zeit wegen einer Krankheit oder eines Unfalls aus, gerät das Familienleben schnell aus den Fugen. Gut, wenn es dann wenigstens Unterstützung im Haushalt gibt. Bis zum zwölften Geburtstag des Kindes haben Familien einen gesetzlichen Anspruch auf eine Haushaltshilfe, die meisten unserer Top-Kassen zahlen aber länger.

Mehr digitale Angebote

In anderen Ländern ist es längst selbstverständlich, dass Menschen per Mausklick Arzttermine buchen und ihre Gesundheitsdaten in einer digitalen Patientenakte bündeln. In Deutschland sind wir noch nicht so weit, aber auch hier schreitet die Digitalisierung voran. Online-Rechnungen einreichen, den Bearbeitungsstand eines Antrags digital verfolgen – all das ist ungemein praktisch, weshalb wir es belohnen, wenn Krankenkassen hier gut aufgestellt sind. Was uns freut: Fast alle der bestbewerteten Kassen aus der ersten Tabelle stehen auch in der zweiten. Fünf Krankenkassen holten sogar in beiden Kategorien die Top-Bewertung. Wer sich in der Schwangerschaft die Mühe macht, Preise und Leistungen zu vergleichen, kann also viele Jahre lang profitieren.

WIE WURDEN DIE KRANKENKASSEN BEWERTET? In unseren Test wurden alle allgemein geöffneten Krankenkassen aufgenommen, zu denen aktuelle Daten vorlagen. Das Vergleichsportal gesetzlichekrankenkassen.de lieferte die Rohdaten, das unabhängige Auswertungsinstitut DFSI (Deutsches Finanz-Service Institut) gewichtete und bewertete die Angebote von 68 Krankenkassen (auf dfsi-institut.de sind Methodik und Gewichtung der Leistungen erklärt). Die besten Krankenkassen für die Zeit rund um Schwangerschaft, Geburt und Babyzeit sowie für Eltern mit größeren Kindern wurden in die Tabellen aufgenommen. Die ausgezeichneten Versicherer haben die Möglichkeit, für ihre Außendarstellung ein ELTERN-Siegel zu erwerben. Weitere Informationen zu den Bedingungen, nach denen wir diese Siegel vergeben, findet ihr unter eltern.de/siegel.

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