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Kindheit Eltern erzählen, was sie in der Erziehung richtig gemacht haben

Kindheit: Eltern erzählen, was sie bei der Erziehung richtig gemacht haben
Eltern erfolgreicher Kinder verraten, was sie bei der Erziehung nicht gemacht haben
© nadezhda1906 / Adobe Stock
Eltern wissen eine Menge von dem, was man falsch in der Erziehung machen kann – aber was macht man richtig, indem man es gerade nicht tut?

Mit der Erziehung ist es so eine Sache: Es gibt niemals den einen richtigen Weg für jedes Kind und jeden Elternteil. Trotzdem – oder gerade deswegen – hören Eltern von vielen Seiten, was sie denn alles tun sollten, damit ihr Kind glücklich wird, ist und bleibt. Aber wie verhält es sich eigentlich mit den Dingen, die wir als Elternteile vielleicht lieber nicht tun sollten?

Dieser Frage ging Autorin Margot Machol Bisnow während ihrer Recherche für das Buch "Raising an Entrepreneur" (zu Deutsch etwa: "Wie man einen erfolgreichen Menschen großzieht") nach und interviewte 70 Elternteile. Wie haben die es geschafft, Kinder zu erziehen, die ihren eigenen Träumen nachgegangen sind und damit ein erfülltes Leben haben?

Was sie dabei feststellte: Trotz großer ethnischer, sozioökonomischer und religiöser Unterschiede, gab es vier Dinge, die Eltern von klugen, engagierten und erfolgreichen Menschen nie getan haben, als ihre Kinder noch klein waren.

1. Sie haben die Hobbys ihrer Kinder nie wie eine Zeitverschwendung behandelt

Aus jedem Hobby können Kinder etwas für sich mitnehmen
Aus jedem Hobby können Kinder etwas für sich mitnehmen
© nateejindakum / Adobe Stock

Egal ob es nun das Beobachten von Vögeln, Sportarten oder Videospiele waren – die Elternteile, die Bisnow interviewte, haben ihre Kinder nie von ihren Hobbys abgehalten oder sie ihnen ausgeredet, weil sie wussten, dass diese ihnen helfen, mental aktiv zu bleiben.

Radha Agrawal ist Gründerin einer globalen Morgentanzbewegung mit 500.000 Mitgliedern in 30 Städten auf der ganzen Welt und ehemalige CEO von "Super Sprowtz", einer Kinderunterhaltung, die sich auf gesunde Ernährung spezialisiert. Als Kind war sie begeisterte Fußballspielerin, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Miki waren sie an der Cornell University als "Legendäre Fußballzwillinge" bekannt. 

Durch den damaligen Sport hat sie eine Menge Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit entwickelt, wie sie selbst im Interview mit Bisnow verrät: "Man muss diszipliniert sein. Man lernt, organisiert und konzentriert zu sein. Und man lernt, wie wichtig Teamarbeit ist und was es heißt, Kapitänin zu sein."

2. Sie haben nie ihren Kindern jede einzelne Entscheidung abgenommen 

Es ist nur verständlich, dass wir als Elternteile stetig die Versuchung haben, unseren Kindern Entscheidungen abzunehmen. Wir sind schließlich die Erwachsenen und tragen Verantwortung für unsere Kinder – wir kennen sie besser als jeder andere Mensch und wollen nicht, dass ihnen etwas Schlimmes passiert. Aber es lohnt sich, dieser andauernden Versuchung zu widerstehen, wie Maura bestätigt. Sie ist die Mutter von Ellen Gustafson, Mitbegründerin des "FEED Projects", einer Organisation, die Kinder in Schulen mit Lebensmitteln versorgt.

"Wir haben sie ermutigt, unabhängig zu sein und selbstständig zu denken", sagt Maura im Gespräch mit der Autorin. "Ich habe ihr immer gesagt: 'Vertraue, aber überprüfe. Sieh selbst hin. Sei sicher, dass es wahr ist. Nur weil alle anderen es tun, musst du es nicht auch machen.' Man möchte ja ein Kind großziehen, dass vorsichtig, aber nicht ängstlich ist." 

Als Elternteil könne man die Stärken des eigenen Kindes zwar erkennen, "aber, man muss sie das selbst herausfinden lassen." Dabei helfe es, Fragen zu stellen wie: "Was denkst du, welche Wahl wäre für dich in Zukunft hilfreicher?"

3. Sie haben nie hoch bezahlte Abschlüsse oder Geld vor das Glück ihres Kindes gestellt

Sicherlich sei ein akademischer bzw. beruflicher Abschluss nichts Verkehrtes, so Bisnow. "Aber ein Abschluss kann eine teure Zeitverschwendung für das Kind sein, wenn dieser keinen Bezug zu den eigenen Interessen hat", fährt sie fort. "Jemand, der:die etwas sehr liebt und hart daran arbeitet, wird einen Weg finden, damit den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, auch ohne einen Abschluss in dem Bereich."

4. Sie haben auch die finanzielle Bildung nie vernachlässigt

Den Wert von Geld lernen Kinder am besten schon früh
Den Wert von Geld lernen Kinder am besten schon früh
© komokvm / Adobe Stock

Zum Thema Geld hat die Autorin noch eine Ergänzung: In den Gesprächen mit den Elternteilen und ihren Kindern habe nie jemand das eigene Kind dazu gedrängt, einen gut bezahlten Job anzustreben. "Aber sie haben sich alle bemüht, ihren Kindern in der ein oder anderen Form etwas über Geld beizubringen."

Joel Holland verkaufte 2012 die Hälfte seines Unternehmens "Storyblocks" für 10 Millionen Dollar und entwickelte zusammen mit seiner Schwester schon früh eine starke Arbeitsmoral: Für ihr Taschengeld mussten die Geschwister fegen. "Die Böden mussten so sauber sein, dass man davon essen konnte", so der Unternehmer im Gespräch. "Das hat mich gelehrt, was harte Arbeit bedeutet."

Als in seiner Schule alle Kinder Rollschuhe hatten, wollten seine Eltern ihm diese nicht kaufen und sagten: "Wenn du sie haben willst, musst du dein Geld sparen." Das habe ihn damals wütend gemacht, aber er habe auch den Wert des Geldes dadurch zu schätzen gelernt.

Verwendete Quelle: cnbc.com

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