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Maternal Gatekeeping "Lass mal Schatz, ich mach das schon!"

Maternal Gatekeeping: "Lass mal Schatz, ich mach das schon!"
© YouraPechkin / iStock
Dieser Satz rutscht vielen Müttern raus, wenn es darum geht, dem Vater Wickeln, Füttern, Ins Bett bringen zu überlassen. Soziologen vermuten hinter diesem Verhalten das Phänomen des "Maternal Gatekeeping". Cooler neuer Begriff. Leider keine Mode. Sondern Wahrheit.

Jetzt mal Hand aufs Herz, liebe Mütter: Wie machen sich Eure Partner in den Punkten Haushalt und Erziehung?
Könnte mehr sein, oder?
Könnte intensiver sein, oder?
Könnte ... es aber auch sein, dass Ihr das gar nicht wollt?

Wie Soziologen feststellten, spielen viele Mütter ihren natürlichen Kompetenzvorsprung aus. Und den gefühlten sowieso. Damit nehmen sie den Vätern oft mehr Arbeit im Haushalt ab, als ihnen selbst bewusst ist.
Warum auch nicht, sind wir doch fast alle so er- und großgezogen worden.
Wer kümmert sich um den Haushalt? Mama.
Wer übernimmt die Kindererziehung? Mama.
Da erscheint es fast schon logisch, dass die Herren der Schöpfung genau in diesen Bereichen Kompetenzpunkte verlieren. Und die Chancen, sie durch tatkräftige Beweise wieder zu gewinnen, sind bei vielen Müttern heutzutage eher gering.

"Maternal Gatekeeping" nennt sich dieses Phänomen. Genau, immer schön die Oberaufsicht behalten.
Mütter haben oft ein unterbewusstes Ur-Misstrauen gegenüber ihren Partnern entwickelt, in vielen Fällen ist es auch schlichtweg einfach angeboren.
Sie trauen den Vätern wenig zu, weder was die Haushaltsführung, noch was die Kindererziehung betrifft - und regen sich im Umkehrschluss darüber auf, wenn der Partner dann tatsächlich keinen Finger mehr rührt.
Verrückt, oder?
Natürlich will jedes Paar nur das Beste für sein Baby. Aber was ist, wenn ein Elternteil denkt, es sei absolut unentbehrlich und wichtiger als der andere?
Was ist, wenn das soweit geht, dass Mütter ihre Kinder kaum noch aus den Augen lassen und jeden Handgriff des Partners mit Argwohn betrachten, weil er ja etwas "falsch" machen könnte?
Keine einfache Situation, oder?

Oft entstehen die Idee der Unentbehrlichkeit, weil Mütter ihre Schwerpunkte verlagern.
Ist das Kind da, bleiben sie meist erst einmal zu Hause und nehmen ihre Elternzeit in Anspruch.
Die Wichtigkeit eines Jobs, das gute Gefühl, etwas leisten zu können, die Sicherheit des ausgefüllten Tagesplans: Alll das zieht nun um in die heimischen vier Wände und fängt an, um einen neuen Mittelpunkt zu kreisen: um das Baby.
"Mutter" wird zum neuen Jobtitel und "Erziehung" die Profession.
Da fällt es vielen Frauen schwer, loszulassen und Aufgaben auch mal abzugeben. Vor allem, wenn der Vater diese übernehmen soll.
Denn wenn man selbst schon zweihundert mal die Windeln gewechselt hat, ist man eh einfach besser, routinierter und überhaupt ..."ach komm, lass mal - ich mach das schon!"
Oder?
Dass sich viele Väter an genau diesem Punkt dann schlussendlich zurückziehen, ist den meisten Müttern gar nicht bewusst.
Auf der anderen Seite aber leben sie in dem miesen Gefühl, ganz allein mit Haushalt und Erziehung zu sein, alles selbst wuppen zu müssen..
Eine blöde Situation. Denn moderne Väter möchten sie gern nah dran sein an ihrem Kind. Kein Wunder also, wenn die Frustration auf beiden Seiten immer weiter steigt.

Erinnert euch mal zurück: Wie war das damals, vor der Schwangerschaft?
Habt Ihr nicht alles zusammen geplant, wolltet Ihr nicht Euer Kind gleichberechtigt erziehen und es gemeinsam aufwachsen sehen?
Wenn es davor kein "besser" oder "schlechter" gab, warum wird dann jetzt differenziert?

Auch Väter sind fähig, ein Kind zu wickeln, es zu füttern, zu baden, anzuziehen. Auch sie können ganz für das Kleine da sein. Ok, das Stillen fällt den meisten Männern dann doch etwas schwer, aber darum geht es in diesem Fall auch gar nicht.
Euer Kind braucht Euch beide - Mama UND Papa.
Es denkt nicht "Oh, ich möchte aber lieber, dass Mama die Windeln wechselt." oder "Mama ist eh viel besser, als der bärtige Typ mit der tiefen Stimme." - NEIN.
IHR seid die Eltern und beide verantwortlich.
Liebt Euch so, wie Euer Baby es tut.
Bedingungslos.

Dann braucht es auch keinen mütterlichen Türsteher mehr vor Babys Herzchen.
Und das ist doch einen Versuch wert, oder?


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