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Pflegeleichte Haustiere Bartagame, Fische & Co. als Haustiere

Pflegeleichte Haustiere: Fische im Aquarium
© Satit _Srihin / Adobe Stock
Von Tieren können Kinder viel lernen – allerdings ist die Anschaffung eines Haustieres gut zu überlegen. Welche Tiere zu den eher pflegeleichten Haustieren zählen, erfahrt ihr hier.

Haustiere stehen bei Kindern hoch im Kurs – nicht immer zur Freude der Eltern oder zum Wohl der Tiere. Gerade die Fragen nach den Platzverhältnissen und dem Zeitaufwand sind bei der Wahl eines passenden Haustieres entscheidend. Hier erfahrt ihr, welche Tiere unter anderem zu den pflegeleichten Haustieren gehören.

Pflegeleichte Haustiere: Fische, Hamster & Co.

Fische

Fische strahlen eine gewisse Ruhe aus und sind interessant zu beobachten. Was einem aber bei Fischen gerade in Bezug auf Kinder bewusst werden muss: Mit Fischen lässt sich nicht interagieren. Dafür ist der Pflegeaufwand von Fischen relativ gering. Die Einrichtung eines Aquariums erfordert allerdings am Anfang etwas mehr Aufwand: Das Aquarium muss von der Größe und Einrichtung her an die Bedürfnisse der Fische angepasst werden. Ein Fachgeschäft steht euch hier bei Fragen zur Seite. Bedenkt außerdem, dass sich Schwarmfische nur mit anderen Fischen derselben Art wohlfühlen. Wenn ihr Fische halten wollt, stehen folgende Aufgaben an:

  • Tägliche Fütterung
  • Überprüfung der Wasserqualität
  • Regelmäßige Reinigung des Aquariums

Als pflegeleichte Fische gelten zum Beispiel: Guppy, Barben, Welse und Mollys.

Schnecken

Es mag sich merkwürdig anhören, Schnecken als Haustiere zu bezeichnen, allerdings ist die Haltung der Weichtiere relativ einfach und die kleinen Tierchen erweisen sich als sehr pflegeleicht. Auch wenn sie ebenfalls nicht zum Kuscheln geeignet sind, so kann die Beobachtung von Schnecken für Kinder sehr interessant sein. Wer einen Garten hat, kann Weinbergschnecken entnehmen und sie in ein verschließbares Terrarium oder Aquarium setzen. Achtet darauf, dass das Terrarium ausbruchsicher ist, da Schnecken enorme Kraft aufbringen und Deckel einfach hochstemmen können. Ansonsten fühlen sich die Schnecken in einer Umgebung wohl, bei der der Boden mit Erde bedeckt ist (Terrarienerde oder Hummuspressziegel aus dem Gartenhandel) und Äste und Rinde zum Verstecken vorhanden sind. Außerdem benötigen sie eine flache Wasserschale zum Baden und Trinken. Achtung: Die Weinbergschnecken vermehren sich schnell und so können aus den Eiern eines Tieres binnen zwei Monaten 30-50 Schnecken schlüpfen. Die Schnecken können aber problemlos später auch wieder ausgesetzt werden.

Bei der Haltung von Schnecken fallen folgende Aufgaben an:

  • für ausreichend Frischluft sorgen und die Luft feucht halten
  • Aquarium/Terrarium regelmäßig reinigen (Schleim, Kot und Essensreste entfernen)
  • Wasserschale zum Trinken und baden regelmäßig wechseln
  • regelmäßig Futter bereitstellen: z. B. Obst, Laub, Löwenzahn, Gemüse, Bananenschalen. Zur Not können Schnecken aber auch mal bis zu zwei Wochen ohne Futter überleben.
  • Schnecken benötigen für ihr Gehäuse eine Kalkquelle. Diese könnt ihr bereitstellen, indem ihr abgekochte Eierschalen oder Sepiaschalen bereitlegt.

Hinweis: Einige Schneckenarten stehen unter Naturschutz. Die Entnahme aus der Natur ist entsprechend verboten. In der Terraristikabteilung in Zooläden sind auch andere Schnecken, wie zum Beispiel Achatschnecken erhältlich. 

Chinchillas

Pflegeleichte Haustiere: Chinchilla
© Vantage / Adobe Stock

Chinchillas sind spielbegeistert und können bis zu 20 Jahre alt werden. Die sozialen Tiere können aber nicht allein leben und benötigen daher einen oder idealerweise mehrere Artgenossen. Chinchillas werden erst bei Dämmerung aktiv, daher ist abends und nachts mit ordentlich Radau im Käfig zu rechnen. Die süßen Fellknäuel benötigen viel Fläche für ihren Auslauf, daher sollte der Käfig für zwei Chinchillas mindestens 3 m³ groß sein. Dazu sind mehrere Etagen und Spielmöglichkeiten sowie Orte zum Verstecken im Käfig wichtig. Beim Futter ist das kleine Nagetier etwas wählerischer, da es eine empfindliche Verdauung hat. Daher muss man hierbei aufmerksam vorgehen. Grundsätzlich handelt es sich bei Chinchillas nicht um Schmusetiere – gerade für Kinder ist dies wichtig zu verstehen. Die kleinen Tiere können handzahm werden, aber kuscheln ist nichts für sie!
Anfallende Aufgaben bei Chinchillas:

  • Tägliche Beseitigung von verschmutztem Einstreu und Futterresten
  • Zweimal täglich Fütterung
  • Täglich Trinkwasser- und Futtergefäße reinigen
  • Wöchentlich Einstreu austauschen und Käfig gründlich reinigen (Spezialsand muss ggf. häufiger ausgetauscht werden)

Goldhamster

Beim Goldhamster handelt es sich um ein dämmerungs- und nachtaktives Tier, das als Einzelgänger gehalten wird. Der Käfig des Tieres hat allerdings im Kinderzimmer nichts zu suchen, da der süße Nager nachts auch mal ordentlich Krach machen kann: Während seiner Aktivitätsphase nachts liebt es der Hamster, im Laufrad zu rennen, im Sand zu graben oder sein Futter zu horten. Für sein umtriebiges Nachtprogramm braucht der Hamster entsprechend auch einen Käfig von mindestens 1 m x 50 cm x 50 cm (L x B x H), der abwechslungsreich gestaltet ist und mehrere Ebenen hat. So wird dem kleinen Tierchen nicht langweilig. Damit das Tier seinem Laufbedürfnis nachkommen kann, ist auch ein gut gesicherter Freilauf für eine artgerechte Haltung zu empfehlen. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass sich keine Gefahrenquellen auftun, denn jede noch so kleine Ritze oder niedrige Höhe könnte für den Hamster eine Gefahr darstellen. Während des Tages zieht sich der Hamster dann wieder zurück und braucht seine Ruhe. Wichtig: Wie der Chinchilla ist auch der Hamster kein Schmusetier, sondern eher ein Tier zum Beobachten. Mit Zeit und etwas Geduld können Goldhamster aber zutraulich werden und aus der Hand fressen, vorausgesetzt, man lässt sie tagsüber in Ruhe.
Hinweis: Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. stuft den Hamster aufgrund seiner Nachtaktivität nicht als geeignetes Haustier für Kinder ein. Das kleine Tier ist sehr zart und zerbrechlich. Bei dem Nager handelt es sich um ein Fluchttier, das sich erst ganz langsam an die Hand des Menschen gewöhnt. Die Lebenserwartung eines Goldhamsters beträgt anderthalb bis 3 Jahre.
Folgende Aufgaben sind bei der Haltung eines Hamsters nötig:

  • Wasser täglich wechseln
  • Tägliche Fütterung (abhängig von der Rasse)
  • Tägliche Reinigung der Toiletten-Orte sowie der Futter- und Trinkgefäße
  • 14-tägige Reinigung des Geheges
  • Da Hamster gern ihr Futter bunkern, sollte täglich überprüft werden, dass kein verdorbenes Futter in den Verstecken des Hamsters zurückbleibt.

Bartagame

Pflegeleichte Haustiere: Bartagame
© Wirestock / Adobe Stock

Bartagamen sehen aus wie kleine Drachen und üben deswegen eine große Faszination aus. Die Tiere leben im Terrarium, sind leise und sehr sauber. Gerade für Menschen, die eine Tierhaarallergie haben, sind die Tiere gut geeignet. Die Bartagame wird einzeln gehalten. Bei dem tagaktiven Reptil handelt es sich ebenfalls nicht um ein Tier zum Kuscheln! Für eine artgerechte Haltung benötigt die Bartagame ein großes Terrarium mit einer geringen Luftfeuchtigkeit, entsprechender Tag- und Nachttemperatur, Beleuchtung und effektiven Belüftung und einem Wärmespot. Wichtig zu wissen: Auf dem Speiseplan der Bartagame stehen unter anderem Lebendinsekten. Wer also mit dieser Art der Fütterung ein Problem hat, für den ist eine Bartagame als Haustier nicht geeignet.
Anfallende Aufgaben:

  • Wasser täglich wechseln
  • Tägliche Fütterung
  • Täglich Kot und Futterreste entfernen
  • Zweimal jährlich Bodengrund auswechseln
  • Mindestens ein Mal jährlich Einrichtungsgegenstände reinigen (oder nach Bedarf)
  • Zwei bis drei Mal pro Woche muss der Innenbereich des Terrariums mit lauwarmem Wasser übersprüht werden

Hinweis: Bartagamen gehen im Spätsommer in eine zweimonatige Winterruhe, indem die Beleuchtung verringert bzw. ausgeschaltet wird.

Wichtig: Die tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V. weist darauf hin, dass bei immunsupprimierten Personen, Schwangeren und Kleinkindern besondere Vorsicht beim Umgang mit den Tieren geboten ist: Bartagamen können mitunter Salmonellen haben, die den Menschen infizieren könnten. Hygieneregeln sind daher zu beachten. 

Die Entscheidung für ein Haustier: Welche Fragen sollte man sich vorher stellen?

Oft wünschen sich Kinder ein Haustier zum Spielen und Kuscheln – dass Tiere aber viel Pflege, Aufmerksamkeit und viel Platz benötigen, wird dabei manchmal vergessen. Hier haben wir weitere wichtige Fragen aufgelistet, die ihr euch stellen solltet, bevor ihr euch für ein Haustier entscheidet:

  • Zeitaufwand: Wie viel Zeit habt ihr für ein Haustier? Haustiere brauchen unterschiedlich viel Aufmerksamkeit und Pflege – könnt ihr diese Zeit als Familie aufbringen? Ein Hund braucht beispielsweise sehr viel Aufmerksamkeit und man muss mehrmals täglich mit ihm Gassi gehen, während sich Katzen, wenn sie zu zweit gehalten werden, auch allein beschäftigen können. Und was passiert mit dem Tier, wenn Urlaub oder Unternehmungen anstehen? Ist die Versorgung und Pflege des Haustieres dann immer noch gewährleistet? Manche Haustiere können auch sehr alt werden – auch diese Zeitspanne muss bedacht werden.
  • Artgerechte Haltung: Welche artgerechte Haltung erfordert das Haustier und welche Voraussetzungen müssen für das Tier gegeben sein? Nicht alle Wohnbedingungen sind dafür optimal geeignet.
  • Wohnverhältnisse: Erlauben eure Platz- und Wohnverhältnisse die Haltung eines Haustieres? Tiere benötigen unterschiedlich viel Platz und machen unterschiedlich viel Lärm und auch Dreck, entsprechend ist nicht jede Wohnung/ jedes Haus für ein Haustier geeignet. Bei bestimmten Tierarten ist in Mietobjekten eine Haltungserlaubnis des Vermieters notwendig. Kleintiere (z. B. Hamster oder Fische) müssen vom Vermieter geduldet werden, solange ihre Anzahl übersichtlich bleibt. Individuelle Einschränkungen im Mietvertrag sind aber dennoch möglich.
  • Verantwortlichkeiten: Wer wird sich hauptsächlich um das Tier kümmern? Die Reinigung des Käfigs, die Fütterung und die Besorgung des Futters etc. – das alles gehört zur Haltung eines Haustieres und muss regelmäßig erledigt werden. Letztendlich tragen die Eltern die Verantwortung für das Tier, es ist aber wichtig, den Kindern bereits zu Beginn zu erklären, dass ein Tier Fürsorge und Pflege braucht und kein Spielzeug ist.
  • Kosten: Haustiere kosten Geld – dabei ist nicht nur die Anschaffung, der Käfig und das Futter zu bedenken, sondern auch mögliche Sonderausgaben wie ein Tierarztbesuch etc. Passen diese Ausgaben in das Familienbudget?
  • Kindesalter: Je nach Alter, Entwicklungsstand und Charakter gehen Kinder unterschiedlich mit Tieren um und sowohl Tier als auch Kind leiden, wenn falsche Erwartungen an das Haustier gestellt werden. Manche Tiere werden auch mit der Zeit nicht zutraulich oder sind einfach keine Kuscheltiere, das gilt es vor der Anschaffung eines Haustieres zu bedenken.

Erst wenn ihr diese Fragen für euch als Familie besprochen und zufriedenstellend geklärt habt, kommt ein Haustier infrage.

Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen & Co., hier lest ihr, welche Haustiere für Kinder geeignet sind.

Verwendete Quellen:

ELTERN

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