Spielzeug-Importe
 
Reicht ein Pakt mit den Spielzeug-Herstellern?

Wie kann man verhindern, dass immer wieder - und immer häufiger - gesundheitsgefährdendes Spielzeug auf den europäischen Markt kommt? Mit einem "Sicherheitspakt" zwischen Spielzeugindustrie und der EU? Das plant die europäische Verbraucherkommissarin. Reicht das aus?

Kein Produkt hat mehr Sicherheitsmängel als Spielzeug

Spielzeug-Importe: Reicht ein Pakt mit den Spielzeug-Herstellern?

(afp) Hätten Sie das gedacht? Von allen Produkten, die von den EU-Aufsichtsbehörden getestet werden, haben Spielzeuge am häufigsten Sicherheitsmängel. 417 Spielzeuge wurden im vergangenen Jahr als gefährlich beanstandet. Spielzeuge machen damit etwa ein Drittel aller als unsicher gemeldeten Produkte auf dem europäischen Markt aus. Die Mehrzahl der gefährlichen Puppen, Kuscheltiere und Plastikautos werden in China hergestellt. Der weltweit größte Spielzeughersteller Mattel etwa produziert rund 65 Prozent seiner Waren in China.

Bündnis schon im Mai
Bereits im vergangenen Jahr kündigte die EU-Kommission an, Spielzeug strengeren Kontrollen zu unterwerfen. Am Donnerstag stellte die Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva ihr Konzept vor: Sie plant bis Ende Mai einen Sicherheitspakt mit den großen Spielzeugherstellern wie Mattel oder Lego. Diese sollen sich freiwillig zu stärkeren Kontrollen ihrer Produkte verpflichten, wie Kunevas Sprecherin Helen Kearns erläuterte. Im Herbst könnten sich auch Spielwarengeschäfte dem Bündnis anschließen. Dem europäischen Dachverband der Verbraucherzentralen BEUC reichen diese Initiativen nicht aus. Die BEUC-Vorsitzende Monique Goyens forderte eine Verschärfung der europäischen Gesetze.

Mängel: zu viel Chemie, zu kleine Teilchen
Ein Großteil der im vergangenen Jahr beanstandeten Spielwaren wurde vom Markt genommen, weil die Gefahr bestand, dass Kinder kleine Teile einatmen oder verschlucken könnten. Häufig kritisierten die Kontrollbehörden auch zu hohe Chemikalienbelastungen, die die zulässigen Maximalwerte in Europa überstiegen.

Was meinen Sie - reicht die von Kuneva geplante Maßnahme. Oder brauchen wir strengere Gesetze?

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