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Sarah Henke "Ein kleiner Mensch bedeutet ganz schön viel Verantwortung"

Sarah Henke: "Ein kleiner Mensch bedeutet ganz schön viel Verantwortung"
© Lars May für Kia
Sterneköchin und Neu-Mama Sarah Henke spricht im Interview mit Eltern.de offen über Herausforderungen in ihrem Baby-Alltag. Außerdem verrät sie einen Tipp für einen besonderen Babybrei. Klingt gut? Seid gespannt! 

Früher hätte sie sich nicht vorstellen können, ein Kind zu bekommen. Ihre Karriere und berufliche Ziele standen für die Sterneköchin und Restaurantleiterin Sarah Henke an erster Stelle. Die Corona-Pandemie und einige Lockdowns brachten sie und ihren Mann, den Koch Christian Eckhardt, zum Nachdenken und verschoben Prioritäten. Heute ist Sarah stolze Mama ihres acht Monate alten Sohns Sam Je Joon. Mit uns spricht sie im Interview offen und ehrlich über Veränderungen im Privatleben, Tränen, Still-Probleme und den neuen Alltag mit Kind.

Eltern.de: Wie fühlt es sich für dich an, Mama zu sein?

Sarah Henke: Ganz am Anfang war es eine sehr große Umstellung für mich. Ich hatte emotional stark zu kämpfen, weil so ein kleiner Mensch ganz schön viel Verantwortung bedeutet. Da wurden auch viele Tränen vergossen. Vorher konnte ich in meinem Job alles 100 Prozent planen und organisieren und wusste, was ich wie machen soll. Und bei Sam musste ich alles erst herausfinden – es gibt ja keine Anleitung. Und das war in der Anfangszeit wirklich belastend für mich. Inzwischen genieße es sehr mit ihm zu Hause zu sein und freue mich, dass er jeden Tag etwas Neues kann und sich entwickelt.

Gab es etwas, was dich anfangs besonders verunsichert hat?

Stillen war für mich ein großes Thema. Ich wollte ihn so gern stillen, aber hat es erst nicht funktioniert. Erst als ich mir selbst nicht mehr diesen Druck gemacht habe, hat’s auf einmal geklappt. Ich stille jetzt immer noch.

Von Sorgen, Ängsten und Druck berichten viele Frauen vor allem beim ersten Kind. Was hat dir geholfen, aus diesen negativen Gefühlen wieder herauszukommen?

Das Wichtigste ist glaube ich, dass man sich nicht zu sehr unter Druck setzt. Ich denke, dass jede Mama instinktiv weiß, was das Beste für ihr Kind ist und was man wie machen muss. Man muss nicht irgendwelche Sachen machen, nur weil die Mehrheit es für sinnvoll hält. Was mir außerdem geholfen hat, waren Gespräche mit meinem Mann und nach sechs Wochen hat sich das dann ganz gut wieder eingependelt.

Was hast du durch das Mama-Sein Neues gelernt?

Dinge effektiver zu erledigen als vorher. Das lernt man als Mutter glaube ich schnell. Ich muss die Phasen abpassen, in denen Sam sich selbst beschäftigt.

Fehlt dir etwas, seit du Mama geworden bist?

Ja, ich glaube diese Spontanität. Vorher konnte ich mich spontan mit einer Freundin verabreden und jetzt muss ich immer erst überlegen, ob Sam gleich wieder gefüttert werden muss und ob ich das organisiert bekomme.

In der Beziehung zu deinem Mann Christian hat sich durch euer Kind sicherlich auch einiges verändert. Wie seid ihr damit umgegangen?

Für mich war das am Anfang teilweise schwer zu akzeptieren, dass ich ein Stück Freiheit aufgebe, die sich mein Mann theoretisch nehmen kann, weil er für das Kind nicht ständig einsatzbereit sein muss. Da muss man sich als Paar und als Eltern erstmal reinfinden und schauen, wie es am besten klappt. Ich finde, inzwischen haben wir das ganz gut aufgeteilt.

Schafft ihr es auch noch, euch füreinander Zeit zu nehmen?

Zeit für Zweisamkeit bleibt aktuell noch ein wenig auf der Strecke. Christian kommt von der Arbeit meist erst nachts nach Hause und da schlafe ich schon. Es bleiben dann nur die Tage, an denen Christian frei hat. An den Abenden versuche ich nach dem Hinlegen des Kleinen wieder runterzugehen, damit wir uns austauschen und Zeit verbringen können.

Sarah Henke und Ehemann Christian Eckhardt
Sarah und ihr Ehemann Christian haben früher gern zusammen gegessen. Seit der Geburt ihres Sohnes Sam Je Joon müssen sie die Zeit für Zweisamkeit viel besser planen.
© Lars May für Kia

Ihr habt früher auch viel zusammen gekocht, hast du mal in einem Interview verraten. Isst und kochst du jetzt anders, seitdem du Mama geworden bist?

Ja, das auf jeden Fall. Ich achte einfach ein bisschen mehr darauf, noch etwas gesünder zu essen. Während der Schwangerschaft musste auch mehr auf zuckerhaltige Lebensmittel achten, weil ich Schwangerschaftsdiabetes hatte. Bei Sam haben wir vor zwei Wochen angefangen mit Beikost und Brei zu füttern. Und das macht mir auch viel Spaß, auszuprobieren, was er mag und was nicht.

Hast du für das Breikochen auch schon einen Kochtipp à la Sarah Henke herausgearbeitet?

Oft bekommen die Kleinen Verdauungsprobleme, wenn man auf Beikost umstellt. Deswegen koche ich ein Apfel-Birnen-Mus und mische ein Teelöffelchen unter den Mittagsbrei. Das regt die Verdauung an und ist gleichzeitig ein bisschen süß – das mögen die Babys ja eh gerne. Zudem bereite ich das Babyessen meist in größeren Mengen zu und friere es ein. So kann ich es portionsweise rausholen, wenn ich es brauche.

Und wie bereitest du die Babybreie zu?

Im Moment bereite ich sie im Thermomix® zu, weil ich da alles so schön fein mixen kann. Aber garen tue ich das Gemüse eher im Ofen – da hat es einfach mehr Geschmack und wird nicht so durchwässert. Anschließend mixe ich es dann nur noch fein.

Fünf Lebensmittel, die immer zu Hause sein müssen?

Wenn man jetzt von frischem Gemüse ausgeht, dann habe ich immer Pilze zu Hause, Frühlingslauch, Gurke – weil Sam gern daran rumlutscht – Blaubeeren, weil er die auch ganz gerne mag und Birne.

Sarah achtet auf eine gesunde Ernährung. Wenn sie mit ihrem Auto zum Wocheneinkauf fährt, landet deshalb viel frisches Obst und Gemüse im Körbchen.
Sarah achtet auf eine gesunde Ernährung. Wenn sie mit ihrem Auto zum Wocheneinkauf fährt, landet deshalb viel frisches Obst und Gemüse im Körbchen.
© Lars May für Kia

Wie schaffst du es, erfolgreiche TV-Köchin, Mama, Ehefrau und Restaurantleiterin gleichzeitig zu sein?

Wir haben von Anfang an abgemacht, dass ich ein Jahr Elternzeit nehme. Von zu Hause aus nehme per Videocall an Meetings teil und ich schreibe auch noch die Menükarte für das Restaurant. Sonst bin ich rund um die Uhr für den Kleinen da.

Und wie sieht der Plan für die Zukunft nach deiner Elternzeit aus? Wirst du wieder zurück ins Restaurant gehen?

Ja genau, ich werde wieder zurück gehen. Wie man das dann genau zeitlich organisiert, müssen wir noch mal schauen. Sam hat Ende des Jahres einen Kindergartenplatz. Ich werde dann vormittags arbeiten gehen, während er dort ist und mich mehr in der Produktion und Rezeptentwicklung einbringen. Dass ich dann abends im Restaurant präsent bin, ist eher unwahrscheinlich.

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