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Child Penalty So viel weniger verdienen Frauen nach dem ersten Kind

Child Penalty: Unter der "Kinderbestrafung" leiden ausschließlich Frauen.
Child Penalty: Unter der "Kinderbestrafung" leiden ausschließlich Frauen.
© Kawee / Adobe Stock
Das Gehalt von Frauen – und nur von Frauen – sinkt in Deutschland nach dem ersten Kind enorm, wie eine Studie zeigt.

Kinder sind eine Strafe – zumindest für Frauen. Das geht aus einer Studie hervor, die sich mit den sogenannten "Child Penaltys" (zu Deutsch: "Kinderbestrafung") in verschiedenen Ländern auseinandersetzt. Ganz vorne mit dabei: Deutschland. 

Child Penalty: Frauen verdienen im Schnitt 60 Prozent weniger Geld

In der Studie, die bereits 2019 veröffentlicht wurde, untersuchten die Wissenschaftler:innen die Einkommen in verschiedenen Ländern – in Deutschland wurde sich der Daten des Sozio-oekonimischen Panel (SOEP) bedient. Dabei handelt es sich um "die größte und am längsten laufende multidisziplinäre Langzeitstudie in Deutschland", heißt es vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin.

Laut den Ergebnissen verdienen Frauen im Durchschnitt im ersten Jahr nach der Geburt ihres Kindes 80 Prozent weniger als Männer. Und auch nach zehn Jahren sind es immer noch im Schnitt 61 Prozent. Bei Männern gibt es den Effekt der "Kinderbestrafung" nicht. Die Einkommenseinbüßen lassen sich durch einige Faktoren erklären: Wenn die Mutter nach der Geburt zum Beispiel gar nicht mehr oder nur noch in Teilzeit arbeiten geht. 

Langfristig büßen in den untersuchten Ländern Frauen in Deutschland am meisten von ihrem Gehalt ein, wenn sie ein Kind bekommen. Am wenigsten finanzielle Verluste machen Frauen in Dänemark: Hier liegen die Einkommensverluste laut der Studie bei 21 Prozent. Auch Frauen in Schweden, das eigentlich für eine Politik der Vereinbarkeit bekannt ist, verdienen im Durchschnitt 27 Prozent weniger.

Das Phänomen ist nicht neu

Die Studienergebnisse sind an und für sich keine Neuheit: Bereits im Jahr 2001 wurde eine Studie mit dem Titel "The Wage Penalty for Motherhood" (zu Deutsch: "Die Gehaltsstrafe für Mutterschaft") veröffentlicht, die ebenfalls zu dem Ergebnis kam, dass es die Frau ist, die finanziell für die Elternschaft Einschränkungen hinzunehmen hat. Eine andere Studie zeigt hingegen, dass Frauen unter bestimmten Voraussetzungen keine Einbrüche in ihrer Lohnentwicklung zu befürchten haben: Die nämlich, "die ihre Erwerbsarbeit höchstens für die Dauer der gesetzlich vorgesehenen Elternzeit unterbrechen", heißt es in der Studie. Wer darüber hinaus keiner Lohnarbeit nachgeht, müsse mit "beträchtlichen Lohneinbußen" rechnen.

Verwendete Quellen: sueddeutsche.de, capital.de, diw.de

csc ELTERN

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