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Gesundheit Kinderschutz-Hotline des Familienministeriums erweitert ihr Angebot

Weinendes Mädchen sitzt auf dem Schoß einer liebevollen Frau
© Antonio_Diaz / iStock
Ist dieses Kind in Gefahr? Wird es vernachlässigt oder womöglich misshandelt? Die Medizinische Kinderschutzhotline berät Ärzt:innen, Pflegekräfte und andere Beschäftigte in Heilberufen, wenn sie vor solchen Fragen stehen. Jetzt ist das Angebot erweitert worden.

Bereits seit Oktober 2016 fördert das Bundesfamilienministerium die bundesweite, kostenfreie und 24 Stunden erreichbare Medizinische Kinderschutzhotline. Seit dem Start erhielten Angehörige von Heilberufen in über 3.100 Gesprächen Beratung bei Verdachtsfällen von Kindesmisshandlungen, Vernachlässigungen oder sexuellem Kindesmissbrauch. Im Zentrum stehen dabei Fragen zum Umgang mit dem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung, zu Handlungsmöglichkeiten und Ansprechpartnern.

Mehr Schutz für Kinder in Pandemiezeiten

Jetzt ist die Laufzeit des Projekts, das vom Uniklinikum Ulm geleitet wird, bis Ende 2024 verlängert worden. Zudem steht die Hotline seit dem Januar 2021 auch Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Familiengerichte zur Verfügung. Die vom Bundesfamilienministerium zur Verfügung gestellte Fördersumme umfasst für den Zeitraum Oktober 2016 bis Dezember 2024 insgesamt rund 4,4 Millionen Euro.
 
Dazu Bundesfamilienministerin Franziska Giffey: "In den letzten Jahren ist die Anzahl der Fälle, in denen die Jugendämter den Verdacht einer Kindeswohlgefährdung prüfen, weiter gestiegen. Für mehr Kinderschutz in Deutschland ist die vom Bundesfamilienministerium geförderte Medizinische Kinderschutzhotline ein wesentliches Instrument. Durch Beratungen erhalten Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen mehr Sicherheit, wie sie bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung richtig vorgehen.“

Hotline hilft, medizinische Zusammenhänge für Laien zu übersetzen

Frau mit gestreiftem Pulli arbeitet zuhause am Laptop
© ti-ja / iStock

Projektleiter Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie Ulm erklärt, was die Beratung so wertvoll macht: "Oft sprechen wir in der Medizin eine Sprache, die es nicht einfach macht abzuschätzen, was die Befunde für die weitere Entwicklung eines Kindes bedeuten. Die Ärztinnen und Ärzte, die an der Medizinischen Kinderschutzhotline beraten, haben alle auch eine Ausbildung zur ‚Insoweit erfahrenen Fachkraft im Kinderschutz‘ durchlaufen – sprechen sozusagen beide Sprachen. Sie können deshalb dabei helfen, dass sich die Partner vor Ort besser verstehen und intensiver vernetzen.“
Aus aktuellem Anlass gibt es auch ein Angebot für Eltern, nämlich eine Karte zum Download mit jeder Menge Infos zur "BERATUNG VON FAMILIEN IN ZEITEN DES PANDEMIEBEDINGTEN AUSNAHMEZUSTANDS".
 
Die Rufnummer der Medizinischen Kinderschutzhotline lautet 0 800 / 19 210 00, weitere Infos gibt’s unter www.kinderschutzhotline.de.


Quelle: Pressemitteilung des Familienministeriums


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