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Familienzeit Kindern Urlaub statt Spielzeug schenken hat einen positiven Effekt

Familienzeit: Vater baut mit seinem Sohn eine Sandburg
Familienzeit und Sandburgen bauen mit Papa im Urlaub, schaffen besondere Kindheitserinnerungen. 
© Jose Luis Pelaez Inc / Getty Images
Wie wertvoll Familienurlaube für Kinder wirklich sind, (im Vergleich zu einem prall gefüllten Kinderzimmer) ahnen die wenigsten. Laut Expert:innen soll ein Ortswechsel in den Ferien Kinder schlauer und glücklicher machen.

Auf Kindergeburtstagstischen findet man meistens viele materielle Geschenke. Dabei könnte ein Geldscheinchen den größeren Mehrwert haben – wenn er denn für gemeinsame Familienzeit verwendet wird, wie beispielsweise einen Urlaub. Klingt öde im Vergleich zu bunt verpackten Überraschungen, hat aber laut Forscher:innen einen positiven Einfluss auf die Kleinen. Erlebnisgeschenke und Urlaube sollen unter anderem die Gehirnentwicklung positiv beeinflussen. Und nicht nur das …

Familienurlaub fördert die geistige Entwicklung

Ferien sorgen nicht nur für Spaß und Erholung, sie machen Kinder klüger, neugieriger und stärken ihre emotionale Grundlage. Die britische Kinderpsychologin Margot Sunderland erklärte in der britischen Tageszeitung The Telegraph, dass im Familienurlaub zwei Aktivitäten gefördert werden, die im Schul- und Berufsalltag viel zu kurz kommen. 

Und zwar das Spielen und Erkunden! Sie führen zu einem Gehirnwachstum, das mit "kognitiven Funktionen, sozialer Intelligenz und gut fokussiertem, zielgerichtetem Verhalten" verbunden ist. In ihrem Artikel zitiert sie den Professor und Neurowissenschaftler an der Washington State University, Jaak Panksepp, der das herausfand und somit feststellte, dass Familienurlaube die Gehirnentwicklung bei Kindern fördern. 

Aber was genau wird wie trainiert?

Wenn Eltern mit ihren Kindern im Urlaub spielen und die Kleinen viel am Erkunden sind, setzt das wohltuende Glückshormone frei. Diese sorgen für Stressabbau und für eine positive Stimmung bei Kindern (und Erwachsenen). Zudem unterstützen sie das Gefühl der Nähe in Beziehungen und lösen das Gefühl aus, dass alles gut ist. 

Die Kinderpsychologin erklärt in ihrem Bericht, dass das Gehirn jedes Mal trainiert wird, wenn Eltern beim Spielen zum Beispiel die Füße des Kindes im Sand vergraben, sie kitzeln oder sie auf dem Rücken reiten lassen. Beim Erkunden hingegen wird das Gehirn durch Entdeckungsreisen gefördert, wenn es beispielsweise in den unbekannten Wald, an den Strand oder auf eine Schatzsuche geht.

Die Mischung aus Spielen und Erkunden führt zum Wachstum des Frontallappens. Diese Gehirnregion ist zuständig für kognitive Funktionen, Stressregulation, Aufmerksamkeit, Konzentration, Problemlösung, Emotionen, Lernfähigkeit, Gedächtnis, Sprache und das Urteilsvermögen. Und ähnlich wie beim Muskeltraining werden diese Regionen stärker, je mehr sie genutzt werden. 

Bewusste Familienzeit miteinander verbringen 

Für Kinder ist es im Urlaub aber nicht nur wichtig, neue Orte zu erkunden und durchs gemeinsame Spielen von dem stressigen Alltag und der Routine abgelenkt zu werden. Besonders das Zusammensein spielt eine große Rolle. Und das geht uns allen so.

In einer interessanten Studie "Was bedeutet es, sich geliebt zu fühlen", fanden Forscher 2017 heraus, dass sich Menschen in der gemeinsamen Zeit am meisten geliebt fühlen. Interaktionen mit anderen seien entscheidend. Dazu gehört körperliche Nähe, das Empfangen von Mitgefühl oder liebe Worte gesagt zu bekommen. All das löst in uns das Gefühl aus, geliebt zu werden. Was Geschenke eher weniger tun. 

Kindheitserinnerungen sind wichtiger als teure Geschenke

Mit Sicherheit ist das ein Grund dafür, dass sich viele ältere Menschen oft an ihre Kindheitsurlaube erinnern können und weniger an das, was jedes Jahr unter dem Weihnachtsbaum lag. Die Kinderpsychologin Sunderland betont, dass Kindheitserinnerungen eine emotionale Grundlage bilden, die im Erwachsenenalter entscheidend ist, wenn sie sich mit Problemen befassen müssen, gestresst, traurig, in Sorge oder ängstlich sind. Positive Erinnerungen dienen als "Anker", die Kindern Trost spenden, wenn das Leben mal anders verläuft.

Vielleicht ein Beweggrund, zum nächsten Geburtstag ein Spielzeug weniger zu kaufen und alternativ erfahrungsorientierte Geschenke zu verschenken, wie zum Beispiel eine gemeinsame Aktivität im Urlaub. Wohin es geht, ist nicht entscheidend. Wichtig ist nur, glückliche Erinnerungen zu schaffen, ganz egal wo – Hauptsache es gibt viel zu entdecken. 

Verwendete Quellen: telegraph.co.uk, journals.sagepub.com, studyinternational.com

ELTERN

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