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Alltagstauglich 8 Einsteiger-Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Familienalltag

Nachhaltiges Leben mit Kind
© Shutterstock / Halfpoint
Für unsere Kinder nur das Beste, für die Umwelt auch! Kinder zu bekommen heißt oft auch umdenken: mehr Qualitätsanspruch, mehr Umweltbewusstsein, aber weniger Zeit. Wie kriegt man das hin? Manchmal helfen schon ein paar gute Alternativen. 

Zu Ökostrom wechseln

Eine kleine Umstellung, die ihr einmal macht und die euch dann langfristig ein gutes Gewissen beschert: Wechselt zu Ökostrom! Ein Stromanbieterwechsel hört sich erst mal an wie eine große Sache, ist aber in wenigen Minuten erledigt. Tarifempfehlungen gibt es zum Beispiel bei Utopia. Aber denkt immer daran, dass der umweltfreundlichste Strom der ist, der gar nicht erst produziert werden muss. Macht also das Licht aus, wenn ihr den Raum verlasst, zieht die Ladekabel vom Strom, wenn ihr gerade nichts aufladet und belasst elektronische Geräte nicht unnötig im Standby-Modus. 

Obst und Gemüse regional und saisonal kaufen

Wir sind es gewohnt, fast alles, was wir essen wollen, jederzeit zu bekommen. Der Preis ist eine miese Ökobilanz, wenn Obst und Gemüse einmal um den Kontinent geflogen werden müssen. Wer vornehmlich regional und saisonal kauft, tut der Umwelt etwas Gutes und darf sich wieder mehr über besondere Leckereien freuen, die es eben nicht jederzeit gibt. Ein Saisonkalender verrät euch auf den ersten Blick, welches Obst und Gemüse hierzulande gerade wächst. Zusatztipps: Selbstgemachte Erdbeermarmelade aus Saisonfrüchten bringt euch über den nicht ganz so fruchtigen Winter. Eine Bio-Kiste, die geliefert wird, entlastet euch beim Einkauf. 

Weg mit Wegwerftüchern 

Eltern mit kleinen Kindern brauchen gefühlt alle zwei Minuten ein Feuchttuch. Hier kleine Schmodderhändchen, dort ein Po, der gesäubert werden will. Und wenn Mama oder Papa schon dabei sind, können sie auch gleich den Möhrenbreiklecks auf dem Boden damit wegwischen. Echt praktisch, aber echt nicht nachhaltig. Versucht am besten, in kleinen Schritten auf nachhaltige Alternativen umzustellen. Für die Säuberung des Windelbereichs (zumindest nach dem kleinen Geschäft) reicht ein Lappen mit warmem Wasser völlig aus. Auch für das ein oder andere Malheur in der Küche könnt ihr ein Körbchen mit Lappen aus Stoffresten bereitstellen. Die feuchten, schmutzigen Tücher packt ihr in eine sogenannte Wetbag, bis ihr sie wascht. Selbst wenn ihr in manchen Situationen dann doch ab und zu auf Feuchttücher zurückgreift, habt ihr euren Weggwerftuch-Gebrauch mit diesen Maßnahmen doch schon erheblich eingeschränkt.

Weniger Plastik kaufen – aber wie?

Mit Kind und zusätzlich noch zwanzig wiederbefüllbaren Gefäßen unterm Arm ins Lebensmittelgeschäft? Das strengt schon beim Zuhören an und ist auch nicht immer machbar. Wenn man grade nicht eigene Dosen und Schüsseln befüllen oder mit ihnen abdecken kann, kann man im Alltag auch bewusster mit Plastik umgehen: Auf recycelte Produkte setzen oder selbst recyclen. Viele Folien und Beutelchen lassen sich auch gut abspülen und mehrfach benutzen. Noch konkretere Tipps: Seifenstück statt Flüssigseife und Duschgel verwenden. Wiederverwendbare Trinkflaschen mit Leitungswasser befüllen. Viele Dinge benutzen wir einfach aus Gewohnheit. Nach ein paar Monaten habt ihr euch an die neuen Produkte gewöhnt.

Nutzt das Nachbarschaftsnetz

Gemeinsam können wir etwas bewegen. Das gilt auch in Sachen Nachhaltigkeit und ganz unmittelbar für dich und deine Nachbarschaft. Über Vereine, die Kita oder einfach über Zusammenschlüsse in eurem Wohnquartier könnt ihr euch die Kraft der Nachbarschaft zunutze machen. Erstellt beispielsweise eine Whatsapp- oder Facebookgruppe für euren Austausch. Du brauchst ein bestimmtes Werkzeug, ein Gartengerät oder willst dir für einen Ausflug einen Bollerwagen leihen, statt einen neuen zu kaufen? Du suchst ein paar Apfelkisten und ein großes Brett, um eine Matschküche für dein Kind zu bauen? Irgendeiner deiner Kontakte kann dir bestimmt weiterhelfen. Und auch du hast sicher irgendetwas, was dein Nachbar braucht. 

Lebensmittel essen, nicht wegwerfen

Das Leben mit Kindern ist turbulent und manchmal ziemlich unvorhersehbar. Der Kühlschrank ist voll mit gesunden Sachen und dann kommen Mama und Papa doch mal zwei Tage nicht zum Kochen. Schon hängt der Salat schlapp im Gemüsefach, die Paprika schimmelt und das schlechte Gewissen breitet sich aus. Ein Plan muss her. Zuerst braucht ihr einen Wochenessensplan, der die Grundlage für euren Einkauf ist. Damit verhindert ihr, dass ihr Verderbliches zu Hause habt, das ihr gar nicht so recht in ein Gericht verwandeln könnt. Wenn doch mal wieder alles durcheinandergerät, braucht ihr noch einen Plan B. Die wilde Gemüsepfanne, auch Restepfanne genannt, ist zum Beispiel so eine Alternative, wenn Dinge schnell verwertet werden müssen. Werdet ruhig kreativ. Es gibt sogar Rezeptseiten, auf denen ihr einzelne Zutaten, die ihr noch zu Hause habt, eingeben könnt und euch wird ein dazu passendes Gericht präsentiert. Wenn es mal ganz schnell gehen muss und keine Zeit zum Kochen ist, schnibbelt ihr das Gemüse oder Obst einfach nur schnell klein und friert es ein. Gefrorene, reife Bananen sind eine tolle Grundlage für selbstgemachtes Eis, ein Gemüsevorrat im Tiefkühlfach ist super, wenn ihr mal nicht so recht zum Einkaufen kommt.   

Kleider- und Spielzeugminimalismus 

Liebe Eltern, tauscht, was das (Spiel-)Zeug hält. Viele Eltern kennen es: Wenn man ein Baby erwartet, will man das Niedlichste, Neueste, Schönste für das kleine Wunder kaufen. Ein ausgewaschener Strampler mit einem gestopften Loch? Niemals! Hundert Windelexplosionen, Matschexperimente und Möhrenmissgeschicke später zieht man die olle Schlafanzughose aus dem Schrank und schickt das Kind so in den Sandkasten. Und auch das neue Spielzeug sieht nach ein paar Tagen Gebrauch meistens aus wie aus der Grabbelkiste. Ein, zwei besondere, neue Stücke tun natürlich dem Elternherz gut, aber darüber hinaus darf es gerne so viel zweite und dritte Hand sein wie möglich. 

Ein grünes Girokonto

Noch so ein Stellschräubchen, das einmaligen Aufwand bedeutet und danach einfach ganz nebenbei euer nachhaltiger Begleiter ist. GLS Bank, Triodos Bank oder EthikBank bieten zum Beispiel Girokonten an, die nicht deutlich teurer sind als klassische Konten, bei denen mittlerweile schließlich oft auch Kontoführungsgebühren, Kartengebühren und mehr fällig werden. Die grünen Banken haben zwar meistens kein breites Filialnetz, die Bankgeschäfte werden aber online und telefonisch abgewickelt und Geld könnt ihr über die Automaten anderer Banken beziehen.

ELTERN

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