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Mütter unterwegs Willkommen im Milf-Plaza

Mütter unterwegs: Drei Frauen sitzen lachend im Auto
© Zoran Zeremski / Adobe Stock
Ist ein gemeinsames Frauen-Wochenende besser als jede Mütter-Kur? ELTERN-Autorin Leonie Schulte hat es ausprobiert.

Die Aufregung, die Vorfreude, die Sorge, etwas Entscheidendes vergessen zu haben: Als ich die Koffer gepackt hatte, kam es zurück – das Gefühl der Klassenfahrt. Mit dem Unterschied vielleicht, dass ich den Alkohol nicht mehr heimlich in die Socken stopfen musste. Gemeinsam mit acht weiteren Müttern aus der Kita ging ich auf große Tour. Wir wollten Wellness. Bekommen haben wir ein Wochenende voller Andenken und die Erkenntnis: Mit der richtigen Crew ist so eine Tour besser als jede Kur. Vier Gründe, warum ihr auch sofort ein Frauen-Wochenende planen solltet:

Mütter treibt die gleiche Sehnsucht

Das richtige Ziel für ein gemeinsames Wochenende zu finden, ist leicht. Denn unter Müttern gilt: Hauptsache, weg. Geeint in der Sehnsucht, sich einmal nicht verantwortlich zu fühlen. Da wir im Westen Deutschlands wohnen, ist die holländische Küste unser Ziel. Gebucht hatten wir einen umgebauten Bauernhof, bekommen haben wir eine holländische Hugh-Hefner-Mansion. Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Teppich gesehen! Schwarze Flokati auf Böden, auf den Bettgestellen bis hinauf zur Decke. Nicht ohne Grund taufte meine Freundin unseren Bauernhof das MILF-Plaza.

Mütter sind überaus genügsam

Ob da nun irgendwo irgendwann mal Stroh rumlag oder nicht – die Kinder und damit die Verantwortung für andere Menschen sind in weiter Ferne. Sauber war es auch noch, darum erhielt unsere Unterkunft ohnehin fünf Sterne. Wie ihr seht: Es ist nicht schwer, Mütter zufriedenzustellen. Ähnlich genügsam sah es mit unserem Tagesprogramm aus. Wer sonst durch den getakteten Tag hetzen muss, braucht keine Pflichttermine am Entspannungswochenende. Darum fing unsere gemeinsame Zeit auch mit einem Bummel durch die Fußgängerzone und einem Lunch am Fuße der Gracht an. Ohne Stress. Ohne Blick auf die Uhr. Traumhaft.

Mütter können deep und dreckig

Uns Frauen, die Kinder zur Welt gebracht haben, eint die Erfahrung, sich im wahrsten Sinne des Wortes vor allen ausgezogen zu haben. Fühlen wir uns wohl und sicher, lassen wir uns fallen, öffnen uns. Eine gute Mutti-Runde ist wie ein Deep-Talk-Kreis voller Hebammen. In unserem Fall allerdings Hebammen, mit denen wir ums Trinken würfelten.

Mütter sind sisters in crime

Wie in Las Vegas gilt auch bei der Mutti-Tour: Alles, was in Holland passiert, bleibt in Holland. Darum werde ich keine Einzelheiten preisgeben. Nur so viel sei gesagt: Kaum etwas entspannt so nachhaltig wie das befreiende Gefühl, niemandem etwas vormachen zu müssen. In unserem Zirkel wird geweint, gelacht, gefurzt – denn wir Mütter kennen weder Scham noch Scheu. Und in bester Las-Vegas-Manier sind wir auch mit einem Andenken zurückgekommen. Drei Striche im Halbrund tätowiert. "Etwas teeniemäßig", kommentiert ein daheimgebliebener Ehemann den gemeinschaftlichen Regenbogen. Mag sein. Sieben von neun Muttis haben nun ein Tattoo, alle haben eine Erinnerung, die bleibt. Ich finde, das klingt doch nach einer super Klassenfahrt.

ELTERN

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