Wellness Alarm
 
„Home Insanity“ statt „Home Office“ – Arbeiten am Rande des Wahnsinns

Das Baby schreit. Das Feuerwehrauto tönt lauthals Tatütata. Der Stenz röhrt ohrenbetäubend: „Aus dem Weg ein Notfall!“. Und ich versuche mich trotz dieser Kakophonie zu konzentrieren. Die Betonung liegt dabei auf: ich versuche!

Blog Wellness Mama Homeoffice
iStock, grinvalds

Ich liebe unser Haus. Es ist wunderbar, wie für uns gemacht. Aber es hat ein Manko, es ist zu klein. Es fehlt ein Raum mit einer schallisolierten Tür mit Sicherheitsschloss. Genau danach sehne ich mich just in diesem Moment. Mein Mann und ich teilen uns Haushalt und Kinderbetreuung gleichermaßen. Aber er hat einen ganz entscheidenden Vorteil: nämlich ein abschließbares Büro. Und genau wie die gemeine Strandkrabbe bei den winzigsten Erdvibrationen blitzschnell in ihr Sandloch huscht, schlüpft mein Mann bei den geringsten akustischen Irritationen, die bei unserem Holzhaus oft mit erdbebenartigen Vibrationen einhergehen, in sein Sandloch – das verschließbare Refugium. Wie ich ihn darum beneide!

Schlafend in den Arbeitstag
Oft beginnt mein Arbeitstag zu einem Zeitpunkt, an dem ich schon wieder so müde bin, dass ich zum Start erst mal mit dem Kopf auf die Schreibtischplatte falle und ’ne Rund poofe. Schlafend in den Arbeitstag sozusagen. Das hat den Vorteil, dass ich dann auch wirklich taufrisch bin, wenn ich meine ersten E-Mails verfasse. Das könnte jetzt irgendwie faul klingen. Aber ich bin nicht faul. Ich bin kurioserweise bloß schon ziemlich erschöpft noch bevor ich meinem Broterwerb nachkomme.
Denn ich habe zwei Kinder, die morgens gewickelt, gewaschen, gezahnbürstet, mit lustig verzierten Frühstücksbroten versorgt und mit schleimigem, farbintensivem Brei gefüttert werden wollen. Wenn dann auch noch Ferien sind, möchte der Stenz außerdem unterhalten werden. 

Das ist besonders anstrengend, wenn eine lange To-Do Liste vor meinem inneren Auge aufflammt. Und auch das Baby kann momentan nichts mit sich anfangen. Seit es seinen ersten Zahn hat, ist der einzige Ort, an dem es sich glücklich fühlt, die Brust und das 24/7. Dabei versuche ich alles, um mein Baby an Breichen zu gewöhnen. Aber die Fütterung des Babys ist ein mühsamer für mich als Ordnungsfanatiker und Pedant oft sehr schmerzvoller Akt, der mir schon vor meinem eigentlichen Arbeitsbeginn die letzte Kraft raubt.

Die große Breifütterung: Frust lass’ nach!
Grundvoraussetzungen hierfür sind sehr viel Geduld und eine große Frustrationstoleranz. Über beide Eigenschaften verfüge ich nicht. 

Jetzt hier weiterlesen