Eine ganz normale Mama
 
10 Dinge, die ich von meinen Kindern gelernt habe

Was würde ich nur ohne meine Kinder machen? Wie langweilig war das Leben ohne sie! Und wie unglaublich viel lerne ich von Ihnen – geht es Euch auch so?

Nathalie Klüver

Teilweise sind das ganz erstaunliche Sachen. Also ich meine jetzt: wirklich erstaunliche Sachen. Die ich ohne meine Kinder gewiss nie gewusst hätte!

1. Der Klassiker, den wahrscheinlich alle Eltern verzückt nennen: Entschleunigung.

Darüber hatte ich ja mal hier geschrieben. Endlich mal runterkommen. Sich auf das Wesentliche konzentrieren. Alles gemächlicher angehen. Eine Stunde für einen Weg von einem Kilometer brauchen. Weil man jeden Riss im Asphalt bewundert. Oder sich bemüht, nicht auf die Ritzen zwischen den Pflastersteinen zu treten. Weil man eine Ameise retten muss. Kinder versinken beneidenswert in einen “Flow”, wie man das so schön nennt, vergessen die Welt um sich herum, wenn sie spielen oder experimentieren. (ja, auch wenn es nur darum geht, Ketchup in der Apfelschorle aufzulösen – versucht da mal, Eurem Vierjährigen zu erklären, dass das Experiment nun vorbei ist, keine Chance, der  Junge ist im Flow!) Entschleunigung, ein großes Wort, etwas, wonach wir alle suchen. Etliche Zeitschriftentitel reißen sich darum, wer dem Leser am meisten davon bietet. Manager belegen teure Seminare oder stellen sich in den Stau am Jakobsweg, um Entschleunigung zu finden. Dabei muss man einfach nur mal mit einem Vierjährigen und einem Einjährigen zum Einkaufen gehen. Da bekommt man das volle Programm. Gratis. Mit Verlängerung.

2. Auch so ein Klasssiker, den ich gleich vorneweg nennen will. Und über den viele Artikel geschrieben werden: Achtsamkeit.

Ach, was kann man hier für Seminare belegen. Workshops, Kurse, haufenweise Bücher. Man kann dafür viel Geld ausgeben. Oder man kommt mal einen Tag mit uns mit. Wenn jemand achtsam ist, dann sind es Kinder. Sie spüren den Wind, sie riechen ihn sogar (“Es riecht heute aber kalt, Mama”). Sie können noch lauschen, bis die Amsel ihr Lied zu Ende gesungen hat. Und sie schmecken jede einzelne Zutat aus einem Gericht heraus (“Da war eine Zwiebel in meiner Tomatensoße, Mama.”) Ja, Kinder sind sowas von achtsam. Sie haben das erfunden. Ganz ohne Anleitung.

3. Laut und schief singen.

Klar, das konnte ich schon vorher. Sogar ziemlich gut. Aber ich hatte ja keine Ahnung! Wie! Schief! und vor allem laut! man! singen! kann! Ohja. LAUT. Ohne Mikro. Und wisst Ihr was? Es macht riesigen Spaß! Nun ertappe ich mich neuerdings oft dabei, dass ich vor mich her singe, obwohl ich gar keine Kinder dabei habe. Allerdings nur schief, nicht laut. Glaube ich jedenfalls.

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