Titantinas Ideen
 
Achtsame Geburtsvorbereitung

In Teil 1 konntet ihr bereits Einblick darüber gewinnen, welche Erfahrungen ich mit meinen 2 vorhergegangenen Geburten machen durfte, und welcher persönliche Versöhnungspozess ihnen zugrunde liegt. Welche Ideen und Vorstellungen zum Thema Geburt sich im Laufe der Jahre herauskristallisierten, möchte ich euch heute erzählen.

Blog Titantinas Ideen, Geburtsvorbereitung
Karoline Grill Photography

Eine gedankliche Annäherung an die dritte Geburt

Ich befinde mich im letzten Drittel der Schwangerschaft. Bis dato war für mich klar: nur keine Eile und schon gar kein Stress, zumal kann ich auf 2 sehr konträre Geburtserlebnisse zurückblicken kann, wobei Geburt Nummer 2 für mich einen erheblichen Vorbildcharakter besitzt. Dennoch überwiegt der derzeitige Gedanke: ich möchte für jegliche andere Erfahrung, die vor mir liegt, offen blieben, auch wenn eines ganz klar feststeht. Ich habe ein positives natürliches Geburtserlebnis vor Augen. Dieses Festlegen auf konkrete Abläufe im Geburtsvorgang, wie es oft propagiert wird, besitzt für mich einen fahlen Beigeschmack, was aber nicht gleichzeitig bedeutet, dass ich die positive Einstellung dazu beiseite lasse, im Gegenteil. Ich möchte in meiner Vorstellung so flexibel wie möglich sein, auch offen sein für etwaige unvorhersehbare Situationen, und dabei voller Stärke und Vertrauen auf mein inneres Gefühl reagieren. Mit dem Fortschreiten der dritten Schwangerschaft hatte ich ganz intuitiv und plötzlich den Gedanken: Ich möchte mich auf die Geburt vorbereiten. Der Drang, der Wunsch mich nicht nur mental sondern auch auf physischer Ebene vorzubereiten, nahm überhand. Ich MUSS etwas tun, mich stärken und der aufkeimenden Angst, die sich unweigerlich einschlich, gegenübertreten. Und hier war ich an dem ausschlaggebenden Punkt angelangt: ich möchte die Ängste eruieren, ihnen auf den Grund gehen und sie annehmen können. Hebammen berichten, dass all die Ängste, die sich unangetastet aufgestaut hatten, gerade zum ungeeignetesten Zeitpunkt, nämlich der Geburt manifestieren können, was wiederum den Geburtsprozess hemmen kann.
Allesamt Überlegungen, die mich nach ausgiebiger und intensiver Zeit der Recherche weg von Hypnobirthing in Richtung "achtsamer Geburt" trieben.

Rückblick

Bei Fräuleins Geburt vor inzwischen 9 Jahren war ich der festen Annahme, ich wäre gut vorbereitet. Ein paar Standardwerke in literarischer Form hier, ein Geburtsvorbereitungskurs da. Und somit war die Sache erledigt. So mein damaliger Gedanke. Das darauffolgende Geburtserlebnis hat mich jedoch eines anderen belehrt. Inmitten des Prozesses wurde mir klar: du hast eigentlich Null Ahnung, was da gerade mit dir passiert, und somit wurde aus der Idealvorstellung Geburt ein fremdbestimmter Höllenritt. Und speziell eines machte mich extrem wütend: Wo waren die vielgepriesenen erholsamen Pausen zwischen den Mörderwehen? Ich hatte über Stunden hinweg keine! Ich dachte an die Worte meiner damaligen Hebamme aus dem Kurs: Wehen wären ungefähr vergleichbar mit sehr starken Koliken, und ich dachte insgeheim: ach was, sowas schaffe ich doch mit Links, denn ich Grunde zählte ich mich nicht zu den "Zart Besaiteten" und ich war schon einiges an Schmerzen von Kindesbeinen an gewohnt.

Erst Jahre später bekam ich annähernd eine Idee davon, worum es sich beim Thema Geburt eigentlich drehte. Um Selbstvertrauen, das Anwenden von Atemtechniken und letztendlich war die Wahl des Geburtsortes ein unerlässliches Kriterium, um eine angenehme, positive Atmosphäre als Basis zu schaffen.

Wichtige Themen, die ich bei der ersten Geburt kaum streifte, und mich letztendlich verloren und verletzbar machten, haben erst in den letzten Jahren mein Interesse entfacht. Rückblickend auf die erste Geburt fühlte ich mich mit den überwältigenden Schmerzen, die übrigens künstlich herbeigeführt wurden, zur Gänze im Stich gelassen. Meine Atmung hatte weder Hand noch Fuß, und so wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes von ihnen überwältigt. Heute weiß ich, dass Angst die Schmerzen verstärkt, jedoch ist  dieses als negativ empfundene Erlebte Teil meiner Geschichte, die mir heute Mut macht, und die mich motivierte, an mir selbst zu arbeiten und mich weiterzuentwickeln.

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