Eine ganz normale Mama
 
Alles zu seiner Zeit: Ich habe mich nicht verloren, sondern gefunden!

Auf Instagram lese ich in letzter Zeit immer häufiger den Satz „ich vermisse mein altes Ich“. Es geht darum, sich selbst aus dem Augen verloren zu haben, in all dem Alltagswahnsinn, zwischen dem Brotboxenvorbereiten und Pflasteraufskniekleben (aber nur das mit den grünen Monstern und ja nicht das mit den roten Eulen).

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Nathalie Klüver

Ja, manchmal denke ich es auch: Wo bin ich eigentlich? Wo sind eigentlich meine eigenen Bedürfnisse? Und dann fällt mir die Antwort ein: Ich bin ja da! Ich bin mittendrin! Ich bin hier und jetzt! Ich bin die, die die Brotboxen macht. Ich bin die, die das Pflaster aufklebt. Die mit den Monstern. Oder an ungeraden Tagen die Pflaster mit den Eulen. Das bin ich – und zwar genau hier und jetzt. Nein, ich habe mich nicht aus den Augen verloren, ich sehe mich doch. Hier und jetzt. Klar und deutlich. Natürlich bin ich ein anderes Ich als vor fast neun Jahren, bevor ich zum ersten Mal Mutter wurde. Aber das ist ja auch gut so. Das habe ich ja auch beabsichtigt. Darauf hatte ich mich eingestellt. Muttersein verändert. 

Natürlich war mir das Ausmaß nicht bewusst. Und gerade beim ersten Kind knallte es mir an manchen Tagen voll vor den Latz: das ständige Gefühl, fremdbestimmt zu sein. Ich hatte ja keine Ahnung, was mich erwartet! Aber das haben wohl die meisten von uns nicht, oder? Wir wissen nur: Das Muttersein wird uns verändern. Aber niemand weiß, wie. Ich wusste das mit den schlaflosen Nächten. Aber ich hätte nie gedacht, was dieses permanente Müdesein mit mir macht. Und rückblickend gesehen, hätte ich in der ersten schlaflosen Zeit nie gedacht, dass man sich an diesen Zustand gewöhnen kann. Und tatsächlich irgendwie klarkommt, nach vier Stunden Schlaf (und davon nur zwei Stunden am Stück). Was ich aber vor dem  ersten Kind nie gedacht hätte: Wie sich meine Prioritäten verschieben. 
Denn das haben sie. 

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