Eine ganz normale Mama
 
Aufräumen wird überschätzt -vor allem mit Kindern

Mal ganz ehrlich? Wie realistisch sind die weißen und pastellfarbenen Instagram-Kinderzimmer?! Hand aufs Herz! Ich habe kapituliert.

Eine ganz normale Mama: Aufräumen wird überschätzt -vor allem mit Kindern

Bei uns werden nur noch die Rettungswege freigeräumt. Und bei Euch? Wer braucht einen aufgeräumten Haushalt, wenn er Kinder hat?! Chaos. Chaos. Chaos. Es ist der späte Nachmittag und im Esszimmer ist kein Durchkommen mehr. Da steht der Puppenwagen neben dem Kuschelhasen, dekoriert mit Wachsmalstiften und Keksresten. Ringsherum drapiert: der Inhalt der Spielzeugkiste. Bauklötze, Matchboxautos, Spielzeuggeschirr. Wer von der Küche zum Esstisch will, muss durch das Spielzeug waten wie in einem Teich. Nur dass es hier viel schmerzhafter ist, wenn man beim Waten nicht aufpasst und auf einen dreieckigen Holzklotz tritt.

Chaos im Kinderzimmer – und da bleibt es leider nicht

Mangels weiterem Platz, wo man sich ausbreiten könnte, haben wir das Spielen ins Kinderzimmer verlegt. Hier war zumindest bis eben noch der Fußboden frei. Doch nach zehn Minuten leert mein Kleiner den Inhalt der Duplokiste aus. Er hat das Ausräumen entdeckt, kann dabei richtig gut werfen, meterweit! Nur das Einräumen hat er nicht entdeckt. Aber vielleicht lernt er das ja bald. Ist ja auch grad erst eins geworden, der Kleine. Der Große hat derweil alle Sofakissen dahingelegt, wo noch keine Duplosteine den Boden bedeckten. Auf den Kissen sitzen alle seine Kuscheltiere (und es sind viele) und warten auf das große Konzert, das er nachher noch geben will.

Aber zuvor muss er zusammen mit seinem kleinen Bruder noch das Gemüse aus dem Kaufmannsladen in die tatsächlich noch freien Zwischenräume stopfen und mit allen Pixiebüchern eine Spur ins Wohnzimmer legen. Wie gut, dass bald Feierabend ist, Abendbrotzeit und Zubettgehzeit, so dass nicht noch mehr Spielzeug verstreut wird. Die Holzeisenbahn ist noch nicht ausgepackt. Die Kartenspiele haben sie auch noch im Schrank gelassen. Wobei eigentlich kein Platz mehr auf dem Fußboden ist. Leider lässt sich die Tür vom Kinderzimmer nun auch nicht mehr schließen, um das Chaos in die vier Piratenwänden zu verbannen. Es haben sich ein Dutzend Duplosteine und sieben Matchboxautos in der Tür verkantet.

“Den Vormittag verbringe ich damit, das Haus aufzuräumen. Die andere Hälfte des Tages stellen die Kinder es auf den Kopf. Und zwar schneller als ich aufräumen kann.

Ein Haushalt mit Kindern ohne Chaos gibt es nicht – bei uns werden nur die Rettungswege freigeräumt

Da meine Elternzeit sich dem Ende zuneigt und ich außerdem – und das ist eigentlich ehrlichgesagt der primäre Grund – die Schnauze voll hab, Aufzuräumen, damit alles wieder ausgekippt wird, sobald ich den Kindern den Rücken zudrehe, habe ich beschlossen: Schluss mit Aufräumen! Ordnung im Kinderzimmer wird überschätzt. Einmal in der Woche räume ich alles vom Fußboden auf, nämlich dann, wenn am nächsten Tag gesaugt und geputzt wird. Ansonsten gilt: die Wege notdürftig räumen. So wie der Winterdienst. Bloß keinen Zentimeter zu viel, nur so viel, dass man durchkommt. Ohne sich den Fuß am Legostein zu pieksen.

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