Wellness Alarm
 
Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Wildschweine

Ich sitze auf dem Rücken eines Keilers und galoppiere in rasender Geschwindigkeit von einem Viertel Stundenkilometer durch den Wald und erfreue mich am glücklichen Glucksen meiner Tochter, den flinken Eichhörnchen, die himmelabwärts die Bäume herabstürzen und den Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg wärmend durch die Waldlichtung in mein Gesicht bahnen.

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iStock, DieterMeyrl

 Dabei stellt sich mir die Frage, ob ich genauso bekloppt ausschaue, wie der Vater da drüben, der ebenfalls mit seinem Sohn auf dem Schoß auf dem wilden Borstentier durch den Wald flitzt. Louloubelle hält die Wildschweinohren fest umschlungen und möchte nicht runter von unserem widerborstigen Gesellen, der stoisch auf Schienen den Wald durchkämmt. Auch die rote Ampel und das „Hier absteigen“ Schild lassen sie vollkommen kalt. Und da meine Tochter sehr laut schreien kann, ich aber schon einen leichten Hörsturz in der Hütte des alten Mc Donald erlitten habe, gebe ich nach. Und ich stelle mich wieder in der Schlange an, um ein weiteres Mal auf dem Rücken des Wildschweines (mittlerweile die zehnte oder elfte Runde) durch den pittoresken Forst zu rasen. Denn ich befinde mich im örtlichen „Märchenwald“ und finde es zu meinem Erstaunen ganz großartig. 

VORSICHT: HINTERLISTIGES EICHHÖRNCHEN 
Schon der Beginn unserer Exkursion erweist sich als prickelnder Spaß. Denn heute bin ich seit Jahrzehnten das erste Mal wieder Achterbahn gefahren. Ich kann es kaum glauben. O.k. zugegeben, es ist keine Achterbahn, die einem Höllenritt gleicht und bei der man kopfüber ins speiüble Nichts fällt. Nein, es ist eine Eichhörnchen-Achterbahn, die ihrem flinken Namensgeber alle Ehre macht. Eichhörnchen klingt harmlos, aber ich möchte betonen, dass das Ding wirklich durch die Kurven fetzt. Es fetzt sogar so sehr, dass es dem Stenz kurzzeitig die Sprache verschlägt. Ein Zustand, der äußerst selten bei meinem Sohn vorkommt. Bei mir übrigens ebenfalls. Und so klammern wir uns beide tonlos aneinander. Wobei das Gesicht des Stenzes gar nicht gut aussieht. Er schaut aus wie ein rotwangiger Sumo-Ringer, der seit Stunden die Luft anhält. Oh Gott, wie konnte ich bloß so blöd sein und mit ihm diese Fahrt unternehmen? Er wird ersticken. Vielleicht ist er ja auch klaustrophobisch? „Mama, ich will jetzt sofort aussteigen“ wirft mir mein Kind in der ersten infernalen Kehre verbal entgegen. 

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