Verflixter Alltag
 
Das Mädchen im grünen Bollerwagen

Von Weitem ist es bereits zu hören. Die inzwischen vertraute Melodie seiner Stimme ist immer lauter und deutlicher zu vernehmen. Eine kräftige, klare und reine Stimme. Wie die Stimme einer Elfe aus einem anderen, fernen Land, in einer Sprache, die nur Ihresgleichen verstehen.

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Verflixter Alltag

Jetzt taucht das Mädchen nicht nur in meinem Hör- sondern auch Sichtfeld auf. Wie auch die letzten Tage sitzt es in einem grünen Bollerwagen, die langen, dünnen Beine angehockt und zwei Tiptoi-Stifte in der Hand. Sie spielen in einer Endlosschleife „Die Vogelhochzeit“, annähernd zeitgleich. Das Mädchen lauscht gespannt und stimmt immer wieder mit ein. Es ist glücklich.

Die Mutter des Kindes im Bollerwagen

Der grüne Bollerwagen wird gezogen von ihrer Mutter, so nehme ich es an. Völlig selbstverständlich zieht sie ihn über Stock und Stein, Erde und Sand, Tannennadeln und Ameisenhügel, bis hin zu der Wiese vor dem kleinen Badesee, an dem wir es uns bereits gemütlich gemacht haben. Die Frau wirkt so stark, so sicher, so in sich ruhend.

Meine Kinder schauen verwundert auf die Szenerie. Mit offenen Mündern und neugierigen Augen starren sie, wie nur Kinder Unbekanntes fixieren können, hinüber, während wir Erwachsenen versuchen unser Interesse zu verbergen, um kein Unbehagen auf der anderen Seite hervorzurufen, und damit wahrscheinlich genau das Gegenteil erreichen.

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